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J_)ie naclifolgenden Abhandlungen . die wir unter dem Titel . , Zoologische Beiträge" zusammenfassen, enthalten einen Theil der zoologischen Untersuchungen, mit denen wir uns vom September 1859 bis zum April 1860 in Neapel und Messina beschäftigten und unternahmen diese Arbeiten zunächst allein , um uns selbst zu belehren und uns einzuführen in dies reiche Feld der Wissenschaft , welches dem Forscher so lange verschlossen bleibt, bis er am Meeresstrande selbst in dasselbe eindringt. Die nachfolgenden Aufsätze bringen also nur den kleinsten Theil unserer Arbeiten, nur die, wo wir auf neue oder bisher ungenau gekannte Thatsachen geführt > wurden. Von Anfang September 1859 bis Anfang Januar 1860 hielten wir uns in Neapel auf und hatten alle Ursache mit unserer Ausbeute zufrieden zu sein. Am Castel del uovo waren wir selbst im Stande, uns in wenig Zeit eine übergrosse Menge von Quallen, Siphonophoren, Ctenophoren, Salpen. Pteropoden, Heteropoden u. s. w. zu fangen , wir brauchten jedoch unsere Zeit dadurch nicht zu verkürzen , da ein trefflicher Fischer, den wir unsern Nachfolgern aufs Beste empfehlen , Giovanni, figlianello di Giovanni (zu finden Strada di Cambelloni Nro. 4 vicino del Maria del Porto, Chiaja) uns aufs Reichlichste mit Thieren aus allen Klassen versorgte. In Messina, wo wir uns von Anfang Januar bis Mitte April 1860 aufhielten, verschafften wir uns das Material zu unseren Arbeiten durch die pelagische Fischerei mit dem dichten Netze, in welcher wir Johannes Müller als unsern Meister ver- ehren. Wir verlebten die ganze Zeit in Messina im anregenden Umgange mit un- serem Freunde Dr. Ernst Haeckel aus Berlin , erfreuten uns aufs Reichste der VI Gastfreundschaft vieler dortiger deutscher Kaufleute . und genossen namentlich die thätige Unterstützung des dortigen deutschen Arztes, des Dr. E. von Bartels aus Altona. Unsere Sammlungen, wegen deren Uebersendung nach Hamburg wir Herrn J. H. Peters in Messina zu grossem Dank vei-pflichtet sind, bestehen zum grössten Theile aus niederen Seethiereu in einem Liquor conservativus aufbewahrt, welcher sehr nahe wie der von M. Schnitze empfohlene zusammengesetzt ist, nämlich auf 2V3 Liter Wasser. 120 Gramm Kochsalz, 60 Gramm Alaun und 0,6 Gramm Subli- mat. In dieser Flüssigkeit haben sich bis jetzt alle Thiere aufs Schönste erhalten : in einigen Fällen haben wir ihre Conservationsfähigkeit durch einen nachträglichen Zusatz einer geringen Menge Weingeist noch zu erhöhen gesucht. Göttingen im April 1861. Die Verfasser. INHALT. I. Beobachtungen über die Siphonophoren von Neapel und Messina. Mit Tafel I — V. Seite 1-34. I. Bau der Siplionoplioren. Allo-emeines Seite 1. — Luftsack ü. — Luftaustritt bei Physophora 3. — Sch-n-immstücke 4. — Deck- stücke 5. — Polypen 6. — Fangfäden 7. — Tastfäden 13. — Nesselkapseln 13. — Geschlechtsstücke 13. II. Die beobachteten Arten. A. Fam. Caly cophoridae. Abyla pentagona Eschsch. Seite 14. — Diphyes Sieboldü KöU. 15. — Diphyes turgida Geg. 16. — Diphyes conoidea sp. n. 16. — Diphyes ovata sp. n. 17. — Diphyes quadrivalvis Geg. 18. — Praya cymbiformis Leuck. 20. — Praya filiformis K. et E. 20. — Hippopodius gleba Leuck. 22. — Vogtia pentacantha Köll. 23. — Vogtia spinosa sp. n. 24. B. Fam. Pliy sophoridae. Apolemia uvaria Eschsch. Seite 25. — Agalma rubrum Vogt. 25. — Agalma Sarsii Köll. 26. — Fors- kalia contorta Leuck. 27. — Forskalia ophiura Leuck. 2S. — Forskalia Edwardsii Köll. 28. — Fors- kalia formosa sp. n. 29. — Physophora Philippii Köll. 30. — Athorybia rosacea Eschsch. 32. — Rhizo- physa filiformis Lam. 32. — Physalia caravella Eschsch. 33. C. Fam. Velellidae. Velella Spirans E.schsch. Seite 34. — Porpita mediterranea Eschsch. 34. II. Untersuchungen über die Anatomie von Sipunculus nudus. Mit Tafel VI— VIII. Seite 35 — 52. Gescliichte Seite 35. — Allgemeine Organisation 37. — Die beiden untersuchten Arten 38. — Aeussert Haut 38. — Muskulatur 40. — Leibesflüssigkeit U. — Verdauungstractus 43. — Nervensystem 46. — Geschlechtsorgane : a. Hoden. 49. b. Eierstock 50. — Entwicklung 51. III. Ueber die Anatomie und Entwicklung von Doliolum. Mit Tafel IX — XI. Seite 53— 71. Körperwandungen Seite 55. — Muskeln 56. - Athemhöhle 57. — Organe des Kreislaufs 58. — Vef- dauungstractus 59. — Nervensystem 60. — Sinnesorgane: Nase 61. Ohr 62. — Geschlechtsorgane 63. Entwicklung 64. — Generation A 65. — Generation li 66. Generation Ci 68. — Generation C" 70. VIII IV. Bemerkungen über die Anatomie von Pyrosoma. Mit Tafel XII. Seite 72 — 77. Köiperwandungen Seite 72. — Muskulatur 73. — Circulationsapparat 75. — Verdauungswerkzeuge 75. — Nervensystem 76. — Geschlechtswerkzeuge 76. V. Ueber einige in Neapel und Messina beobachtete Quallen. Mit Tafel XIII. XIV. Seite 78—95. Nausithoe punctata ICöU. Seite 80. — Oceania pileata P6r. 81. — Oceania flavidula Per. 83. — Lizzia KöUikerii Geg. 84. — Cytaeis pusilla Geg. 84. — Zanclea costata Geg. 85. — Cladonema radiatura Duj. 85. — Rhabdoon singulare gen. et sp. n. 86. — Thaumantias mediterranea Geg. 87. — Eucope polys.tyla Geg. sS. — Eucope picta sp. u. 88. — Eucope exigua n. sp. 88. — Smintheaglobosa Geg. 89. — Sminthea campanulata sp. n. 89. — Aglaura hemistoma Per. 89. — Trachynema ciliatum Geg. 90. — Rhopalonema velatum Geg. 91). — Rhopalonema placogaster sp. n. 91. — Gei-yonia proboscidalis Eschsch. 91 . — Liriope mucronata Geg. 92. — Cunina lativentris Geg. 93. — C'unina albescens Geg. 93. — Cunina discoidalis sp. n. 93. — Aegineta gemmifera sp. n. 93. — Aegineta Corona sp. n. 94. — Aeginopsis mediterranea Müll. 95. VI. Beobachtungen über die Entwicklung von Aeolis peregrina. Mit Tafel XV. Seite 96 — 100. Nesselkapseln Seite 96. — Begattung 97. — Entwicklung 98. Erklärung der Abbildungen. Seite 101 — 112. I. Beobaclitiiiigeii über die Siplionoplioreu von Neapel und Messina. (Taf. I— V.) Uie Untersuchung der Siphonoplioren nalim einen betrat litlichen Tlieil unseres acht- monatlichen Aufenthalts in Neapel und Messina in Anspruch, da an beiden Orten die grosse Anzahl und die überraschende Schönheit dieser Thiere zu sehr dazu aufforderte. Nach unserer ßückkehr im Juni 18G0 fanden wir jedoch drei grossere Arbeiten über unsere Thierklasse vor, von Huxley ', Gegenbaur' und C. Claus ", welche die Veröffentlichung einer Menge unserer Heobachtungen überflüssig machen, besonders da der letztere F^orscher, namentlich was den histologischen Bau der Siphonophoren betrifft, genau zu denselben Resultaten gelangt war, wie wir selbst. Wir unterdrücken deshalb einen grossen Theil unserer Beobachtungen und geben im Folgenden nur die, welche uns auch jetzt noch wichtig und neu erscheinen. Wir behandeln zuerst den Bau der einzelnen Organe der Siphonophoren und schliessen mit der speziellen Be- trachtung der einzelnen von uns beobachteten Arten". I. Bau der Siphonophoren. I. Allgemciiirs. Alle Theile der Siphonoplioren werden von zwei aus Zellen bestehenden Häuten, einer äusseren und einer inneren, gebildet, zu denen an einzelnen Theilen noc^ eine Zwischen- 1) The Oceanic Hydiozoa ; a description of ihe Cahjcophoridae and P/ii/snphoridac ohserved during Ihc VoyageofII.3I.S. ,,Iiattelsiia/.f' in t/ie Years \SiG—lböii. With a generalintrodiiction. — Rag Society \bh'^- London lsö9. 143 Stn. fol. mit 12 Tafeln. 2) Neue Beiträge zur näheren Kenntniss der Siphonophoren in A'ova Acta Ac. Leop. Car. Nat. Curios. Vol. 27. Jena 1860. p. 331—124. mit 7 Tafeln. 3) UeberPhysophora hydrostatica nebst Bemerkungen über andere Siphonophoren. Zeitschrift f wiss. Zool. X. 1861). p. 295— 3.i2. mit 3 Tafeln; auch separat erschienen Leipzig I8611. 4. 4) Ein kurzer Auszug dieser .\bhandlung wurde der k. Soc. d. AViss. zu Göttingen in der Sitzung vom 4. August 1S6U vorgelegt. S. deren Nachrichten u. s. w. Aug. 13. 180(1. Nr. 23. p. 254 — 262. Kcfersteili u. E hl crs Ziml. BL-itrngf. \ 2 Beolachtungen über die SIphonophoren von Neapel und Messina. Substanz hinzukommt, welche nicht aus Zellen besteht, structurlos ist und als das Ausschci- dungsproduct der beiden Zellenhäute angesehen werden muss. nieser Grundbau ist also ganz dem von Hydra analog, wie ihn Leydig' nachgewiesen hat und wir ihn nach eigenen Untersuchungen bestätigen können, indem hier zwischen der äusseren und inneren Zellenhaut namentlich am Fuss auch eine structurlose Zwischensubstanz auftritt , und auch bei den Siphonophoren selbst ist die Existenz der äusseren und inneren Haut den bisherigen Beobachtungen nicht entgangen, wie z. B. namentlich Huxley^ und Leuckart* sie direct anführen und besonders Letzterer auch über die Bildung der Zwischen- substanz sehr richtige, aber leider nicht weiter beachtete Ansichten ausspricht. Den wahren Werth dieser beiden Häute und ihre genetische Beziehung zu der Zwischensubstanz erkannte jedoch erst Claus*, dessen Angaben wir durch unsere ganz unabhängig gemachten Untersu- chungen in dieser Beziehung völlig bestätigen können. Diese Grundorganisatiun lässt sich sowohl bei den jüngsten und einfachsten Gebilden als bei dem allercoraplicirtesten Nesselknopfe nachweisen und der wahre l^iau der zusammenge- setzteren Theilc wird erst klar, wenn man sich ihre Entstehung aus zwei Bildungshäuten als leitendes Moment dienen lässt. Der äusseren Haut allein kommt die Eigenschaft zu in ihren Zellen Nessclkapseln zu bilden, und sie hat mehr den Charakter einer blossen Decke, obwohl auch die Geschlechts- producte in ihr bereitet werden. In der inn eren Hau t bilden sich Muskelfasern, Drüsenzel- len U.S.W. Aus der Zwischen Substanz bestehen bei weitem zum grössten Tiieil die festeren und elastischen Gebilde, wie die Schwimm- und Deckstücke, die dickere Region des Slammes, an dessen oberen Theile wir die beiden Häute und ihre Zwischensubstanz in ihren gegenseitigen Beziehungen zuerst erkannten; während bei den übrigen Organen ihr Auftreten auf dünne La- mellen beschränkt ist, oder sie auch ganz felilt. Eine künstliche Befruchtung der Eier wollte uns leider nicht gelingen, da in Alessina an den Tagen, wo die Temperatur hinreicliend niedrig war, um die 1'hiere einige Tage aufbe- wahren zu können, das Wetter uns so wenig begünstigte, dass wir kein passendes Object erhiel- ten : die Frage daher, wie früh am wimpernden Jungen die beiden Häute sich differenziren, haben wir durch unmittelbare lieobachtung niclit beantworten können. Vergleicht man jedoch Gegenba u r's'* Darstellung der Entwicklung von Diphyes turgida , die auch CM aus zu einem ähnlichen Zwecke anzieht, und ganz besonders Huxley's" Abbildung einer 3""" grossen 1) Einigü Bemerkungen über den Bau der Hydren. M ü 1 1 e r's Archiv f. Anat. u Physiol. IS54. p. 27(5. Taf. X. Fig. II. 2} Lieber die Sexualverhältnisse der Diphyden und Physopboridcn. MüUer's Archiv \^'>\. p. 3S!. und Oceanic Hydrozoa 1S.59 a. a. O. p. 1. wo die beiden Häute als ectodenn und ciidoilcnn bezeiclmet werden. 3) Zur näheren Kenntniss der Siphonoplioren von Nizza. Archiv für Naturgeschichte tSfit. I. p. 36!) Note (auch separat erschienen Berlin l'^i-). S.) ■4) a. a. O. p. 300. 30J. 307. 5) Beiträge zur näheren Kenntniss der Siphonophoren. Zeitsclirift f. wiss. Zool. IV. Is.i3. p. 3.30 — 337. Taf. l(i, Fig. 13 — 21 (auch separat erschienen Leipzig 1S53. 4.) (i) Öceanic Hydrozoa IS59. PI. X. Fig. 1. /. Bau der Siphonophoren. 3 Fhysalia, so scheint es nicht uiiwalusclieiiiHch , dass sich die Haut des wimpemden Jungen schon sehr früh gh'ichsam in zwei HhUter S])altet und dass sich (hirch Ein- und Ausstülpungen derselben bei de n Diphyiden zuerst ein Schwimmstück , bei den Physophoriden der Luftsack und der erste Polv]) bilden, ganz in derselben Weise wie wir diese Theile am erwachsenen Thier noch entstehen sehen. 3. liiiftsack. Nach Leuckart' hat man sich den Luftsack so entstanden zu denken, als ob das oben offne Stammende, wie ein Handschuhfinger mit abgeschnittener Spitze , in sich selbst zurückge- stülpt und die Wände darauf oben an der Umschlagstelle mit einander verwachsen wären. Hier- nach müsste also der unten oifne Luftsack frei mit der Höhle des Stammes communiciren. Nach den Untersuchungen von Huxley^ an Physalia, Velella, Rhizophysa, Physophora und von Claus ^ an Physophora und Forskalia sollte diese Communication nicht stattfinden, und letz- terer beschreibt den Bau so, dass das obere eingestülpte Stammende nicht offen ist und in diese blinde Einstülpung noch als eine besondere l^ildung der allerdings unten offne Luftsack von oben liineinhäTigt. Unsere Beobachtungen sprechen nicht für clie letztere Ansicht, die wir übri- gens bei unseren Untersuchungen leider nicht kannten, und wir werden gleicli eine Beobachtung bei Physophora anführen, wonach man die Leuc kar t'sche Anschauung für die richtigere hal- ten mochte. Besonders deutlich sahen wir den Bau des Luftsacks bei einem jungen Agahna rubrum (I. 29.), bei Forskaha und bei Physophora. Der Luftsack besteht aus jenen beiden Bildungshäu- ten, jedoch so, dass die äussere Haut der Einstülpung wegen der Luftblase zunächst anliegt und fast stets nicht so weit hinabreicht, als die innere Haut. Unter dem Luftsacke verdickt sich, ■wenigstens bei Physophora (IV. 1 S .;-j und Forskalia die innere Haut des Stammes zu einer vielleicht drüsigen Zellenmasse und am oberen Theile des Luftsackes liegt das Pigment in deut- lich polyedrischen, kernhaltigen Zellen. 3. I^iirtaiislritt bei l'liysupliura. Bei Physophora Philippii, von denen wir in Messina fünf Exemplare beobachteten, darunter zwei sehr schöne und grosse, die wir drei Tage lebend erhielten, bemerkten wir sehr bald, dass das Thier aus seinerp Luftsacke willkührlich Luft austreiben konnte. Wir waren im Stande, den Vorgang genau zu beobachten, da das Thier auf eine Reizung mit einem Stäbchen oder einer Pincette fast immer Luft austreten Hess, uiul überdies dasselbe ganz aus freiem Antriebe so häufig that, dass wir es an einem Morgen zehn Mal sahen. Sollte Luft aus- getrieben werden, so entstand am unteren Theile des Luftsackes eine ringförmige Einschnürung, wodurch ein Theil der Luft aus dem Luftsack in den Stamm überging, und gleich unterhalb »i— 1) Siphonophoren von J\izza a. a. (). p. 3i:i. Taf. 12. Fig. fi. 2) Oceanic Hulrozoa p. li. :i) a. a. Ü. p. 3UÜ. :iUl. Tat'. 25. Fig. 11). 4 BeobachiungeH iiher die Siphonophoreti von Neapel und Messina. jener grünlielieii Drüsenmasse und gleich über den jüngsten Schwimmstücken ins Wasser trat. Der Luftaustritt erfolgte stets, wenn der Luftsack der Oberfläche des Wassers nahe war, und es schien sich das Thier dadurch die Flucht in die Tiefe erleichtern zu wollen, wie es auch, wenn man es etwa mit einer Pincette festhielt, sich mit allen Tastern gegen diese stemn\te, und mit den Schwimmstticken gewaltig arbeitete. Das Volumen der ausgetretenen Luftblasen übertraf oft das des ganzen Luftsackes , so dass in ihm also die Luft in einer beträchtlichen Spannung enthalten sein musste. Gleich nach dem Austritte der Luft erschien der Luftsack etwas weniger gefüllt, wurde aber in kürzester Zeit wieder ganz straff; es musste also in ihm eine recht inten- sive Luftabsonderung stattfinden. Am unverletzten Thier konnten wir das Loch, durch welches die Luft austiat, nicht beobachten; wir beraubten deshalb den oberen Theil des Stammes seiner Schwimmstücke, schnitten ihn ab, und brachten ihn unter das Simplex. (L 30.) Hier sahen wir nun an der bezeichneten Stelle eine Einziehung der ILiut (.r) , und nach einem geringen Druck auf den Luftsack an diesem Orte die Luft hervorkommen. — Bei keiner anderen Physophoride haben wir den Luftaustritt beobachten können. Huxley' sah jedoch den Luftaustritt bei Rhi- zophysa und Gegenbaur* beschreibt dort auf dem Gipfel der Luftblase eine von einem Sphincter umgebene Oeifnung. 15ei Physalia ist die Oeffnung im Luftsack leicht zu beobachten und seit Eschscholtz genauer bekannt^. Wenn man nun den Luftsack für einen sehr wirksa- men hydrostatischen Apparat ansehen niuss, wie es schon Peter Forskäl' that, und densel- ben in seiner Wirkung sicher der Schwimmblase der Fische parallel stellen darf, so kann es nicht Wunder nehmen, dass bei einigen der Luftsack sich seiner Luft entledigen kann, bei an- deren dies nicht möglich ist, und die Luft nur mehr oder weniger comprimirt wird, und bei wie- der andern ein Luftbehälter endlich ganz fehlt , da wir ja auch bei den Fischen in Hetreft' der •Schwimmblase einen ähnlichen Wechsel der Orsanisation finden. 4. 8cli>viuiiiistürke. Die Entwicklung der Schwimmstücke haben wir bei allen uns vorgekommenen Sijjho- nophoren studirt, also bei Diphyes, Hippopodius, Vogtia, Forskalia, Agalma, Apolcmia, Pliy- sophora, und haben sie stets überall dieselbe gefunden. Da jedoch, wie wir sehen, Claus"' für Forskalia und Piiysophora schon früher als w ir zu denselben Resultaten gekommen ist , fassen wir uns liier kurz. Retrachtet man den oberen Theil des Stammes einer Physophoride (I. l.) bei einer etwa isofachen Vergrösserung, so sieht man an der einen Seite desselben bald unter dem Luftsack leichte wellige Hervortreibungen , die nach unten an Grösse zunehmen. Dies sind die jüngsten 1) Oceanic Hydrozoa. 1S59. p. 7. Note. 2) Neue Beiträge a. a. O. ISIJO. p. 409. 3) Quatrefages beschreibt den Luftaustritt und das darauf folgende Wiederaufblähen des Sackes in seinem Mcm. siir Vorganisalion des Physiilies [Physalia) Ann. des Sc. nai. Zoo/. [J]. II. 1S54. p. I Ifi. 4) Forskai. Descriptiones Animaliiim qitae in itinere orientali observavif. ed. Niebuhr. Ilaiiniae 1775. i. p. 112, wo folgende Note zur Gattung Physophora sich findet: Situs animalis Injdrnstutieiis, siihlatas ptil- mone extra corpus ; adfnrmam macliinac quam Diabolum Cariesianuin appcllamux. 5) Claus a. a. O. p. :5(l(l. :ill7. Taf. ih. Fig. .'!. 5. 11. Taf. 2U. Fig. 12. /. Bau der Siphohophoren. '••> Zustände der Scliwiminstücke, die noch allein aus den beiden IJildungsliäuten bestehen', welche eine Aussackung der Leibeshöhle als centralen Hohlraum umscliliessen. Hei den etwas grösseren Knospen schlägt sicli der vordere Theil der inneren Haut in diesen centralen Hohlraum hinein, gedrängt von der äusseren Haut, die sich dort nacli innen knopffiirmig verdickt. (I. 2. 3.J So geht die Rückstülpung weiter, bis vom centralen llolilraum nur das Lumen der vier Kadiärka- näle und dos Kingkanals übrig bleibt. Im Innern der rückwärts verdickten äusseren llaut, im ,, Knospenkern" von Claus, entsteht nun von hinten her ein Hohlraum (I. 3. 4. HJ.), den Claus von einer Verflüssigung ableitet. Auf" diese Weise bildet sich die Höhle des Schwimm- sacks (I. .5.), welcher also innen von der äusseren Haut ausgekleidet wird, die man zuletzt nur noch als ein blosses Epithel wiederfindet. Die Muskulatur des Schwimmsacks entwickelt sich in der inneren Haut, welche aucli die Wände des Gcfässsystems bildet. Im folgenden Stadium der Entwicklung sehen wir, wie zwischen der äusseren Haut und der den Schwimmsack umgebenden inneren, die beide, wie man nach Zusatz von Essigsäure deutlicli sieht, aus runden Zellen bestehen, eine nach und nach dicker werdende Zwischensub- stanz auftritt, an welcher wir keine Structur wahrnehmen konnten (I. 6.). Hei noch älteren Schwimtnstücken , die schon ganz die fertige Form angenommen haben, seilen wir die äussere Haut zu einer blossen Lage abgeplatteter Zellen verändert, die sich bei dem fertigen Schwimm- stücke auch nicht mehr überall nachweisen lassen ; während die innere das Gefässsystem bil- dende Haut sich noch deutlich von der hyalinen Zwischensubstanz absetzt. IJei Agalma verdickt sich die äussere Haut jederseits vorn an der Oeffnung des Scliwimm- sacks und entwickelt in ihren Zellen einige Nesselkapseln , die jedf)ch beim fertigen Schwimm- stück nur selten noch existiren; und bei Forskalia tritt in den Zellen der äusseren Haut am unteren Theile der Oeffnung des Schwimmsacks gelbes Pigment auf. Hei den Hippopodien (I. 7. 9.), wo die Anordnung der Schwimmstücke am Stamm im Grunde dieselbe ist, wie bei den Physophoriden, finden sich deshalb auch am oberen Ende des Stammes stets viele junge Sehwimmstücke, an denen man die Entwicklung beobachten kann : und bei den Diphyiden die- nen dazu die Ersatzschwimmstücke (I, S.), welche man auch dort am obersten Ende des Stam- mes stets antrifft. 5. Deckstürke. Die Entwicklung der Deckstücke, die wir bei allen uns vorgekommenen Siphonophoren von Abyla bis Forskalia verfolgten , ist so sehr derjenigen der Schwimmstücke ähnlich, dass wir im Allgemeinen ganz darauf verweisen können. Zuerst besteht die .Knospe (I. 11. 12. 14. 15. 16.; allein aus den dicht aufeinanderliegenden liildungshäuten , später (I. lo. 17. IS.) lagert sicli Zwischensubstanz dazwischen , und die äussere Haut wird immer dünner , bis sie endlich zu einer einfachen Lage polyedrischer Epithelzellen wird, in denen sich bei Apolemia fl. Vi. nj runde Nesselkapseln eni wickeln, welche, wie Gcgcnbaur' zuerst erwähnt, die weissen Flecke 1) Gcgcnbaur. Beiträge a. a. ü. [j. .'i2U. Taf. 18. Fig 2. 6 Beohachtungen iiher die SlpJionophoren von Neapel und Messina. auf der Oberfläche zusammensetzen. Hei Agalma (I. 15.) liegen in der Spitze des Deckstückes, so lange dort die äussere Haut noch eine gewisse Dicke behält, eiförmige Nesselzellen, die beim fertigen Deckstück aber nur selten noch existiren. Das Gefässsystem des Deckstücks wird von der inneren Haut begrenzt, die beim fertigen Deckstück dann auch zu einer dünnen Zellenhaut geworden ist. Hei Apolemia uvaria (I. 13 m) entwickeln sich an der concaven Seite des Deck- stücks in der inneren Haut aiuli Muskeln, wodurch die 15ewegungen des Deckstückes ausgeführt werden, die Gegenbaur' schon erwähnt, und die niclit blos Hewegungen der Deekstücke zum Stamm sind, sondern auch im Zusammenkrümmen der Deckstücke selbst bestehen. 0. Poljpi'ii. Wie bekannt, unterscheidet man am Polypen drei Abtheilungen: Rüssel, Magen, Basalstück, wozu in einigen Gattungen noch ein Stiel kommt, der den Polypen am Stamm be- festigt. Die Zwischensubstanz tritt hier nirgends in einer bemerkenswertJien Weise auf, und es ist das verschiedene Massenverhältniss der äusseren und inneren Haut, welches den Unterschied der drei Abtheilungen bildet. — Am Hasaltheil (I. 20. 21 B) bildet die äussere Haut bei weitem den überwiegenden Theil der Wand, und in ihren Zellen sind hier stets eine bedeutende Menge grosser blasser Nesselkapseln eingelagert, welche auf einem niederen Zustande der Entwicklung stehen bleiben ; die innere Haut ist dagegen hier dünn , und in ihr befinden sich einige der be- kannten Hohlräume, deren Wände wir von drüsiger HeschafFenheit halten, und in denen bei jungen Exemplaren sich oft ein gelblicher Pfropf befindet. — An der Uebergangsstelle des Ha- saltheils zum Magen (I. 21 j}) verdickt sich die innere Haut plötzlich, so dass hier durch eine geringe Muskelaction ein vollständiger Abschluss erfolgen kann (pyloric vahe Huxley), und fast stets treten in dieser Gegend die reihenweis geordneten , pigmentirten Zellen auf, welche man für Leberorgane zu halten pflegt. Die Wanddicke des Magens (I. 21 M) ist gegen .die des Ha- saltheils gering, und die äussere Haut bildet hin' nur einen dünnen Ueberzug, während die in- nere dicker ist, und eine grosse Menge jener drüsigen Hohlräume enthält. Wenn der Küsse] (I. 21 R) nicht ausgebreitet ist, überwiegt in seiner Wand die innere Haut bedeutend, und die äussere bildet wie am klagen nur einen dünnen Ueberzug. Nach Zusatz von Essigsäure wird die Muskulatur in der inneren Haut sehr deutlich , und man sieht zu aussen eine I^ängsmuskellage, zu innen die Ringmuskeln. Was nun die Entwicklung betrifft, so ist zu bemerken, dass von den jüngsten Knospen (I. 10) der ]5asaltlieil mit seinen dicken Wänden bei weitem überwiegt, seine Spitze dann zum Magen auswäclist (I. 20) und dessen vorderer Theil wieder zum Rüssel. Die Taster gleichen so sehr den Polypen, dass wir im Allgemeinen ganz auf das dar- über Gesagte verweisen' kcinnen (L 22. 23). Auch an ihnen kann man, allerdings in einem sehr viel geringeren Grade, die drei Abtheilungen unterscheiden, obvvohl dieselben auch bei A])olcmia uvaria, wie schon Leuckart^ bemerkt, überaus deutlich sind. 1) Gegenbaur a. a. O. ibid. 2) .Vichiv für IS"aUirgeschichte a. a. O. p. 317. Taf. 12. Fig. IM. /. Bau der SIphonophoren. 7 3. Fallgraden. Der Fangfailen wächst an der Grenze des Stiels und Hasaltheils des Polypen hervor, und aus ihm sprossen in hestiinmten Zwischenräumen die Nesselknöpfe an oft langen Stielen, welche man dann als secundäro Fangfäden zu bezeichnen pflegt. Am Grunde des Fangfaden* findet man stets, wie bereits Leuckart' angegeben hat, leine Menge junger Nesselknöpfe auf allen Stadien der Entwicklung, so dass man leicht hinreichendes Material für die Verfolgung derselben sich verschaffen kann. Leuckart = beobachtete sehr richtig, dass, nachdem die Ilervortreibung der Fangfa- denwand (II. 1.) eine gewisse Grösse erreicht hat, sich dieselbe durch eine ringförmige Ein- schnürung in zwei Abschnitte sondert (II. 2.); der vordere derselben wird zum Endfaden, wäh- rend der hintere grössere zum eigentlichen Nesselstrang sich umbildet. -Die äussere Haut verdickt sich nur an einer Seite der ganzen Länge der Knospe, so dass die von der inneren Haut umschlossene Fortsetzung der Leibeshöhle , die wir kurz Centralkanal nennen, excentrisch zu liegen kommt. Die äussere und innere Haut besteht aus runden Zellen (bei Hippopodius 0,007 — 0,011 ■°"" gross), die nach aussen und nach dem Centralkanal zu mit Cilien besetzt sind*. In dem verdickten Tlieile der äusseren Haut entwickeln sich die Nesselkapseln (II. 3.), während aus der inneren Haut das System der elastischen l^änder des Nesselstrangcs und die Muskulatur des Enilfadens wird. Die Zwischensubstanz ist nicht von besonderer Hedcutung; sie wird weiter unten in ihrem einzelnen Vorkommen angeführt werden. Die Spiraldrehung des Nesselstranges und Endfadens entsteht durch die einseitige Verdickung und das dort stattfindende schnellere Wachsthum der äusseren Wand der Knospe, sodass die dort entstehenden Nesselkapseln also die äussere Seite der Spirale einnehmen. Die Richtung der Spirale ist an allen von uns beobachteten Siphonoplioren dieselbe, und zwar links '' (also eine rechte Schraube der Technik), welche Drehung ja auch bei den Schnecken uud Pflanzen die gewöhnliche ist. 1) Zoolog. Untersuchungen a. a. O. p. 25. 2) ibid. p. 24. 3) cfr. Le uckart a. a. O. 1) Ueber die Frage, welche Richtung der Spirale man rechts, welclie links nennen sollte, bemerken wir nur, dassLinne die rechte Schraube der Technik auch rechts nannte, während de CandoUe und alle neueren Botaniker die Kichtung derselben grade links nennen, und verweisen auf die Discussion derselben von Job. Ren. Listing, i« dessen Vorstudien zur 'l'opologie in den üöttinger Studien 1S47. Abth. I. S. p. 842— s50, wo derselbe vorschlägt, um Verwechslungen zu vermeiden, die A\' orte dexiotrop und laeo- trop für rechts und links zu gebrauchen, wonach also die rechte Schraube der Technik eine laeotrope Spirale darstellte; als Gediichtnisshülfe giebt er an, dass die Kichtung einer dexiotropen Spirale durch eine Keihe äSÖSS. die einer laeotropen durch eine Keihe W.U vorgestellt wird. Claus a. a. O. p. 313 und 317 giebt die Kichtung der "Windungen des Nesselstranges von Physophora hydrostatica und von Agalma Sarsii als rechts an, wobei wir also wohl voraussetzen dürfen, dass hier die Kichtung der rechten Schraube der Technik gemeint ist. C. Nägeli, Kechts und Links in seinen Beiträgen zur wissenschaftlichen Botanik, Heft II. Leipzig IsBü. S. p. 53— ."is, ver- grössert leider die herrschende Verwirrung in dieser Xomenklatur noch mehr. Indem er Listing's Darstellung ganz übersehen hat, schlägt er den Botanikern vor die Nomenklatur der Technik wieder anzunehmen und vorläufig statt einer rechten und linken Spirale die Namen südöstliche und süd wes tl i ch e Spirale zu gelirauchen. (Nach mündlichen Mittheilungen ist Prof. Listing jetzt geneigt, in der Bezeichnung der Kichtung der Spiralen die Beziehung auf rechts und links ganz zu vermeiden und nach .\nalogie der chemischen Nomcnclatur Delta- und Lamdaspirale n zu unterscheiden.) • ••- 8 Beohachtungen über die Sipkonophore/i von Neapel und Mcssina. Fovskalia '. Nachdem die eben als allen Gattungen gemeinsam beschriebenen Stadien durchlaufen sind, und die Nesselzellen sich zu bilden beginnen, fängt die spiralige Einrollung an, undzwar von der Grenze des Nesselstranges und Endfadens aus (II. 5.), so dass der proximale Theil des Nesselstranges und der distale' des Endfadens der zuletzt eingerollte ist. Schon früh sieht man an der Seite der Knos])e, wo der Centralkanal verläuft, in der inneren Haut verschie- dene liakenförmige Contouren, als Andeutungen der dort entstehenden elastischen Händer, deren genauere histologische Entwicklung weiter zu verfolgen uns jedoch nicht gelang. Nachdem nun die spiralige Einrollung vollendet ist, bildet sich zuletzt noch das Pigment des Nesselstranges als zwischen den Nesselkapseln liegende Körnchen. Die Structur des fertigen Nesselknopfes erkennt man am besten, wenn man ihn unter dem Simplex mit Nadeln entrollt \ind ihn dann bei stärkerer Vergrösserung betrachtet. Man sieht dann am etwas verdickten Stielende die elastischen Händer beginnen, vier an der Zahl zu zwei und zwei zusammenliegend. Sie bestellen aus einem 0,018""" feinen hin und her gelegten Faden, -und verlaufen an der Siiindelseite des Nesselstranges, von dem sie sich leicht trennen lassen, bis zum Endfaden, wo sie in die kräftige Muskulatur desselben übergehen. Wenn sich der Nesselknopf entladet (II. 11; III. 6. 16; IV. 11), was am leichtesten durch einen Zug am Endfaden geschieht, so löst sich, wie dies Verhalten bereits von Leuckart' sehr richtig geschildert ist, der Nesselstrang von oben herab von den elastischen Bändern los, die allein den zusammenhängenden Nesselstrang und Endfaden mit dem Thiere in Verbindung halten, und indem sich nun die elastischen Känder zu ihrer überraschenden Länge entrollen, verwickelt sich die Heute um so leichter in sie, und erfährt zuletzt die Wirkung der Nesselbat- terien des am Ende derselben hängenden Nesselstranges und Endfadens. Agalma rubrum. Die Nesselknöpfe haben genau die Entwicklung und den Hau, wie er eben bei Forskalia angegeben ist (II. 5.) , nur dass die elastischen Bänder nicht von so einfacher I5eschaffenheit wie da sind. Wenn wir im Allgemeinen mit der von Claus^ gegebenen Beschreibung übereinstimmen, so können wir ihm jedoch nicht zugeben, dass die hakenfcirmig erseheinenden Einlagerungen der elastischen Händer (III. IS.) wirklich nur solche Einlagerun- gen wären, sondern müssen Leuckart''' anhängen, welcher dieselben für das Hild eines in scharfen Windungen gelegten Fadens hält: da es uns fast stets gelang, unter dem Simplex eine lange Reihe zu einem Spiralfaden zusammenhängender Haken zu isoliren (III. 19 a) , die dann allerdings meistens schnell in kleine Stückchen zerbrachen (III. 19 ij. In Kali lösen sich diese Haken sofort. 1) cfr. Claus a. a. ü. p. .-n-l. :ilö. Taf. 27. Fig. 2!l. 2) Die Bezeichnungen proximal und distal für die dem Stamm näheren oder entfernteren Thuile sind von Huxlex Ocean. Hydrozoa etc. p. b. eingeführt. :i) Arrfiiv f. Naturgesch. a. a. O. p. 207. 2(iS. 4)'a. a. O. p. 310. h) Archiv f. Naturgesch. p. 320. Früher hielt Leu ckart diese Einlagerungen auch für einzelne Stäb- chen. Zo.oli Untersuch, a. a. 0. p. 23, ebenso wie C. Vogt snr /es 'Siphunophnres de la mer de Nice. Mcmoir. de l'Inst. Genev.I. 1853. Geiih-e 1S54. p. 72. 73. l'l. II. Fig. 12. 1.3. .« • /. Bau der Siplionophorvn. 9 Bei einer jungen Form von Agalma rubrum, die wir in Messina in zwei Exemplaren beobachteten, kamen zwei Formen von Nesselknöpfeu vor, die gewöhnlichen von A. rubrum an den zwei bis drei obersten Polypen, und eine andere abweichende Form (II. 13. 14.) an den zwei untersten (ältesten) Polypen. Unten wird von diesem Jugendzustande des A. rubrum, in wel- chem wir das Agalma minimum von Griiffe' wieder zuerkennen glauben, weiter die Rede sein. Die Nesselknöpfe des ältesten Polypen sind 1,33""" lange, in der Glitte 0,53 breite spin- delförmige Körper, die eine aus 0,11"'™ grossen Zellen bestehende dicke Wand, und einen inne- ren Hohlraum haben. Am unteren Theile des Nesselknopfes trägt jede dieser Zellen einen kleinen Schopf Cilien (II. 16 ). Unten in dem inneren Hohlräume liegt ein 0,62"'"' langer, intensiv rother Nesselstrang, dessen kleine Nesselkapseln 0,033™"', dessen grosse 0,067'"'" lang sind. Vom Stiel her verläuft im Hohlräume bis zum unteren Ende des Nesselstranges das elastische Band, und auf der Rückseite sieht man der ganzen Länge des Nesselknopfes nach in dessen grosszelliger Wand einen Zug feiner Fasern hinziehen. Das elastische Band ist an seinem oberen Ende sehr fein und vielfach hin und her gewunden, erhält aber im unteren Theile des Nesselknopfes eine Breite von 0,06'°"'. Nach Essigsäurebehandlung scheint es aus sehr feinen Längsfasern zu beste- hen, die nach G raffe tauartig zusanimengewunden sein, und an ihrem Ende je eine Nessel- kapsel tragen sollen-). Unten wird der spindelförmige Nessel.strang von einer 0,16""" langen Eichel geschlossen, und an deren Spitze kommt endlich ein langer 0,004""" feiner F'aden hervor' der dem Endfaden entspricht. Die Eichel besteht aus fünf bis sechs übereinanderliegenden con- centrischen Zellenabtheiluugen und hat in ihrer Haut kleine Nesselkajjseln, 0,019""" lang, und ausserdem darauf kurze steife Borsten. Wenn sich der Nesselstrang entrollt, so tritt er vorn aus der zelligen Hülle liervor, und hängt mitsammt der Eichel am lang ausgezogenen elastischen Bande. An einem anderen Tage fingen wir eine nur 2,5"'"' grosse Siphonophore, welche erst einen Polypen hatte, an dem die eben beschriebenen Nesselknöpfe in allen Zuständen der Ent- wicklung sprossten , so dass wir das oben angegebene Schema der Entwicklung auch bei diesen so abweichend gebildeten F'ormen der Nesselknöpfe bestätigt fanden. Ein Blick auf die Abbil- dungen (IL 12. 13.) erspart uns die weitläufige Beschreibung. Das elastische Band ist nichts anderes als der obliterirte Centralkanal, und die zellige Hülle wächst als eine Bildung der äusse- ren Haut von der Seite her um den kurzen Nesselsirang herum , und behält auf der vorderen Seite eine Oeffnung oder doch eine schwächste Stelle für den Austritt desselben. Agalmt^Sarsii. Hier sind die Nesselknöpfe ein bei weitem zusammengesetzterer Apparat. Entrollt man ihn unter dem Simplex, so findet man folgende Theile daran zu unter- -scheiden (IL 11.): den Mantel;«, die spindelförmige Röhre «, den Nesselstrang ?e, und die zu- gehörigen elastischen Bänder h , endlich die Endblase e , und die zwei Endlappen e". — An der ■ - 1) Ed. Gräffe. Beobachtungen über ]{adiaten und Würmer in Nizza (aus dem XVII. Bd. der Denk- fclirit'ten der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft). Zürich 1S5S. -1. p. 14—20. Taf. 2. 'S. 2) a. a. O. p. 17. IS. Taf. ;j. Fig. 1. 5. Kcfcrstein u. Ehlers, Zool. Hi-itragc. 9 10 'BeohucJdutiyen über die SipItoHnpIiuren con Neapel and Mc6.sina. Knospe (II. 6.) thcilt sich der erst einfache Endfatlen mit seinem Centralkanal (IL 7.) in drei Theile, die beiden Endlappen und zwischen ihnen die Endblase. Nachdem nun die spiralige Einrollung geschehen ist, bildet sich vom untersten Stielende her als ein Auswuchs der äusseren Haut der glockenförmige Mantel (II. 8.)', der allniählig den ganzen Nesselstrang, dessen Spi- ralwindungen ihre Regelmässigkeit verlieren, umwächst (II. 9.), bis nur der Endfaden noch hervorragt (II. 10.). Der Centralkanal des Nesselstranges bleibt hier bestehen als die spindelar- tige Röhre, welche von den Windungen des Stranges umgeben wird, so dass aus der inneren Haut die elastischen Händer und die spindelartige Röhre entstehen. Schon am unverletzten Nesselknopfe sieht man am unteren Ende die spindelartige Röhre durchscheinen, und sieht, wie sie sich in den Endfaden fortsetzt, und wie ihr unteres Ende durch Querscheidewände abgetheilt ist; um ihren ganzen Verlauf aber zu sehen, muss man den Nesselknopf entwickeln, und be- merkt dann , dass sie viel kürzer als der Nesselstrang ist, und wie eine Spindel in dessen Win- dungen liegt. ])ie beiden elastischen Bänder sind von sehr complicirtem Bau (III. 17.). Die Haupt- masse des Bandes, an dem man vier Abtheilungen {A, B, C, D) unterscheiden kann, besteht aus einem 0,003"-'" feinen Faden, der in mannigfachen Schlingungen zusammengelegt ist. In der ersten, am Stiel befestigten Abtheilung {A) wird so ein 0,06'"°' breiter Strang gebildet, in der zweiten (B) hat dieser sich auf 0,011 — 0,022'"'° verdünnt, aber eine diike Hülle bekommen, mit welcher zusammen er 0,05""" breit ist; in der dritten Abtheilung (C) verdünnt sich die Hülle wieder und der Strang wird 0,03'""' dick, enthält jedoch ausser jenem gewundenen Faden noch eine Reihe hakenfiinniger Körper; in der vierten (/)) endlich kommt noch eine andere Reihe solcher Haken hinzu, und die Hülle, mit welcher der Strang jetzt 0,06""" dick ist, ist zu einem um (las innere Band gewundenen Faden von 0,007""" Dicke geworden. Ob jene hakenförmigen Einlagerungen nun auch hier nur der Ausdruck eines hin und her gebogenen Fadens sind, wie Leuckart anniniuit, oilei wahre Haken, wie Claus will, wagen wir nicht zu entscheiden. Der glockenförmige .Mantel besteht aus einer Lage 0,04 — 0,07""'" grossen polyedrischen Zellen mit 0,U04""" grossen und runden Kernen; bei jungen Nesselknöpfen sind sie dicht mit Cilien besetzt. Die Endblase besteht aus beiden Bildungshäuten, und ist sehr contractu; zieht sie sich zusammen, so dehnen sich, wie bekannt, die Endlappen gewaltig in die Länge, bis sie vier- oder fünfmal die Länge des Mantels übertreiFen. So können die Endlappen zu 0,05""° dicken Röhren werden, und man sieht dann tieutlich, wie in ihrer Wand in sechs Längsreihen nesselkapselar- tige 0,01S'"'" grosse Körper eingelagert sind, an deren jedem eine kurze Borste entspringt. Physophora Philippii. Der Bau der Nesselknöpfe ist vielleicht noch complicirter als bei Agalma Sarsii : auch hier ist der Endfaden kurz und zweilappig, meist aber beim fertigen Nesselknopfe nicht mehr zu finden, und auch hier wird der Nesselstrang von einem Mantel (m), einer Bildung der äusseren Haut, eingehüllt. Doch kommt hier noch eine andere Hülle (li) J) Cfr. Leuckart. .\vcliiv f. KaUirijescli. a. a. O. p 3:)i;. Taf. 12. Fig. 27. und Claus a.a.O. p.313. /. Bau der Siphonophoren. ' 11 hinzu, welche wieder von diT Seite her den Mantel umwächst, und aus beiden Bildungshäuten, zum grössten Theil aber von der Zwischensubstanz zusammengesetzt wird. Nachdem die ersten Stadien i,IV. 1.) auf bekannte Weise verlaufen sind, treibt sich das untere Ende des Stiels durch Ausdehnung des Centralkanals auf (IV. 2.) und es bildet sich dort zwischen der äusseren und inneren Haut Zwiscliensubstanz (c). Der Nesselstrang rollt sich nun von seinem ])roximalen Theile her spiralig auf, und wie bei Agalma Sarsii wächst über den eingerollten Theil, vom Stiel her, der ^lantel (IV. 3. 4. 5.J. Hat der Strang etwa acht Windungen gemacht und sie vom Mantel umhüllt, so dass nur noch der herzförmige Endfaden daraus hervorragt (IV. 6.), so be- ginnt das aufgetriebene Stielende gewaltig zu wachsen , und wächst an einer Seite ganz am Mantel hinunter (IV. 7. 8.). Zu gleicher Zeit hebt sich der distale Theil des Nesselst;ranges nach oben, so dass der Endfaden am oberen Theil des Nesselknopfes hervorkommt, und der pro- ximale Theil desselben nun am untern des Nesselknopfes liegt. IJer Centralkanal der nun am Mantel entlang laufenden Sticiauftreibung obliterirt nach und nach, und die Zwischensubstanz mit der äusseren Haut wächst von beiden Seiten her um den Mantel des Nesselknopfes herum, und bildet so eine feste dicke Hülle um denselben bis auf die Gegend, in welcher der zweilap- pige Endfaden hervorragt, wo diese Hülle entweder eine Oeftnung oder doch ihren schwächsten Theil hat. Am fertigen Nesselknopf (IV. 9. 10.) ist der Endfaden meistens nicht mehr vorhan- den, und der früher so regelmässig gewundene Nesselstrang hat diese Rcgelinässigkeit verloren. Die Form des fertigen Nesselknopfes ist nun eiförmig mit der Spitze nach unten, oben jederseits mit einer lappenförmigen Fortsetzung der Hülle. Unter dem Simplex ist es leicht, von der Hülle, die also zum grössten Theil aus der hyalinen Zwischensubstanz besteht, in grossen Fetzen die äussere Haut abzuziehen ; in ihr liegen besonders in der Spitze imd den beiden Seitenlappen eine Menge schleifsteinförmiger, 0,015"'"" grosser, gelber Körper, welche dem Nesselknopf seine gelbe Farbe geben. Entwickelt man den Nesselkno])f unter dem Simplex (IV. 11.), so sieht man, wie an der Stelle des Endfadens sich der Nesselstrang hervorschiebt, und wie ihn zwei elastische Bänder begleiten, welche am Endfaden sich zu einer Schlinge verbinden, und mit dem Nesselstrang ihrer ganzen Länge nach durch eine Art von zartem Mesenterium zusammenhängen, das aus 0,07""' langen Zellen mit 0,0 I.t""" grossen Kernen besteht und wohl nichts anderes als eine Umbildung der dortigen äusseren Haut ist. Jedes elastische Band ist 0,056""" breit und besteht aus einem 0,0 IS"""' breiten hin und her gelegten Faden, in einer feinkörnigen Grundsubstanz (III. 20.). Wenn der Nesselstrang ausgestülpt ist, so sieht man den Mantel zusammengefallen in der Hülle liegen. Abyla. Diphyes. Praya. Wenn sich der Endfaden aufgerollt hat, bleibt der Nes- selstrang selbst gestreckt (III. 2. 3.) und erhält auch im fertigen Nesselknopfe nur eine leichte Krümmung (III. 4. 5. 7. S. 10.). Der Centralkanal neben dem Nesselstrang weitet sich blasen- artig auf, und macht im Stielende verschiedene Windungen und Schlingen (III. 3. 5. 8 w), welche am fertigen Nesselknopfe nicht mehr deutlich sind, sondern nur als eine quere Faserung des Stielendes bestehen bleiben (III. 4. 1 .). Aus dieser r'a«erung entsteht in jener blasenartigen 9» 12 Beobachtungen über die .Slphonophoren vo?i Neapel und Messina Auftreibung des Centvalkaiials (in der inneren Haut) joderseits ein geschlängelter elastischer Faden, der unten in die Muskulatur des Endfadens übergeht. Der Nutzen dieser elastischen Hünder ist ganz derselbe, wie oben bei Forskalia angegeben, wie man leicht sieht, wenn man unter dem Simplex den Nesselknopf entwickelt (III. 6.). Hippopodius. Vogtia. Im Allgemeinen ist die Beschaffenheit der Nesselknöpfe {III. 11. 12. 13. 14.) wie bei Diphyes, nur biegt sich der Nesselstrang iiförmig (III. 15.), so dass der Endfaden oben am Nesselknopf hervortritt. Deshalb mangelt hier auch die blasenartige Erweiterung des Centralkanals , und die beiden elastischen Bänder, welche aus den Kanalwin- dungen im Stielende entspringen, liegen in unregelmässigen Schlingungen in der kurzen Strecke vom Stiel bis zum Endfaden. Die Nesselkapseln von Vogtia sind bekanntlich intensiv gelb, und es ist zu bemerken, dass diese Farbe von einer gelben Flüssigkeit herrührt, die in dem Räume enthalten ist, welche der iiförmig gekrümmte Nesselstrang einschliesst , und in der auch die Gruppe seiner grossen Nesselkapseln liegt. Rhizophysa filiformis. Eine ganz eigenthümliche Bildung sind die Fangfäden dieser auch sonst so merkwürdigen Siphonophore. Wir verdanken Gegenbaur ' eine sehr ge- naue Beschreibung derselben. Dieser vorzügliche Beobachter unterscheidet an den Fangfäden drei Formen von Nesselkapseln, von denen uns an unserm sehr jungen Exemplare nur die erste (II. 21.) und dritte (II. 23.) zu Gesicht gekommen sind. Der Entwicklüngsmodus ist jedoch für diese so seifsamen Formen genau derselbe wie bei den schon beschriebenen Nesselknöpfen , wie das sogleich ein Blick auf die Abbildungen (II. 18. 19. 20. 22.) zeigt. Die Nesselkapseln entstehen allein in der äusseren Haut,, während in der ersten Form aus der inneren Haut die zelligen Abtheilungen werden , in der dritten Form dann das Lumen des Centralkanals ganz durch Zellenwucherung obliterirt, und nur im Schna- bel, welcher dem Endfaden entspricht, zellige Abtheilungen, wie in der ersten Form vorkommen. Aussen am Nesselknopf der dritten Form um den Schnabel herum sitzen die cigenthümlichen, spindelförmigen Körper (II. 24), 0,056""" lang, in ihrer Mitte mit einem Inhalte von dunklen, eckigen Körnern, die sich in Essigsäure nicht verändern; im Innern unter den Nesselkapseln liegen eine Menge nadel- oder stabförmiger Gebilde (IL 25.), 0,03 — 0,04™" lang, die fast wie Krystalle aussehen, mit Essigsäure aber sofort aufquellen und ihre Starrheit verlieren. Gegen- baur besclireibt am untern Theile des Schnabels Längsmuskeln, durch welche sich derselbe bewegen konnte; unser Exemplar war wohl noch zu jung, als dass diese Fasern entwickelt ge- wesen wären. Die zweite Form Gegen baur's haben wir nicht beobachtet, aber wir möchten uns der Meinung von Sars^ anschliessen, der zuerstauf den Haufen Nesselkapseln bei .r (IL 21.) in der I] Gegenbaur. Beiträge zur näheren Kenntniss der Siphonoph. Zeitschrift f. wiss. Zoolog. IV. IsSy. p. 32S. 329. Taf. is. Fig. 7-!l. — 3) Sars Bidrag til kundsJcahen ni» Middelhaveds Littoral-Fainia in Xi/f Magazin fnr Natiirvidenska- berne. Christiania. Bd. X. IS.t7. Hft. 1. p. In. /. Bau der Siphonophoren. \'^ ersten Form aufniorksam machte, und vpimuthet, dass dort ein neuer Arm hervorsprossen und sA durch fortgesetzte Hifurcation aus iler ersten Form die zweite entstände. Die erste Form ist die bei weitem liiiufigste, und es mochte bei unserem Exemplare wohl so wie beim Gegenbaur'schen sein, wo auf zehn Nesselknöpfe der ersten Form nur einer der dritten kam. Sars (a. a. O.) hat die dritte Form sogar gar nicht beobachten können. 8. Tastfiideii. An der Stelle, wo beim Polypen der Fangfaden hervorwäehst, sprosst am Taster der Tastfaden (I. 22. 23.), der sich vom Fangfaden in seinem Hau eigentlich nur dadurch unter- scheidet, dass sich an ihm kein Nesselstrang entwickelt, oder dass er ganz Endfaden ist. In der Knospe verdickt sich, ganz wie dort, die äussere Haut der einen Seite, wo sich dann die Nessel- kapseln bilden, und durch deren schnelleres Wachsthum die spiralige Einrollung beginnt, auch hier stets in der Richtung einer linken (laeotropenj Spirale. In der inneren Haut entwickeln sich viele Muskeln, denn der Tastfaden hat besonders die Eigenschaft, sich gewaltig zu verkür- zen und dann wieder zum feinsten Faden auszudehnen; der Centralkanal persistirt in der gan- zen Länge des Tastfadens. 9. Nesselkiipsfln. Lcydig' fand bei Hydra, dass die Nesselkapseln in Zellen ohne Betheiligung des Kerns entstehen; bei den Siphonophoren ist dies leicht zu bestätigen, besonders im jungen Nes- selstrang, und ebenfalls in der äusseren Haut des liasaltheiles der Polypen. In der IJildungszelle differenzirt sich eine rundliche, scheinbar structurlose Masse, von der sich bald eine Haut deut- lich absondert. Von einem Pol her bildet sich ein cylindrischer Hohlraum durch etwa zwei Drittel der Länge der Nesselkapsel, und erhält eine besondere Haut: das ist der spätere Stiel des Nesselfadens ; während im übrigen noch soliden Theil der Nesselfaden selbst sich differen- zirt. An der jungen Kapsel, und oft auch noch an der ganz reifen sieht man die IJildungszelle mit ihrem Kern anhängen. Wie auch Claus^ bemerkt, springen alle gnisseren birnförmigen und länglichen Nes- selkapseln mit einem eignen, kleinen Deckel auf, und aus der Oeffnung stülpt sich der hohle Stiel des Nesselfadens heraus, der an seiner inneren Fläche Haare ocU'r liorsten trägt, die also nach der Umstülpung an der Aussenfläche liegen: durch diesen hohlen Stiel wird der Nessel- faden selbst hervßrgeworfen. 10. Gesclileclitsstiicke. Wenn man es als ausgemacht ansehen kann , dass die Geschlechtsstücke der Siphono- phoren in allen Beziehungen der Medusengeneration der Hydroidpolypen morphologisch analog 1) Leydia:. Einige Bemerk, übet den Bau der Hydren in Müller's Arcliiv f. Anal. u. Physiol. 1^-Jl. ]). 275. Taf. II). Fig. 4. "-') Clans a. a. O. p. :(I7. Note. 14 Beobachtungen über die Siphonophoren von Neapel und 3Iessina. sind, so (lüifi'ii wir hier wohl die Entwicklung einer Meduse aus einer'Knospe vorausschicken, welche das Verständniss der Entwicklung unserer Geschlechtsstücke leichter machen wird, ob- wohl wir unsere weiteren Beobachtungen über die Medusen für eine andere Arbeil aufsparen. In Messina fingen wir zwei Exemplare der von Gegenbaur' zuerst beschriebenen Gytaeis pusilla, an deren Magen vier oder fünf Junge hervorknospten. Wie aus den Abbildungen (I. 24. 25.) klar wird, verfolgten wir fast alle Stadien, die oben bei der Entwicklung der Schwinim- stücke angegeben sind. Die beiden Bildungshäute waren an der Knos])e wie am Magen der f gytaeis deutlich, das Kanalsystem entstand' auf dieselbe Weise, ebenso wie der Knospenkeni durch eine Rückwärtswucherung der äusseren Haut (I. 24.). Im Knospenkern bildete sich, wie dort, der Hohlraum des Schwimmsackes, und seine üeberbleibsel wurden zum Epithel desselben. Dann aber erhoben sich im Grunde des Schwimmsackes 'die beiden Hildungsliäute (I. 25.) zu einer neuen Knospe, die endlich ihre Spitze öffnen und zum Magen der jungen jNIedusa werden wird; leider beobachteten wir dies letzte Stadium nicht, jedoch ist es, ganz wie wir angegeben, von W. Busch- von den Knospen der Sarsia prolifera P'orb. dargestellt. Bei den Siphonophoren nun, deren Geschlechtsstücke eine ausgebildete Form erhalten und nach ihrer Reife frei umherschwimmen können , also bei den Calycophoriden und bei den männlichen Geschlechtsstücken der meisten Physophoriden , geht die Entw'icklung ebenso vor sich, wie es von der Medusensprosse angegeben ist (I. 26. 27.). Die Schwimmglocke, deren Hauptmasse die structurlose Zwischensubstanz bildet, enthält dasselbe Kanalsystem, und in der äusseren Haut des klöppelartig in den Schwinimsack hineinragenden Magens, der sich jedoch nur bei Velella^ an seiner Spitze wirklich öffnet, bilden sich die Geschlechtsproducte. — Wenn dies der höchste Zustand der Entwicklung ist, so beobachtet man den niedrigsten an den trau- benförmig zusammensitzenden weihlichen Geschlechtsstücken der Physophoriden (IV. 12. 13.). Denn hier bildet sich das einzige Ei jedes Geschlechtsstückes im Knospenkern und wird von der enganliegenden Glocke mit dem verschiedenartig ausgebildeten Kanalsystem dicht umgeben, II. Die beobachteten Arten. A. Farn. (Jaljcophoridae Leuckart. 1. Ab) la pentagona (Qiioy et Gaiin.) Escliscli. Calpe pentagona. Quoy et Gaimard. Annal. d. scienc. natur. X. 1827. p. II — 13. PI. 2. A. Fig. 1-7. Diphyes Calpe. Quoy et Gaimard. Voyage de l'Astrolabe. Zoolog. IV. Paris 1S33. 8. p. 89. 90. Atlas. Zoolog. Zoophytes. PI. IV. 7—11. '•■"- 1) Gegenbaur. Versuch eines Systems der Medusen u. s. w. Ztschr. f. wiss. Zool. VIII. Isjo. p. 227—229. Taf. 8.- Fig. 8. 2) W. Busch. Beobachtungen über die Anatomie und Entwicklung einiger wirbelloser .Seethiere. Berlin i^öl. 4. p. 4. Taf. 1. Fig. 2. a. 4. h. 3) Nach Gegenbau r's Beobachtungen a. e. a. O. p. 2:il— 2.'iti. Taf. 7. Fig. K). 11. unter dem Namen Chrysomitra striata Gg. //. Die heohachtetftn Arten. ' 1 ö üiphya tetragona. O. G. Costa. Fauna del Regno di Niipoli. Medusari Napoli. 4. Hogcii vom 1 Giugno 1S40. Tav. III. bis. Abyla pentagona. Leuckart. Zoolog. Untersuchungen I. 1S53. p. 56 — (31. Taf. 3. 1 — U. und Siphonophoren von Nizza a. a. O. 1S54. p. 25S — 273. Taf. 11. 1 — 10. Abyla trigona. C.Vogt. Siphonophores de Nice a. a. O. 1853. p. 121 — 120. Tab. 20. 4 — 7. Tab. 21. 3 — 6. 10 — 13. Abyla pentagona. Kölliker. Schwimmpolypen von ^lessina. 1853. p. 41 — 46. Taf. 10. Abyla pentagona. Gegenbaur. Neue Beiträge zur Kenntniss der Siphonophoren, in Nova Acta Acad. Leopold. Carol. Nat. Cur. Vol. 27. 186Ü. p. 349—356. Taf. 28. Fig. 17—19. Die Nesselknfipfe (III. 5. 6.) sind gelb, 0,55"'° lang; die kleinen Nesselkapseln des Nesselstranges 0,04""", die grossen 0, U"""; die birnfönnigen an der Spitze 0,026'""', die birnför- migen des Endfadens 0,018""". Auf die Geschlechtsverhältnisse und die Eudoxienbrut gehen wir nicht ein, da wir nur bestätigen könnten, was Leuckart und Gegenbaur über A. pentagona und Gegenbaur' über A. trigona angeben. Sehr häufig bei Neapel und Messina. 3. Diph) es. Sieboldii Kölliker. ? Diphya bipartita. O.G.Costa. Fauna del Ilegno di Napoli. Medusari Napoli. 4. Bogen vom 1 Giugno 1S40. p. 4 — 10. Tav. IV. Diphyes Sieboldü Kölliker. Schwimmpolypen von Messina. 1853. p. 36— 41. Taf 11. 1 — 8. Diphyes gracilis. Gegenbaur. Beiträge a. a. 0. 1853. p. 309 — 315. Taf. 16. 5 — 7, der Name ist von Gegenbaur (a. a. O. p. 449.) eingezogen. Kölliker beschreibt am hinteren Sclnvimmstück einen Kanal, durch welchen der Körperstamm hindurchtritt, während Gegenbaur statt des Kanales eine blosse Rinne angiebt: wir haben an dieser in ^Nlessina so ausserordentlich häufigen Siphonophore beide Vorkommnisse beobachtet, während wir sonst keine Unterschiede bemerken konnten. Der Gefässverlauf der Schwinmisäcke war derselbe, die Kanten des hinteren Schwimmstückes waren in beiden Fällen fein gezackt, und von den hinteren Spitzen des hinteren Schwinnnstückes war die rechte stets länger als die linke. Die gelben Nesselknöpfe (III. 1. 2. 3.) sind 0,22'"'" lang, im Nesselstrang sind die birnförmigen der unteren Spitze des Knopfes 0,018'"'" und die des Endfadens 0,01'°'". Sehr häufig in Messina. Mit dieser Art ist nahe verwandt die Diphyes acuminata Leuckart von Nizza, obwohl sie uns nach der Leuckart'schen Abbildung davon verschieden zu sein scheint. Eben so scheint die Dyphyes elongata Hyndman (Note on iJte occurrrnce of the « 1) Ueber Abyla trigona und deren Eudo.\ieiibrut ; d. K. Leop. Carol. Akad. zur Jubelfi'ii;r d. Münchener Akademie. Jena Isjli. 1. mit i Tai"., und in seinen Xeue Beiträge a. a. 0. 1S60. p. 337— :!:'.». Fig. \ — \l. 16 Beobachtungen über die Siphonophoren von ISeapel und Messiiia. Genus Diphya on the coast of Ireland. Ann. Mag. Nat. Hist. VII. 1S4I. /». 16! — 166. c. fig.) von der irischen Küste eine besondere Art, weil sie nach den Holz- schnitten (a. a. O. p. 166.) viel schlanker ist als die D. Sieboldii und au der Mündung jedes Schwimmsauks eine grosse vorspringende Zacke hat. 3. Dipliyes liirgida. Cärgfiibanr. Diphyes turgida. Gegen bau r. Ueber 1). turgida. . . in Zeitschr. f. Wissenschaft! . Zoolog. V. 1S54. p. 442— 44S, Taf. 23. Hier fehlt im vorderen Schwimmstücke der sonst so grosse Saftbehälter gänzlich, wo- durch diese Art leicht kenntlich ist. Das vordere Schwimmstück umfasst das hintere etwas, aber in der Mitte der Einsenkung am anderen erhebt sich ein Wulst, der wieder in eine Vertiefung des hinteren eingreift (V. 26 c), so dass das hintere gleichsam in zwei Falzen des vorderen befe- stigt ist. — Die gelben Nesselkniipfe (III. 9.) sind 0,2""" lang, die grossen Nesselkapseln des Stranges 0,04"™, die birnförmigen in der Spitze des Kopfes 0,015"'". Der 'Endfaden endet mit einer zelligen, mit. birnförmigen Nesselkapseln besetzten Hlase. Männliche und weibliche Geschlechtsstücke sind, wie auch Gegenbaur (a. a. ü. p. 445.) angiebt, am selben Stamme vereinigt; bei unserem E.xeniplare waren die vier oder fünf obersten Gruppen weiblich, die fünf untersten (ältesten) männlicli, welche Piemerkung vielleicht nicht unwichtig ist, da sie auf die verschiedenen Beobachtungen, ob die Stämme monocisch oder diöcisch sind, einiges Ijicht werfen kann. Nach Gegenbaur (a. a. O. p. 445. 446.) soll die Geschlechtsglocke dem Geschlechtszapfen unmittelbar anliegen; an unserem Exemplare lagen aber in den drei ältesten männlichen Geschlechtsstücken die Samenzapfen in sclion sehr wei- ten Glocken. Wir beobachteten diese Art, welche Gegenbaur wie Sars als ziemlich häufig bei Messina angeben, nur in einem Exemplare im April. 4. Diphyes conoidea sp. iiov. Diphyes conoidea. Keferstein und Ehlers. Nachricht, k. Soc. Göttingen 1S6Ü. p. 260. Schwimmstücke (V. 6.) schlank, das vordere spitz, im Ganzen von der Form der von D. Sieboldii; beide zusammen IS"'"' lang, wovon auf das vordere etwa 11'""', auf das hintere 7'"'" kommen. Am hinteren Schwimmstück befindet sich an der unteren Seite eine Rille, die nach hinten zu flacher wird und hinter der Mündung des Schwinunsacks in zwei etwa gleich lange Spitzen ausläuft. Der Fortsatz des vorderen Schwimmstückes, an welchem das hintere befestigt ist, ist solide und kurz, viel höher als lang. Das hintere Schwimmstück umfasst eine rundliche Vorwölbung (V. 7 x) jenes Fortsatzes. Der Saftbehälter des vorderen Schwimmstückes ist kurz, dünn gefässartig. Das Gefässsystem des vorderen Schwimmstückes besteht aus einem Me- diangefäss und zwei seitlichen schlingenförmigen , ihr Pol liegt dicht an der IMündung des Schwimmsacks im Ringgefäss; im hinteren Schwimmsack sind vier Radialgcfässe, deren Pol an der unteren Seite des Scheitels des Schwimmsackes liegt, und ein Ringgefäss. //. Die beobachteten Arten. 1 7 Die Deckstücke sind trichterförmig (tutenförmig) , zu etwas mehr als einer Windung zusammengerollt, ganz ähnlich wie bei D. Sieboldii. Die Nesselknöpfe (III. 10.), 0,29 — 0,:v"™lang, mit nur geringer Stielanschwellung. Im Nesselstrange sind die grossen Kapseln 0,063'"™, die kleinen 0,026"""; die birnförmigen Kapseln am Ende des Knopfes 0,019""", die birnförmigen des Endfadens 0,015'"'". Der Stamm unseres Exemplars war nur kurz , mit 4 — 9 Gruppen , welche säramtlich weibliche, aber alle noch junge Geschlechtsstüeke hatten, so dass man, wenn man an die bei D. turgida gemachte Beobachtung denkt, glauben möchte, die männlichen Gruppen seien schon abgelöst gewesen. Es wurde nur ein Exemplar beobachtet, im December am Castel dal uovo in Neapel gefangen . 3. Dipliycü ovata sp. iiov. Diphyes üvata. Keferstein und Eh lers. Nachrichten k. Soc. Göttingen. IS60. p. 26u. Beide Schwimmstücke (V. 1.) ungefähr gleich lang, das vordere 10'"™, das hintere ii""" lang; beide zusammen 16™"' lang; um 5""" Länge steckte das hintere im vorderen. Das vordere Schwimmstück ist ein eiförmiger Körper ohne vorspringende Kanten, des- sen obere hintere Seite mit einer tiefen Einsenkung versehen ist zur Aufnahme des hinteren Schwimmstücks; der Schwimmsack ist lang gezogen , viel schmaler als das Schwimmstück , so dass an der oberen Seite desselben ein grosser Theil solide ist; in diesem Theile läuft bis zur Spitze ein dünner Saftbehälter. Die Gefässe des vorderen Schwimmstücks sind: Jas Mediange- fäss, jederseits das schlingenförmige, dessen Schlinge sich jedoch nur wenig der Spitze nähert, und das Ringgefäss ; der Pol der Gefässe liegt fast in der Mitte der Oberseite des Schwimmsackes im Mediangefäss. Das hintere Schwimmstück hat eine etwas unregelmässigere Eiform ; an der Unterseite ist es zu einer tiefen Rinne ausgehöhlt; Kanten und Lappen fehlen hier, wie beim vorderen. Das hintere Schwimmstück liegt mit seinem vorderen, unteren Ende in jener Einsen- kung des vorderen (V. 26 b) , und hat dort auch einen kleinen Saftbehälter. Die Gefässe sind die gewöhnlichen, nur ist die Schlingenbildung der beiden seitlichen eine viel geringere. Der Pol liegt am unteren Theile des Endes des Schwimmsackes. Die Deckstücke (V. 2. 3. 4. 5.), welche bei Diphyes sonst trichterförmig zu sein pfle- gen, muss man hier als sattelförmig bezeichnen. Der eine Lappen ist weit kürzer als der andere, und der längere jederseits noch etwas eingerollt, wodurch sich also eine Annäherung an die ge- wöhnliclie Trichterform zeigt; dazu kommt noch, dass wenigstens die jüngeren Deckstücke noch in schräger Richtung vom Stamm durchlaufen werden, wodurch die typische Trichterform noch mehr hervortritt. Die ältesten Deckstücke glichen sehr jenen niedrigen Helmen, bei denen ein langer, halbcylindrischer Fortsatz das Hinterhaupt deckt, und wir erwähnen gleich hier, wie sehr sie sich der Form der Deckstücke von Eudoxia messanensis Gg. ' nähern, bei welcher jedoch die Grösse der Nesselkapseln im Nesselknopf sehr von denen bei D. ovata abweicht. 1) Für die Euduxia messanensis Gegen baur (Beiträge a. a. O. p. 2s3 — 291. Taf. Iß. Fig. 4.J wie für einige andere Eudoxien, die in Messina häufig waren, haben wir das Mutterthier nicht auffinden können, und be- Keferstein u. Eh lers Zool. Beitrage. Q 18 Beobachtungen über die Siphonophoren von Neapel und Messina. Die Polypen, welche sonst den gewöhnlichen Bau hatten, fielen durch die lebhaft rothe Farbe des Magens auf, wodurch wir zuerst auf das Thier im Wasser aufmerksam wurden. Die gelben Nesselknöpfe (III. 4.) weichen imljau nicht von denen der übrigen Diphyes ab. Die kleinen Nesselkapseln 0,ü2""", die grossen 0,10""", die birnförmigen des Endfadens UjOlS""". Der Nesselfaden der grossen Nesselkapseln hat ein gedrehtes Ansehen, es schien uns dieses daher zu rühren , dass der eigentliche Nesselfaden in einer vielleicht nur schleimigen Hülle in Schlän- gelungen hin und her gelegt war. Der Endfaden endet mit einer zelligen , mit birnförmigen Nesselkapseln besetzten l^dase. Am Stamme unseres Exemplares sassen etvva 15 — 17 Gruppen; an den ältesten waren die Glocken der Geschlechtsstücke fast so gross , wie das Deckstück, aber der Trailer der Ge- schlechtsproducte war an diesen schon gesehwunden. Die Geschlechtsglocken, die auf dem Querschnitt fast viereckig sind, haben an ihrer einen Seite einen hohen Längsrücken, der aber wieder durch eine liille in zwei Längskanten getheilt ist ; er ragt ein ziemliches Stück weit über die Mündung der Glocke hinaus. Die Glocke hat vier Radiärgefässe und ein llinggefäss. Die Form und Einfügung der Schwimmstücke und die Form der Deckstücke lässt diese Diphyes den Uebergang zu Praya bilden. Wir fingen ein Exemplar im März an der Quarantäne in Messina. 6. Diphyes quadrivalvis (Lcs.) Gg. Sulculeolaria quadrivalvis Lesueur. Mem. msc. Blainville Art. Zoophytes im Dict. d. scienc. nat. T. 60. Paris 1830. p. 126. Galeolaria aurantiaca. C. Vogt. Siphonoph. de Nice a. a. O. 1853. p. 110 — 119. PI. 18 et 19. PI. 20. 1—3. PI. 21. 1. 2. Diphyes quadrivalvis Gegenbaur. Beiträge a. a. O. 1S54. p. 315 — 318. Taf. 16. 8 — 11. Galeolaria filiformis Leuckart. Siphonoph. von Nizza a. a. O. 1854. p. 280 — 286. Taf. 11. 14— 17. Diphyes quadrivalvis Sars. Middelhavets Littoralfauna. a.a.O. 1857. p. 11 — 13. Die Verbindungsweise der beiden Schwimmstücke, über die bekanntlich Leuckart und Gegenbaur verschiedene Angaben machten, haben Sars (a. a. O.) und hernach Claus' untersucht und Leuckart's Angaben bestätigt gefunden. Wir fanden die Verbindung überein- stimmend mit diesen Forschern im Ganzen so, wie wir es von D. conoidea beschrieben haben, indem wir den Wall um den rundlichen Fortsatz des vorderen Schwimmstückes, welchen Claus angiebt, jedoch nicht ausgebildet fanden (V. 26 e) : doch mögen das unerhebliche Differenzen sein, da man überhaupt auf die Einfagungsweise wohl nicht zu viel Glewicht legen darf, wie aus schreiben sie hier deshalb nicht weiter. Die Nesselknöpfe von Eud. messanensis sind gelb, 0,15 — 0,23""™ lang, die grossen Nesselkapseln 0,056 — 0,060""", die kleinen OjOlS"""", die birnförmigen am Ende des Knopfes 0,01 1""». Sehr häufig fingen wir Eudoxien, denen das grosse Geschlechtsstück gerade abgefallen war, und die neben einem klei- nen noch ein knospenförmiges Geschlechtsstück hatten, so dass an derselben Eudoxie also wenigstens drei Ge- schlechtsstücke hintereinander sich bilden. 1) Ueber Physophora hydi'ostalica etc. in Zeitschrift für vvissensch. Zoolog. Bd. X. Is(lo. T;if. 2.t. Fig.fl. //. Die heohacliteten Arten. 19 der Verschiedenheit derselben bei D. conoidea , tnrgida und bei D. ovata und U. Sieboldii her- vorgeht (cfr. V. 26.). — An der Mündung der vorderen Glocke sind sechs Zipfel, zwei untere, zwei obere und jederseits ein seitlicher; bei der hinteren Glocke ist dies ebenso, nur dass die beiden unteren zu jenen beiden grossen, spatelförmigen Lappen entwickelt sind. Die Form derUeckstücke fanden wir trichterförmig, und, wie Gegenbaur, denen von D. Sieboldii ähnlich. Am spitzen Ende greifen die beiden Lappen des Deckstiickes etwas über einander, während das am freien Eande nicht stattfindet, da dem einen ein grosses rechtwinkli- ges Stück, wie Gegenbaur schon erwähnt, ausgeschnitten ist. Nicht weit vor dem Ende des trichterförmigen Deckstückes wird sein innerer Raum rechtwinklig von einer Platte durchzogen, durch die das Deckstück am Stamm und dem dort liervorsprossenden Stiel des Polypen befestigt ist. Das Gefass des Deckblattes entspringt von jenem Stiel, durchläuft die Platte bis zum eigent- lichen Blatte, wo es für jede Seite desselben einen Schenkel abgiebt, welcher der Einrollung folgt. Die Stucke sind stets nur eingeschlechtlich. Die reifen Geschlechtsstücke lösen sich vom Stamme ab und leben frei im ^leere, wo wir sie mit dem dichten Netz oft einfingen. Die grossen Samenzapfen sind prächtig roth ; die Glocken haben die vier Radiärkanäle und den Ringkanal. Oft lebten die Glocken noch lange in unsern Gläsern, wenn der Same schon entleert, und der Zapfen der Glocke klein und geschlängelt geworden war, und nur aus der inneren Haut allein noch bestand. Häufig in Neapel und Messina, und oft ausgestreckt als 2 — 3' lange Ketten ruhig an der Oberfläche des Meeres treibend. Die drei anderen Diphyesarten aus dem jMittelmeer, die uns nicht zur Beobachtung kamen, sind folgende : aj Diphyes campanulifera Eschsch. Diphyes Quoy et Gaimard. Annal. d. sc. nat. X. 1S27. p. 7—1 1. Taf. L 1 — 7. Schwimmstücke zugespitzt, kegelförmig mit Längskanten. Das hintere Schwimmstück steckt tief im vorderen, welches scharf zugespitzt ist; an der Mündung beider sind Lappen. Der Stamm tritt durch einen geschlossenen Kanal des hinteren Schwimm- stückes. — Wurde von Quoy und Gaimard in der Meerenge von Giberaltar aufgefischt. Diph. campanulifera Esch sc hol tz. System der Acalephen 1S29. p. 137. 13S. b) Diphyes Kochii Will. Diph. Kochii Will. Horae tergestinae. Leipzig 1S54. 4. p. 77—80. Taf. H. 22—25. Diph. Kochii liusch. Heobachtungen über niedere Seethiere. Herlin 1851. -1. p. 46 —48. Taf. 4. 3—5. Nur das vordere Schwimmstück ist beobachtet; dieses ist kegelförmig mit Längskan- ten. — Triest. c) Diphyes acuminata Leuck. Diph. acuminata Leuck art. Zoolog. Untersuchungen. L Giessen 1853. 4. p.61 — 70. Taf. 3. 11— 19. und Siph. von Nizza a.a.O. 1854. p. 274 -279. Taf. XL 11 — 13. 3* 20 Beobachtungen über die Siphonophoren von Neapel und Messina. Das hintere Schwimmstück hat einen geschlossenen Kanal zum Durchtritt des Stam- mes. Hat eine grosse Aehnlichkeit mit Diph. Sieboldii Köll., von der sie jedoch nach Leuckart's genauer ]5eschreibung verschieden sein soll. — Nizza. 7. Praya cynibiioruiis (d. Cli.) Lt-iick. Physalia cymbiformis delle Chiaj e. Memorie s. storia e notojnia d. Anim. s. vert. del Regne di Napoli 1S30. Tav. 7G. Fig. 1. (ohne Text). Traya diphyes C. Vogt. Siphonoph. de Nice 1S53. a. a. O. p. 99 — lO'l. Tab. 16 et 17. Praya maxima Gegenbaur. lieiträge 1&54. a. a. O. p. 301— 309. Taf. 17. 1—6. Praya cymbiformis Leuckart. Siphonoph. von Nizza 1854. a. a. O. p. 2S6 — 298. Taf. 11. Fig. 18—24. 15ei den Exemplaren, welche uns in Neapel vom Fischer gebracht wurden, waren die Schwimmstücke abgerissen, während das Thier, ausgestreckt noch I '/a — 2' lang, durch seine Geschlechtsglocken gut fortbewegt wurde, und mit seinen königsgelben Nesselknöpfeu, Magen und reifen Hoden eine äusserst glänzende Erscheinung bildete. Das ganze Thier ist von Gegenbaur und Leuckart so vortrefflich beschrieben, dass uns wenig nachzutragen bleibt. Bei den Deckstücken erwähnen wir, dass ihre vordere Fläche concav, die hintere con- vex ist, so dass ein hinteres stets in das vordere dicht hineinpasst, in welche Lage es kommt, wenn sich der Stamm contrahirt. — Die Glocken der Geschlechtsstücke haben eine grosse flü- geiförmige und eine gegenüberstehende kleinere Längslamelle. Interessant ist die Eiertraube im Grunde des weiblichen Geschlechtstückes (I. 28.) , die zur Grosse der Glocke stets sehr klein bleibt: es ist das eine kolbige Vorstülpung der beiden Bildungshäute, an der dicht bei dicht wieder eine Knospenbildung stattfindet, wie wir sie früher als erstes Stadium der Schwimmstücke geschildert haben, wo sich der Knospenkern deutlich gebildet hat, dessen Raum hier aber ganz vom einzigen Ei ausgefüllt wird. Anfangs witnpert die ganze AussenHäche der Eiertraube, später ist die Wimperung blos auf die Stellen beschränkt, wo die äussere Haut sich zur Knospe hinein- verdickt hat, und wo dieselbe porös ist, als wenn später dort ein Aufbruch erfolgte. Der Keim- fleck ist 0,037'"'" gross, das Keimbläschen 0,120""", die Eier 0,2 — 0,25'"'". — Die Zoospermien sind stecknadelförmig mit 0,007'"'" grossem Kopf. Vom Stamm ist noch zu bemerken, dass er an seinem älteren Theile zwischen je zwei Gruppen sich verdickt, wie der Knoten am Grashalm, und dass an dieser Stelle dann die Tren- nung zu den Eudoxiengruppen erfolgt. 8. Praya filifonni»« (d. Cli.). Rhizophysa filiformis delle Chiaje. Memorie s. storia e not. a. a. O. T. IV. 1829. Tavol. 50. Fig. 3. Praya diphyes KöUiker. Schwimmpolypen von Messina a.a. O. 1S53. p. 33 — 30. Taf. 10. //. Die heohachteten Arten. 21 Praya tliphyes Gegenbaur. Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. V. 1S54. p. 453. Praya filiformis Keferstein u. Ehlers. Nachricht, k. Soc. Götliiigen 1860. p. 260. 261. Für diese Art hat man bisher den Namen Praya di])hyes gebraucht, mit welchem Blainville ' das einzelne Schwimmstiick bezeichnet, welches Quoy und Gaimard^ auf ihrer zweiten Erdumsegelung im Hafen von Praya auf St. .Jago, einer der Inseln des grünen Vor- gebirges, fingen und Diphyes prayensis benannten*. Vergleicht man jedoch die Abbildung und kurze Heschreibung dieser beiden Naturforscher, so sieht man bald, dass ihre Art in keiner Weise mit der vom Mittelmeer idcntificirt werden kann , denn bei ihrer Art ist am Schwimmstück das Verhältniss der Höhe zur lireile zur Dicke wie S'/o : 2 : 1, während es bei unserer etwa wie 3:2:2 ist; überdies hat jenes Schwimmstück der ganzen Länge nach eine tiefe Furche zur Auf- nahme des anderen Schwimmstückes, während diese Furche bei unserer Art nur schwach und auf den oberen Theil des Schwimmstückes beschränkt ist. Da man nun die Rhizophysa filiformis von cTelle Chiaje, wenn man die unvollkommene Beschreibung und Abbildung, die auch nicht einmal völlig mit einander stimmen, überhaupt deuten will, mit Krohn ^ zu dieser Art ziehen muss, inid wir darin nicht mit Leuckart (a. a. O. p. 280) die Diphyes quadrivalvis erkennen können, zumal da von letzterer Art sich bei delle Chiaje (Tavol. 105. Fig. 4) das hintere Schwimrastück unter dem Namen Abyla trigona ziemlich deutlich abgebildet findet : so nehmen wir für unsere Praya den Artnamen filiformis an. Die Schwimmstücke (V. 8.) sind fast gleich gross, von Eiform ; das kleinere liegt in einem flachen Falz des grösseren, aber nicht wie bei Praya cymbiformis in seiner ganzen Tjänge, sondern nur mit seiner oberen Hälfte, während unten die Schwimmstücke aus einander stehen. Die Schwimmsäcke sind kegelförmig und sehr kurz, so dass sie etwa nur das untere Drittel der Schwimmstücke einnehmen, und auch da noch jederseits einen grossen Theil solider Masse neben sich haben. Die Substanz der Schwimmstücke ist viel weicher und schlaffer als bei den übrigen Siphonophoren. In jedem Schwimrastück ist ein oben mit einer runden Wase endendes Gefäss, das erst schräg nach unten zum Stammanfang verläuft, dann grade abwärts und darauf quer zur Spitze des Schwimmsackes führt , wo die vier ßadiärgefässe entspringen , die am Velum durch das Ringgefäss vereinigt werden. Die Deckstücke (V. 9. 10.) haben eine nierenförmige Gestalt, an der unteren Fläche in der Richtung von vorn nach hinten und in der seitlichen tief ausgehöhlt, der kürzere Lappen etwas herzförmig ausgeschnitten, während bei Praya cymbiformis dieser Lappen in eine klappen- förmige vordere und hintere Lamelle zerschnitten ist. Das Gefässsystem besteht aus einem kurzen 1) Manuel d^Actinologie ou de Zoophytolngie. Paris iS34. 8. p. 137. 2) Vogage de decouvertes de l'Asti-olabe de Dumont d'Urville. Zoologie 2>('>' Quoy et Gaimard T. IV. Paris 1833. 8. p. lOö. 107. und Atlas Zool. Zonph. PI. V. Fig. 37. 38. 3) Die Gattung Praya hatten Quoy und Gaimard im Manuscript ihrer Reise aufgestellt , sie dann aber in ihrer Zoologie der Reise (ls33) wieder fallen lassen und ihre Arten zu Diphyes gestellt. Blainville be- hält jedoch die neue Gattung bei Art. Zoophytes im Dict. d. sc. nat. Vol. IJO. Paris 183U. 8. p. 12.^ und im Ma- nuel (T Actinologie a. a. O. 4) Bei C. Vogt Siphonnj)lini\ de Kice a. a. ü. p. 09. 22 Beobachtungen über die Siphonophoren von Neapel und Messina. Saftbehälter, der dein Stamm unmittelbar aufsitzt, und oben als feiner Kanal bis zur Oberflädie des Deckstückes verläuft; und aus am unteren Theile des Saftbehälters entspringenden Gefässen, zwei für den grösseren und drei für den kleineren Lappen. Die Fangfiiden tragen gelbe Nesselknüpfe (III. 7. S.J, die schon oben im Allgemeinen beschrieben sind. Die grossen Nesselkapseln sind 0,3""" gross, die kleinen Q,ü%°"^, die birn- förmigen der Spitze und des Endfadens 0,026""". Der Endfaden endet mit einer zelligen Blase. Die Gescbleclitsstücke weichen von denen der Praya cymbiformis dadurch ab , dass die Glocken kegelförmig, ohne alle Kanten sind, wie Gegenbaur schon angiebt, und eine ziemliche Wanddicke haben (V. 11.; womit auch Kölliker's Abbildung (a. a. O. Taf. II. Fig. 2. b) stimmt. Vogt' bildet von seiner Praya diphyes von Nizza die Geschlechtsglocken mit zwei hohen Längslamellen ab, und deshalb möchten auch wir, wie Gegenbaur (a. a. O. p. 30Sj, glauben, dass die Vogt'sche Art die Praya cymbiformis ist. Leuckart (a. a. O. p. 2SS) ist geneigt, die Pr. diphyes kaum für eine von Pr. cymbi- formis verschiedene Form zu halten; über die Selbstständigkeit derSpecies kann nach unserer Be- schreibung wohl kein Zweifel mehr sein. Die Form der Schwimmstücke, die graden Radialgefässe des Schwimmstückes, die Form der Deckstücke und der kantenlosen Geschlechtsglocken scheiden die Praya filiformis hinreichend von Pr. cymbiformis. — Messina, nicht selten. 9. Hippopodius gleba (Forsk.) Leuck. Gleba hippopus. Forskai. Icoues rerum natural, qiias in itinere orientali depingi curavit ed. Niebuhr. Hauniae. 1776. 4. Taf. 43. Fig. E. nur Abbildung eines Schwimm- stückes ^. Gleba excisa. A. W. Otto. Beschreibung einiger neuer Mollusken und Zoophyten in Nova Acta Academ. Leop. Carol. XI. 2. 1S23. p. 309 — 313. Taf. 42. 3 (ein Schwimmstück). Hippopodius Intens Quoy et Gaimard. Annal. d. sc. nat. [1] 1&27. X. p. 172 — 175. Taf. 4. A. Hippopus excisus delle Chiaje. Memorie s. storia e notomia. a. a. (). III. 1S2S. p. 64 und IV. 1S29. p. 6. Stephanomia hippopodius Quoy et Gaimard. Voyage de l'Astrolabe Zoologie. T. IV. Paris 1S33. 8. p. 13—21. Atlas Zool. Zooph. PI. II. 13—21. Hippopodius mediterraneus. G. O. Costa. Fauna del Regno di Napoli. Medusari. Napoli. 1836. 4. p. 3—5. Tav. II. Hippopodius Intens. C. Vogt. Siphonoph. de Nice. 1S53. a. a. O. p. 93 — 98. Taf. XIV.. 7-12. XV. 1. 2. Hippopodius neapolitanus. KöUiker. Schwimmpolypen. 1S53. a. a. O. p. 28 — 31. Taf. VI. 1 — 5. 1) üeber die Siphonophoren in d. Zeitschrift für wissenschaftl. Zoolog. III. l'>-52. Taf. XIV. Fig. 3. 2) In den Descript. Aiiimal. ist dies Thier nicht beschrieben. IL Die beobachteten Arten. 23 Hippopodius gleba Ijcuckart. Siphonophor. von Nizza. lSä4. a. a. 0. p. 299 — 309. Taf. XII. 1-4. Die Verbindung der Schwimmstücke zur Schwimmsäule haben wir ganz so gefunden, wie sie Leuckart (a. a. O. p. 304. Taf. XII. 3.) zuerst beschreibt. Am oberen Ende des Stammes war stets eine Menge junger Schwimmstücke vorhanden, so dass in Beziehung auf die Schwimmsäule die Hippopodien einen üebergang von den Calycophoriden zu den Physophoriden bilden. Die Form der farblosen Nesselknöpfe' ist oben schon beschrieben : sie sind 0,15""" lang, 0,1 1'"'" breit; die grossen Nesselkapseln 0,08 — 0,09™"', die kleinen 0,022, die des'Endfadens 0,0 1 1. Hei den Geschlechtsstücken (V. 18. 19. 20. 21.) ist das ungleichmässige Wachsthum der Glocke und des Geschlechtszapfens irierkwürdig, denn zuerst wächst der Zapfen weit aus der Glocke heraus, und dieser Zustand ist der von Leuckart und Kölliker beschriebene; dann aber beginnt das Wachsthum der Glocke, welche zuletzt den Zapfen beträchtlich überragt, ein Veluin und das gewöhnliche Kanalsystem hat, und in diesem Zustande sehr oft mit dem dichten Netze von uns gefangen wurde (V. 21.). Neapel und Messina, ausserordentlich häufig. Die Fischer in Neapel nannten das Thier in ihrem Dialecte cianve di cavallo (= unghia di cavallo). 10. Vogtia pentacantlia Köll. . Vogtia pentacantha Kölliker. Schwimmpolypen. 1853 a. a. O. p. 31—32. Taf. IX. 8. Diese scliöne Siphonophore, die von Kölliker zuerst, jedoch nur in zwei Exemplaren beobachtet, und zur Aufstellung der neuen Gattung Vogtia benutzt wurde, kam uns in ^Vlessina Ende März und Anfang April ziemlich häufig zu Gesicht, so dass wir an einzelnen Tagen bis vier Exemplare fingen. Die Schwimmstücke sind durchsichtig wie Wasser, und nur die Haufen der intensiv gelben Nesselknopfe verrathen das Thier dem Auge. Die Schwimmstücke (V. 12. 13. 15.) haben die Gestalt eines niedrigen, fünfseitigen Prisma, dessen beide Seitenkanten etwas nach aussen und unten gezogen sind, dessen hintere Seite halbmondförmig ausgeschnitten und dessen obere Fläche mit einer nach hinten sich ver- tiefenden , breiten Einsenkung versehen sind ; zudem sind alle Kanten grob gezähnelt. Der Schwimmsack liegt ganz hinten im Scliwimmstück, ist niedrig und kegelförmig, sein Durehmesser ist nicht halb so gross, als das Scliwimmstück breit ist. Der Gefässverlauf (V. 14.) im Schwimm- stück und Scliwimmsack ist ganz wie bei Hippopodius. — Die Schwimmstücke sind in sehr schräger Richtung am Stamm befestigt; das untere umfasst jedesmal das nächst höher stehende der anderen Zeile, so dass die erwähnten Einsenkungen der oberen Flächen der .Schwimmstücke sich zu einem Kanal zusammenlegen, in welchen fast der ganze, zwar stets kurze Stamm zurück- gezogen werden kann. 1) Bei all den zahllosen Exemplaren , welche uns zur Beobachtung kamen , haben wir nie die Xessel- knöpfe gefärbt gesehen, sondern die Fangfäden bildeten zusammengezogen eine weisse, wollige Masse. 24 Beohachtungen über die SiphniiiiplKjrcii von Xeupel und Messiiia. Die Befestigung der Sehwimmstücke geschieht durch einen Faden, eine Verlängerung des Stammes-, ganz so wie dies von Hippopodius zuerst von Leuckart beschrieben ist; am obersten Ende waren stets junge Schwimmstücke zu tindiii. — Die Sclnvimmstücke sind recht fest und völlig durchsichtig; ihre Flächen haben einen .stahlartigen Schimmer. — Die ganze Schwimmsäule ist meistens 20 — 30""° hoch, während die Schwimmstücke etwa H"""" breit und 4""" hoch sind. Polypen beobachteten wir nie mehr als vier völlig entwickelte, von nicht abweichendem Hau; die Nesselkapseln in ihrem l'.asalstücke sind 0,12""" gross. Meistens hing nur der unterste Polyp mit den Fangfäden zur Schwimmsäule heraus. Die Nesselknöpfe (III. 13. 14. 15. lü.) sind intensiv gelb , sonst im Ganzen wie bei Hippopodius; sie sind bereits oben beschrieben, wo auch gesagt ist, dass die gelbe Farbe nicht von Körnchen, sondern von einer Flüssigkeit herrühre. Die Nesselknöpfe sind 0,31 — 0,40""" lang, 0,23""" breit, 0,15°"" dick; die grossen Nesselkapseln 0, 184" "' lang, 0,033""" breit, die birn- förmigen des Eudfadens 0,018'""'. — Die grossen Nesselkapseln des Nesselstranges springen mit einem sehr kleinen Deckel auf; der Nesselfaden ist ziemlich unten 0,007'"" dick; sein unterster etwa 0,2""" langer Theil ist mit kurzen Horsten besetzt, welche in drei Windungen einer doppelten Schraubenlinie stehen; weiter oben ist der Faden in Abständen von 0,02'°'" mit kleinen, in sechs Reihen stehenden Höckerchen besetzt. Die Geschlechtsstücke verhalten sich ganz, wie es von Hippopodius angegeben ist, so dass also die reifen Stücke kleine modusenartige Wesen sind, welche frei umherscliwimmen können. Hei unserer neulichen Anwesenheit in Kopenhagen sahen wir im dortigen besonders an niederen Thieren so reichen zoologischen Universitäts-Museum eine Vogtia , welche wir sogleich als eine von der V. pentacantha verschiedene Art erkannten und deren Heschreibung uns durch die zuvorkommende Güte des Herrn Prof Jaj). Steenstrup gestattet ist. Vogtia spiiiosa sp. ii. Die allgemeine Gestalt, der Zusamnrenhang und die Zahl der Schwimmstücke sind ganz wie bei V. pentacantha; die Schwinnnstücke sind aber an ihren vier Seitenflächen überall mit ziemlich grossen stumpfen Zacken besetzt, während bei der V. pentacantha nur die Ränder dieser Seitenflächen gezackt sind. Ausserdem hat der Ausschnitt am inneren Rande des Schwimm- stücks hier eine sehr abweichende Form , denn bei V. pentacantha ist er ganz flach und breit, hier aber ist er tief und ganz schmal (V. 16.). Der Gefässverlauf im Schwimmsack (V. 17.) ist ganz wie bei V. pentacantha, nur ist bei unserer neuen Art das Mantelgefäss länger und man hat im oberen hinteren Theil des Schwimmsackes eine zweiflügelige aus grossen Zellen bestehende Figur, die vielleicht im frischen Zustande als zum Gefässsystem gehörig sich zeigt. Das in Spiritus aufbewahrte Exemplar ist 1857 von Capt. Hygom unter 12" S. 1>. und 35" W. L. von Gr., also an der brasilianif-clien Küste, gefangen. //. Die beobachteten Arten. 25 B. Faiii. Physophoridae (Eschsch). Leiick. 11. Apolemia iivari'4K. I'^ol. p. ;t2— 44. Taf. 5. u. (i. 2) R. Leuckart. Zoolnsischc Untersuchungen. 1. l>>r,;t. a. a. (). p. ■.'.). l'af. I. 20. und Siplionoplior. von Nizza a. a. O. p. :m\. .'(37. Taf. Xlll. I. ir. Die heuhucliteten Arten. Tl G eg eil ba u 1 in seiuL'u lieilragcii u. a. (). p. :<3b. Tat'. 17. Fig. 1 1. bescliioiht. Die Nessclknöpfe sind ganz so beschaffen, wie sie Leuckait (a. a. O.) als bei Agalma Sar.sii voikoiinnenile be- schrieben und abgebihiet hat, und deshalb möchten wir diese Wesen als junge Exemplare des Agalma Sarsii ansehen. Die Nesselknöpfe (II. 2Ö. 27. j sind U,13""" lange, plattovale Körper, in welchen an der einen Seite ein breiter aus 0,02"""- grossen Nesselkapseln bestehender Nessel- strang sich befindet, auf welchem noch jederseits drei oder vier 0,04""" grosse Nesselkapseln liegen. \)a% untere, etwas erweiterte Ende des Knopfes nimmt eine Reihe von 0,02 — 0,03""" grossen Nesselkapseln ein, und unten stehen an demselben sechs bis sieben nach abwiirts gerichtete, 0,1'""' lange, steife Borsten. — Mit diesem eben beschriebenen Jugendzustande stimmt, so weit wir sehen können, das von C. Vogt ' als Junges von Agalma rubrum aufgeführte Wesen iiberein ; und nach Sars" Abbildung (a. a. 0. Taf. G. Fig. 10.) könnte auch die zweite F'orni seiner Nes- selknöpfe den ebenbeschriebenen gleichkommen. Ausser diesem Wesen, welches wir als zu Agalma Sarsii gehörig deuten möchten, fingen wir jedoch mehrere Male etwa 3""' grosse Siphonophoren auf, welche schon ein Paar arbeitende Schwimmstücke hatten, und deren Polyp einen Fangfaden trug, dessen Nesselknöpfe völlig denen glichen , welche oben von Agalma Sarsii beschrieben sind. Um diese Form mit dem vorlier- bcschriebenen Thiere in Verbindung zu bringen, müsste man sich denken, dass hier ein älterer Polyp mit jenen Jugendnesselknöpfen bereits abgerissen sei. Wir möchten nach diesen Beobachtungen uns der Vermuthung Leuckart's '■ anschlies- sen, dass manche Siphonophoren in der Jugend andere Nesselknöpfe producireu als später, und dass, wenn zweierlei Formen Nesselknöpfe vorkommen, man bei den älteren Polypen die Jugend- formen trifft, während die jüngeren schon die endgültigen tragen. Leuckart's Beobachtung stimmt jedoch damit nicht überein, indem er bei den jüngeren Polypen grade jene einfacheren Nesselknopfe bemerkte, während Sars (a. a. (). p. 35. Taf. 6. Fig. 1.) an 4— S Zoll langen Exem- plaren seiner Agalmopsis elegans an den jüngsten Polypen die erste Form und an den älteren seine zweite Form von Nesselknöpfen beobachtete, ebenso wie wir es oben auch bei jener mit Agalm. miiiimum Gräffe identificirten jungen Siplionophore angegeben haben. 14. Forskalia^ coiitorlind, dass bei der Physophora Philippii die Nesselknöpfe oben jederseits einen Seitenzipfel haben, welcher bei Physophora hydrostatica wenigstens nirgends erwähnt wird, und dass die Polypen auf eigenen kurzen Stielen der Stammaussackung sitzen , welche bei Physophora gleichfalls von Keinem erwähnt werden. Die Abbildung bei Forskäl* ist leider nach einem an der Stamm- aussackung arg verstümmelten Exemplar entworfen , so dass eine genaue Bestimmung desselben nicht möglich ist. Die Schwimmsäule unseres grössten Exemplares war 35'""° lang und hatte jederseits vier ausgewachsene Schwimmstüeke, deren Gestalt und Gefäss verlauf ganz so war, wie sie Claus von Physophora hydrostatica beschreibt. Sars* beobachtete jedoch auch grössere Exemplare mit sechs Schwimmstücken in der einen und fünf Schwimmstücken in der anderen Keihe. — Den Austritt der Luft aus dem Luftsack liaben wir bereits oben beschrieben. Die Stammerweiterung (IV. 18.) zeigte sich bei jungen Exemplaren ganz so, ■wie sie Vogt, Sars, neuerdings Claus und Gegenbaur ^ beschrieben haben: der Stamm erweitert sich plötzlich und ist dann in läotroper Spiralralrichtung zu einer nicht vollständigen, ganz flachiu Windung gewunden , so dass man bei oberflächlicher Betrachtung eine Scheibe zu sehen glaubt, welche an einer Stelle einen bis zur Mitte gehenden Ausschnitt hat. Bei den grösseren Exem- plaren war diese Spiralscheibe mehr sackförmig gestaltet, und jener Ausschnitt war flacher ge- worden, so dass das Ganze rnehr nierenförmig aussah, wie es Sars* an seiner Physophora glan- difera aus der Nordsee, und Phi lippi ' an seiner Physophora tetrasticha angiebt, wobei letzterer 1) C. Vogt. Siphonophor. de Kice a. a. O. p. 2) Ueber Physophora hydrostatica Debst Bemerkungen über andere Siphonophoren in Zeitschr. f. wis- sensch. Zool. X. I'-Bi). p. 29.5—332. Taf. 25 — 27. auch als Separatabdruck erschienen Leipzig ISGO. 4. Vergl. auch Ed. G raffe. Beobachtungen über Radialen u. Würmer von Nizza a. a. O. p. 21 — 26. Taf. I. 5 — 11. 3) P. Forskäl. Icones renim naturalium quas in ilinere orientali depingi curaeit. ed. Xiebuhr. Hau- niae 1776. 4. Taf. 33. Fig. F. 4) M iddelhavets Littoral Fauna a. a. O. X. 1SÖ7. p. 4. 5) Neue Beiträge ISliü. a. a. O. p. 3SS und 397. 6) Sars. Heise i Lnfoten. Syt Mar/az. for ^'aturvidennk. VI. 1>Ö1. p. 15>). 7) Ueber den Bau der Physophora und eine neue Art derselben in Müller's Archiv f. Anat. u. Phy- siol. 1843. p. 59 — 67. Taf. 5. Diese hier beschriebene Physophora tetrasticha (welche auch delle Chiaje. Meni. 1S29. Tav. 76. Fig. 2. unter dem Namen Physophora rosacea abbildet) unterscheidet sich von Physophora hydro- statica und Philippii sofort dadurch, dass die Schwimmstücke in vier Zeilen stehen : doch möchten wir wie Ge - genb au r (Neue Beiträge l^lju. a. a. 0. p. 3^3) glauben, dass diese Vierzeiligkeit nur durch eine zufällige Ver- schiebung der Schwimmstücke herrührt, und dass die Ph ilippische Art einzuziehen sei. //. Dil' beobachteten Arien. ~\ 31 den Hilus allerdings folschlich für den Mund hält. Dass aber dieser nierenförmige Sack nielits anderes ist, als das erweiterte spiralig gedrehte Stammende, beweist ausser dem jüngeren Stadium auch, wie Sars richtig bemerkt, der Umstand, dass die älteren Polypen und anderen Anhänge an der einen Seite des nierenförmigen Körpers sitzen, während nach der anderen Seite hin immer jünger und jüngere folgen. Jeder Taster (IV. 17.) trägt an seiner Basis einen feinen, langen Tastfaden, welcher spiralig aufgerollt werden kann, und der von Philippi (a. a. O. p. 61. Taf. 5. Fig. 4.) bereits allerdings beschrieben, dann aber bis auf Sars ' übersehen wurde. Dieser Tastfaden ist in seiner Mitte etwa 0,3 — 0,4""° breit und besteht aus den beiden Bildungshäuten, welche den Central- kanal einschliessen , und deren äussere verdickt ist und 0,005°"" grosse, unentwickelte Nessel- kapseln enthält. — In der Spitze der Taster liegt eine Gruppe zahlreicher 0,23'"™ grosser Nessel- kapseln , an denen man ihrer Grösse wegen unter dem Mikroskope leicht den Mechanismus der .\ustreibung des Nesselfadcns beobachten kann. Nachdem der Deckel sich abgehoben hat, stülpt sich der OjlS'"" lange Stiel des Nesselfadens hervor, welcher an seiner nun äusseren Seite mit (wie es schien) in vier Spiralreihen stehenden Borsten besetzt ist. Durch diesen hohlen Stiel wird der Nesselfaden, welcher mit einem Ende an der Spitze des Stiels befestigt ist, hervorgeschleu- dert. Dieser Faden macht den Eindruck eines um seine Axe gedrehten vierseitigen Prisma mit feingezackten Kanten (cfr. E. Gräffe. a. a. O. Taf. 1. Fig. 10.). Die Taster stehen nicht bloss in einer Reihe, sondern wie man es aus der möglichst ge- treuen Abbildung IV. IS. sieht, mindestens in zweien untereinander*. Die zweite Reihe der Anhänge bilden die Geschlechtsstücke. An einem kurzen Stiel sprossen zu aussen die weiblichen Trauben, zu innen die männlichen hervor, wie es Sars (a. a. O. p. 6) und Claus beschreiben. Jedes männliche Geschlechtsstück (Fig. S 1) besteht aus einem langen Samenzapfen, der ganz eng von der Glocke mit den vier Radiargeftissen und dem Ring- gefäss umgeben ist; diese flimmert auch im erwachsenen Zustande noch an der der Mündung entsprechenden Stelle. Die reifen Zoospermien (IV. 15.) sind stecknadelförmig mit 0,006""' grossem Kopf. — Das einzige Ei im weiblichen Geschlechtsstück (IV. 12. 13.) wird auch eng von der gleichfalls an derselben Stelle flimmernden Glocke umhüllt, deren Gefässsystem aus zwei Gefässschlingen ohne Ringgefäss besteht. Die dritte, innerste Reihe der Anhänge sind die Polypen, welche auf ziemlich beträcht- lichen, sticlartigen Aussackungen des Stammes stehen. An dem oberen Thcil ihrer Basis ent- springen die 0,46 — 0,5"" breiten Fangfäden mit den an langen Stielen hängenden Nesselknöpfen, deren Bau und Entwicklung bereits oben beschrieben ist. Diese eiförmigen, gelblichen Nessel- knöpfe (IV. 9. 10. 11.) sind 4 — 5'"" lang, oben 1 — 1,25"" breit und haben oben jedcrseits einen 1,5'"'" langen Seitenzipfel; ihr farbloser Nesselstrang ist 0,28™" breit, dessen grosse Nesselkapseln O.IT""™, dessen kleine 0,037-0,056™" lang. 1) MiiltlclJidieis I.ittnral Fiiiina. a. a. (). X. \^Tü . p. -1. 2) ('fr- Ge^enbaur. Neut- lieiträjje. lS(i(i. a. a. (). ]>. :' ;',2 Beobachtungen üher die Siphonophoren von Neapel und Mesiina. Als eine Abnormität erwähnen wir, dass wir einmal an einem Polypen ausser dem Fang- fadiMi noch zwei feine Fäden sprossen sahen, die ganz die Beschaffenheit der Tastfäden hatten. Messina; nicht selten. 19 Atliorybia ros.iti'a (Forsk.) Eschscli. Physophora rosacea Forskäl. Descriptiones animalium 1775. 4. p. 120. und Icon. rer. nat. 1776. 1. Tav. 43. Fig. B. b. Athorybia rosacea Es eh Schultz. System der Acalephen 1S29. p. 154. Athorybia rosacea KöUiker. Schwimmpolypen von Messina. 1S53. a. a. O. p. 24 — 28. Taf. 7. Diese merkwürdige Siphonophore, welche im Herbst in Neapel und Messina nicht selten ist, haben wir leider nicht selbst beobachtet; wir übersetzen deshalb hier einige Hemerkungen von S a r s ' : ,,Die Nesselknöpfe sind langgestreckt nierenförmig und schliessen einen aus 1 bis 2 Spiralen bestehenden Nesselstrang mit grossen Nesselkapseln ein. Am untersten Ende des Nes- selknopfes sitzen zwei kurze hyaline Fäden und zwisclien diesen eine ovale hyaline Blase, wie bei Agalma Sarsii. Hei einem anderen Exemplare kam mit diesen Nessclknöpfen nahe am Ende des Fangfadens die von Kölliker a. a. O. Taf. 7. Fig. 2./. beschriebene grosse an der Basis des Nesselknopfes sitzen\ ir dort kein Exemplar zu Gesicht bekommen und die folgenden Mittheilungen beziehen sich auf an Spiritusexemplaren gemachte Beobachtungen. Wir hatlcn aus den Göltinger Sammlungen zw^ei schöne Physalia caravella und eine kleinere Ph. utriculus aus der Südsee zur Verfügung. An denselben bemerkten wir alsbald, dass die An- hänge am unteren Theil des Luftsacks nach der einen Seite hin an Grösse ziemlich stetig abnahmen 1) Huxley. Oceanic Hijdruzoa 1859. a. a. Ü. ji. 7. Note. 2) Neue Beiträge . . . a. a. O. lS(iü. p. 409. .'!) Midilclhavcts Litforal-Fatina. Nyt Ma/j. Nutiirvid. X. 1^Ö7. 4) Nula tntorno iillu Fisalia Arclima upparsu itel crafcrc napnlitann in licinlicoiili) dcll Accdtl. Napal. (IcUe Sri'ciize. Tom. VI. Napoli I8-17. 4. p. Iii^ — i7:i. . Ku fcrit.Mii ,1. K li 1 .■ r s . Z"i'I. »i-itriiK.-. j 34 Beohachtumjen über die Siphonophoren ron Neapel und Messina. und bei genauerer Betrachtung stellte es sich heraus, dass man die Physalia auffassen kann, gleichsam wie eine gewaltig grosse junge Physophora (etwa wie die in Fig. 1 S. Taf. IV. J , bei der der Luftsack den ganzen Stamm ausfüllt. Der Kamm der Physalia würde dem Theil des Stammes von Physophora entsprechen, an dem später die Schwimmglocken sprossen würden, während oben etwas unter der Spitze des Stammes bei beiden Arten die Oeffnung des Luftsacks nach aussen sich befindet. Der untere Theil des Stammes der Physalia ist erweitert wie bei Physophora und auch er bildet dort eine läotrope Spirale , deren Existenz sich aber meistens nur dadurch kund- giebt, dass die Anhänge, also Polypen, Fangfäden u. s. w., am proximalen Ende ganz klein und rudimentär sind und nach dem distalen an Grösse stetig zunehmen. Ueberdies scheinen uns die Polypen undPangfiidea eine äussere obere Zeile von Anhängen zu bilden, wälirend die Geschlechts- trauben nach unten und innen von ihnen in einer zweiten Zeile stehen, wodurch die Aehnlichkeit mit Physophora noch bedeutender wird. Und ganz ebenso wie bei Physophora (Fig. IS. Tav. IV.) und bei Stephanospira ' steht der Stamm normal auf der Ebene der Stammerweiterung und auch ziemlich auf der Mitte derselben, so dass auf der einen Seite seines Ansatzes der proximale Pol der Stammerweiterung, auf der anderen Seite der distale liegt. ('. Farn. Velellidae Eschsch. ZZ. Velella t>piraiis (Forsk.) Escliscli. Holothuria spirans Forskäl. Descript. aiiim. 1775. p. 104. u. Xeon. rcr. nat. 177G. Tab. 26. Fig. K. Velella Spirans Eschscholtz. System d. Akaleph. 1S29. p. 172. Velella Spirans Kölliker. Schwimmpolypen 1S53. p. 46 — 57. Taf. 11. 9 — 15. In Neapel im ()( tober nach anhaltendem Sirokko in grosser Menge am Strande der Villa reale. 33. Porpita nicdilcrranru Kschscli. Holothuria denudata Forskäl. Descript. anim. 1775. p. 103. u. Icon. rer. nat. I77G. Tab. 26. Fig. L. Porpita mediterranea Eschscholtz. Syst. d. Akaleph. 1S29. p. 177. Porpita mediterranea Kölliker. Schwimmpolypen 1S53. p. 57 — 63. Taf. 12. Messina, nicht selten. 1) s. Gegenbaur. Neue Beiträge u. s. w. 1^60. a. a. 0. p. 397-403. Taf. :t2. Fig. 53- ■ 56. II. Iliitersiichungeii über die Anatomie des Sipiinculiis nudus. (Taf. VI. VII. VIII.) JUie Anatomie des Sipuiieulus zu untersuchen ist eine der wenigen Vorsätze gewesen, deren völlige Ausführung an den Küsten Neapels uns gelang; und wenn einige Punkte derselben nicht ganz aufgeklärt sind, so rührt das besonders wohl davon her, dass schönere und uns unbe- kanntere Glieder der überreichen Seefauna uns nur zu oft von dem ernsteren Studium dieses we- niger glänzenden Wurmes abzogen, für den das Interesse wunderbarer Weise schon dadurch ge- schwächt wurde, dass er viele Tage hindurch sich lebend in unseren Gefassen erhielt, während der tägliche Fang von Quallen, Siphonophoren, Pteropoden, Heteropoden u. s. w. noch am selben Tage verarbeitet sein wollte. Der Sipunculus nudus ist in Neapel auf dem sandigen Grunde am Posilipp sehr häufig, und stand uns in beliebiger Menge in Exemplaren von 20 — 200""" Grösse immer zur Verfügung. Unser Fischer bat sich jedesmal die Üeberreste der Section wieder aus, da der Sipunculus einen der vorzüglichsten Köder zum Fischfang abgiebt. — In iNIessina erhicllen wir keinen Sipunculus nudus, aber wohl nur, weil wir uns mit den industrielosen Fischern niclit darüber verständigen konnten, und dort, wo wir mit dem dichten Netze eine ziemlich bedeutende Anzahl der Larven des Sipunculus fingen, bekamen wir nur ein einziges Exemplar durch die Güte unseres Freundes Haeckel , das am Faro gefangen ihm zufällig gebracht war, und welches wir weiter unten als Sipunculus tesselatus Rafiii; näher beschieiben werden '. I. Gescliiclite. Am frülisten liudet man den Sipunculus erwälnit bei Rondelet", welcher zwei Arten desselben unter dem Namen Verniis microrhynchoteius und mai rorhvni hoterus beschreibt und abbildet, deren JJeschreibuug wie .\bl)ilduiit; dann in G e.ss n er's '* grossem Werke Aufuahuie 1) Ein kurzer .Auszug der folgenden Abhandlung wurde am .'ill. October 1S60 der königl. SociLtät d. Wissenschaften in Göttingen vorgelegt. Siehe deren Nachrichten u. s. w. ISOD. Nro. 25. p. 2S2-2S6. 2) Gull. Rondelet. Vniverxaliif Aquatilium Hi.itnrin. Lugd. Batav. 1.555. Fol. p. 109. 110. 3) C. Gessner. TTistor. .tiiimal. Lib. IV de Pisciiim et Aqmililliim animantiiim natura. Tiguri 1 i5S. Vo[. ]). 122ti. 36 Z^ntersiicJmngen über die Anatomie des Sipuncuhts nudus. fanden. Dann «ird der Wurm vergessen, bis ihn Iiohadsch ' wieder entdeckt und ihm den Namen Syrinx beilegt. Linn e ändert den Namen in Siptinculus um, und ihm folgen alle L'ebri- gen bis auf Forbes^, welcher den Namen von Bob ad seh wieder annimmt. Die erste Anatomie verdanken wir dem grossen Pal las ^ im zehnten Hefte seiner Spi- cilegia zoologica, wo er ausser mehreren anderen .\rten unserer jetzigen Gephyreen, wie Echiurus, Thalassema, an einem Exemplar aus Amerika, welches er unter dem Namen Lumbricus pballoides aufführt, auch von unserem Sipunculus eine verhältnissmässig.sehr genaue Beschreibung liefert. — Nach Pallas war es dann erst wieder der Schüler Pol i's, Stefano d eile Chiaj e *, der den Sipunculus nudus genauer untersuchte und die Wissenschaft dadurch mit vielen neuen That- sachen bereicherte. Die zahlreichen Dunkelheiten, welche über die anatomischen Verhältnisse dieses Thieres noch immer blieben, aufzuklären, gelang auch Grube'"^ in seiner sonst trefflichen Arbeit nur unvollkommen ; und trotz den darauffolgenden kleineren Untersuchungen von K rohn " und Peters'^ ist die Anatomie des Sipunculus stets die allerdunkelste und widerspruchvollsto geblieben. Die Anatomie einiger der übrigen, dem Sipunculus benachbarten Geschöpfe, welche Quatrefages unter dem Namen Gephyrea zusammenfasst und als Üebergangsglieder von den Würmern zu den Echinoderinen ansieht, worin wir ihm nur folgen kiinnen, wurde unterdessen sehr weit verfolgt, so die des Echiurus von Qua trefages * und die der BonelHa viridis von Schmarda^ und dann von Lac aze- I) u tili ers '". Schon hierin hätten wir hinlänglich die Ermunterung finden können, die anatomischen Verhältnisse des Sipunculus einem neuen Studium zu unterwerfen , zumal da bei keinem dieser Thiere die Geschlechtsverhältnisse völlig aufgeklärt waren, indem von Echiurus nur die Hoden, von Bonellia nur der Eierstock, von Sipunculus keins von beiden mit Sicherheit bekannt war". Nur von Sternapsis thalassemoides wusste 1) J. B. Bohadsch. l'rof. l'rcif/. de quibasdam Animalibus marinis Liber. Dresjlae 17()1. J. cap. V. p. 03-97. Tab. 7. Fig. G. 7. 2) Edw. Forbes. A Histnrij nf Brit. Starßshes. London IMl. s. p. 24.5. 3) P. S. Pallas. Spicilegia Zoologica. Fase. X. Berol. 1774. p. 11-15. Taf. 1. 8. 8*. 4} S t e f. d e 1 1 e C h i a j e. Su la notomia e la classificatione del Sifunculo niido di Linneo in dessen Me- morie sulle storia e notomia degli anitnali senza vertebre del Regno di Napoli. Vol. II. Jsapoli 1^25. 4. p. 1—24. Ta\.l. und Notomia del Sifi(i)ciilo ec/iinorinco. ibid. p. 124 — 127. Tav. X. Fig. S — 11. 5) Ed. Grube. Versuch einer Anatomie des Sipuncul. nudus. Müller's Archiv für Anatora. u. Phy- siol. 1S37. 237-2.57. Taf. X. XI. fi) A. Krohn. Ueber das Nervensystem des Sipuncul. nudus. ibid. 1">39. p. 34S — 354. und Ueber die Larven des Sipunc. nudus nebst vorausgeschickten Bemerkungen über die Sexualverhältnisse der Sipuncu- liden. ibid. 18.51,368-380. Taf. XVI. 7) W.Peters. Ueber die Fortpflanzungsorgane des Sipunculus. ibid. ISöll. p. 3s2 — 3S(i. Taf. IV. A—H. ^) A. de Quatrefages. Mi'm. sur VEchiiiriis Oürtnerii. Annales d. gcienc. naiur. [3.] 1'^I7. VII. 3(17 — 443. PI. VI, wo p. 340 die Gruppe der Gephyrea aufgestellt wird. y) Schmarda. Zur Naturgeschichte der Adria. I. Bonellia viridis, ncnkschriften der Akailemie in Wien, math. naturwiss. Cl. IV. 1S52. Fol. p. 117—126. Taf. IV-VII. 10) Lacaze-Duthiers. Recherchen siir la Bonellia viridis. Annal. des scienc. nat. [4.] ls.5t). X. 49-110. PI. I— IV. 11) Diese lückenhafte Kenntniss ersieht man sehr gut in der Zusammenstellung von Di esing Revi.sion devRhyngorieen. Sitzungsberichte d. Wiener .Akademie, matli. naturwiss. Cl. Bd.37. Nr. 21. p. 719 — 7S,2.0ct. 3. 1S59. 2. Alliiicidiis miihis. .'t. Die b<'i'. 'l'af. V. Fig. 9.) von Bonellia boschreibt. 2) a. a. O. p. 31.!. PI. VI. Fig. 2. ,i. 3) a. a. O. p. 121. Taf. V. Fig. !). u. In. ■t) a. a. O. p. .ill. 40 Untersuchungen über die Anatomie den Sipuncuhis nudui,. wir bei Sipumulus nichts wahigcnoninieii, docli finden wir bei delle C'hiaje ' angegeben, dass eine solche besonders am Rüssel stattfinde. Die Cutis (VI. .^).) besteht aus einer hyalinen Hindesubstanz, in welcher zahlreiche Zellen mit 2 oder 3 sich -wieder theilenden , langen Ausläufern eingelagert sind. Diese Zellen sind meistens 0,00S""° gross mit einem 0,U04""" grossen Kern; selten findet man auch einzeliK? grössere Zellen von U,Ü32""" mit ü,ÜOS""" grossem Kern, die dann aber keine Ausläufer haben. Zwischen diesen Zellen zeigt die hyaline Zwischensubstanz mannigfach geschlängelte und ge- knickte scharfe Linien, welche wir nur für das liild von Falten halten , da wir diese scheinbaren Fasern nie isoliren konnten und sie auch nie über die hyaline Masse frei hinausragten. — Diese Cutis ist am Hinterende des Wurmes, an der Eichel, am stärksten, bis zu 2""" dick, und nimmt nach dem Rüssel zu an Mächtigkeit ab. , Der Rüssel ist an seiner Aussenfläche von feinen Papillen chagrinartig bedeckt , die nach den Tentakeln zu immer seltener werden. Diese Papillen sind Hervorragungen der Cutis, welche dort dicht gedrängt jene Hautdrüsen enthält, überzogen von dem Epithel, welches an der Spitze der Papille eine dicke Lage bildet, und von der Cuticula, die also am inneren Theile der Papille, entsprechend dem Haufen der Hautdrüsen, von zahlreichen Porenkanälen durchbohrt ist. 3. 31ii»>kiilatiir. Die mächtige M uskelhaut besteht aus einer äusseren Lage von Ringmuskeln (llti — 120 bei Sip. nudus) und aus einer inneren von Längsniuskeln (32 bei Sip. nudus, 28 bei Sip. tesselatus) (VIL 3.). Die Ringmuskeln sind etwa 1,5""" breit, platt, und liegen dicht aneinander, während die Längsmuskeln eine Kreite von nur 1 """ haben, eine gleiche Dicke, und fast ebenso- weit von einander abstehen, als sie breit sind. Durch die regelmässige, rechtwinklige Kreuzung der Ringmuskeln mit den Längsmuskeln bleiben also Lücken bestehen, wo die Cutis nicht von Muskeln bedeckt ist; bei der Jiesprechung der Geschlechtstheile werden wir sehen, welche Wich- tigkeit diese Lücken haben. An der Eichel rücken die Ringmuskeln einander sehr nahe, so dass kaum ein Zwischen- raum zwischen ihnen bleibt; die meisten Längsmuskeln theilen sich 20 — 30°"° vor dem Kürper- ende in zwei, unter sehr spitzem Winkel auseinanderlaufende Aeste, die sich dann zuspitzen und als sehr feine Fasern am Porus zusammentreffen. Am Rüssel, wo diese Muskulatur plötzlich an Mächtigkeit verliert, vereinigen sich die Ringmuskeln zu einer dünnen Muskellage; die Längsmuskeln werden dünner, unrcgclraässiger, und mischen sich bald mit den Ringrauskeln , so dass man sie nicht mehr davon trennen kann. In der Nähe der Tentakeln ist am Rüssel die jM uskelhaut fast ganz geschwunden. Der Rüssel kann von vier kräftigen 70 — 80'°"' langen ]\luskeln zurückgezogen wer- den (VI. 1. r), die sich vorn am Tentakelkranz ansetzen und etwas hinler der Höhe des Afters mit breiter Kasis von der Körperwand entspringen. Die Ursprünge bilden schräg nach oben ]) a. a. O. p. 07. 6. Lcihesfiiissigkeii. ' 41 cftnveigivende Linien, deren Enden fast zusammentreffen, so dass sie eine Zickzackfigur bilden. Die je zwei zu einander geneigten bilden gleichsam zwei Gruppen der Kctractoren , ein Rücken- und ein Bauchpaar, von denen das erstere den Afterdarm, das zweite den Bauchstraug zwischen seinen Ursprüngen durchtreten lässt. Was den feineren Bau der Muskeln anbetrifft, so bestehen sie aus 0,004 — 0,008""" breiten Fasern, in denen wir von Kernen nichts bemerkt haben. 6. I^vibe^iflüssigkeil. In der Leibeshöhle befindet sich eine trübe, weinrothe Flüssigkeit, welche man als das Blut des Sipunculus ansehen muss. Sie ist dickflüssig und besteht dem Volumen nach zum grössten Theil aus morphologischen Elementen , welche bei ruhigem Stehen schnell zu Boden sinken. Ueber diesen bleibt eine klare Flüssigkeit stehen , welche nicht gerinnt, und aus der auch beim völligen Eintrocknen keine Chlornatriumkrystalle anschiessen , zum Zeichen, dass diesem Blute kein Seewasser beigemischt ist. Williams' behauptet zwar, dass die Hauptmasse der Leibesflüssigkeit Seewasser sei, da beim Eintrocknen sich Salzkrystalle absetzten; allein wenn wir den Sipunculus vor dem Aufschneiden völlig abtrockneten, um nicht durch das an der Aussenfläche des Körpers haftende Seewasscr beirrt zu werden, so sahen wir bei den drei ange- stellten Versuchen niemals Kochsalzkrystalle sich bilden. Im Blute fanden wir fünf verschiedene körperliche Elemente. 1) Blutkörper (VI. S. a. h. c). Dies sind runde oder brodförmige, schwach gelb- liche Scheiben , welche durch Flssigsäure kugelig werden und dann eine starke Membran und deutlichen Kern mit Kernkörperchen zeigen. Sie sind bei runder Form 0,010 ' im Durchmesser gross, mit 0,004"'"' grossem Kern. Diese Blutkörper bilden die Hauptmasse der geformten Ele- mente des Blutes und geben ihm die Farbe. 2j Körnige Zellen (VI. S. d. e.). Runde, grobkörnige, deutlich kernhaltige Zellen von gelblicher Farbe, und besonders dadurch ausgezeichnet, dass an ihnen blasse Fortsätze auf- treten , welche vielleicht nur unnatürlich vorgetretener Zelleninhalt sind. Sie sind etwa eben so gross als die Blutkörper, zeigen aber schon ohne Essigsäurezusatz ihren Kern und sind viel seltener als die Blutkörper. 3) Körner häufen (VI. O.a.). 0, Üb — 0,1""" grosse Haufen von runden 0,004— 0,005'"'° grossen, gleichmässig scheinenden Körnern, in denen aber nach Zusatz von Fjssigsäure ein oder mehrere Körnchen auftreten. Die ganzen Haufen scheinen noch von einer besonderen Membran umhüllt zu sein; und vielleicht ist es passender, diese Körner für Zellen anzusehen, 4) Zellenhaufen (VL 10. a.) von 0,OS — 0;4'°'" Grösse aus wenigen oder vielen, stets äusserst blassen, 0,04'""' grossen Zellen bestehend, mit sehr feiner Membran und einem deutlichen 0,004 — 0,O0S'""' grossen Kern, der oft ein sternförmiges Aussehen hat. 1) On the Blüiidproper aiif Iiircrtelrcite .liiiiixils. I'hilos. Tiniismt. Hoy. Soc. Ldiulon 1S.J2. Part 2. p. (;l:t. Ke fers t ein u. Ehlers. Zool. Ilpitraec. ■ j; 42 Untersuchungen über die Anatomie (lex Sipunctihis nudus. 5) Topfförmige Körper (VI. 11. 12. 13. j. Diese eigenthumlichen Wesen haben eine rundliche Inpf- oder kess.elförmige Gestalt, bis zur Grösse von 0,09"""; die Mündung eines solchen topfförmigen Körpers ist von einem dickeren Saume umgeben, auf welchem ein Kranz von langen, mächtig arbeitenden Wimpern steht, vermittelst deren das Wesen sicli in der Blut- flüssigkeit lebhaft hin und her bewegt. Zwischen diesen Wimpern findet sich hier an der Mün- dung fast stets ein Haufen von Kennern und körnigen Zellen. Krohn ' nennt diese Wesen „Parasiten"; doch scheint uns deren parasitische Natur keineswegs ausgemacht zu sein, zumal da wir schon in 2""" grossen Sipunculuslarven ganz ähnliche Wesen antrafen (VI. 14. 15.): runde Hhisen an einer Stelle mit einer dunkleren Verdickung versehen, auf welcher grosse Cilieu sitzen, deren Bewegung die ganze Blase schnell fortbewegt. Lässt man das aus dem Körper des Thieres gelassene Blut eine kurze Zeit etwa in einem Uhrglase ruhig stehen, so sinken die meisten dieser körperlichen Elemente rasch zu Boden, und in der darüber stehenden klaren Flüssigkeit schweben nur noch einige körnige Zellen und be- wegen sich die meisten der topfförmigen Körper noch lange Zeit herum. Zu gewissen Zeiten sind dem Blute die Eier beigemischt, und oft in solcher Anzahl, dass das Blut aussieht, als ob eine Menge feiner Klümpchen darin suspeudirt wären: wir werden darüber bei den Geschlechtstheilen weiter sprechen. Fast stets findet man frei in der Leibeshöhle etliche einige Millimeter grosse , ziemlich feste Körper von dunkelbrauner Farbe und verschiedener meist länglicher Form ; die mikrosko- pische Untersuchung ergab, dass sie aus kleinen gelben Concretionen zusammengesetzt sind, ^^elche in Essigsäure sich nicht lösten und von Salzsäure nur wenig angegriffen wurden. — Vielleicht sind dies solche Körper, welche delle Chiaje" am ])arm haftend fand und als die 1-eber ansprach. Auf der Spitze der Eicliel , also am äussersten Körperende, liegt der Borus (VI. 1. P. und VII. 6. P. }; von aussen gesehen erscheint er zweilippig , die Rückenlippe etwas über die Bauchlippe hervorragend ; von innen sieht man an dieser Stelle eine kleine mondförmige Falte, die nach der Rückenseite hin aufklappt. — Dass dieser Hefund wirklich ein Porus sei, ist schwer zu beweisen, da die Injectionen , welche wir durch ihn von aussen in die Hauchhöhle schaffen konnten, kein .'shaut zerrissen sein konnte. Wir glauben uns jedoch an todten Exemplaren, bei denen alle Muskelcontraction aufgehört hatte, mit ziemlicher Sicherheit von der Existenz eines wirklichen Pnrus überzeugt zu haben, und glauben, dass durch ihn die Eier aus der Leibeshöhle nach aussen geschafft werden. Durch die Klappe wird der Porus für gewöhnlich geschlossen, und um so fester, je kräftiger sich das Thier contrahirt — delle Chiaje* und Grube* be- schreiben ebenfalls diesen Porus, allein ivrohn'"' w i(lers])rieht nach sehr sorgfältigen Unter- 1) a. a. O. iböl. p atm. 2) a. a. (). p. li;. II. :i) a. a. (). p. .5 und 11. i) a. a. (). I^:i7. p. 2:1'-. Taf. NI. Tm.l'. I. »'. .=.) a. a. O. |s M , p. H71. ;I7J. 7. l'cräuuuiKjatractus. 4H suchuDgPii iliien Angaben, tlass sich am Hiiitcreiulu des Körpers überhaupt ein Porus befinde, und hält dieses für blind geschlossen. 7. Verdaiiiiiigstractus. Der Darnikanal ist in seinem ganzen Verlaufe ziemlich gleich weit, daher man an ihm kaum verschiedene Ablheilungen unterscheiden kann, während es in der Larve allerdings scheint, als kOnne man drei Abtheilungen aufstellen : Speiseröhre, Magen, Uarm. Den Verlauf des Darmtractus (VI. 1.) finden wir bei J. F. Meckel ' und Grube* gut beschrieben. Der ganze Darm auseinandergelegt ist etwa drei- bis viermal so lang als der Körper; damit er daher in diesem Platz finde, ist er in zwei Schlingen gelegt , welche überdies zu einer dexiotropen Spirale zusammengewunden sind. Die erste schlingenförmige Umbiegang des Darms findet etwas unterhalb der Mitte des Thieres statt (VI. 1. J); dann läuft der Darm wieder nach vorn bis in die Gegend des .\fters, wo er nach hinten umbiegt (VI. 1. / '), bis ans Ende der Lei- beshöhle läuft und nun hier sich zur Hauptschlinge umschlägt (VI. 1. /"), wonach er dann, nun abermals nach vorn gehend, zum After hinzieht. Im vordersten Drittel des Thieres, also etwa bis zur Höhe des Afters haben wir demnach nur ein Dartnrohr, das man füglich als Speiseröhre bezeichnen könnte; im folgenden Drittel liegen vier Darmröhre gewunden neben einander, im hintersten Drittel dann deren nur zwei. Alle diese Darmschlingen werden insgesammt durch feine muskulöse JMembranen und Fäden (VI. 1 . L), die überall wirtelformig von ihnen aus zur Leibesrauskulatur verlaufen, in der Lage gehalten. Der Darm hat eine äusserst dünne Wand, welche Ring- und Längsfasein und grosse Zellen mit gelbem Pigment enthält, und an der ganzen Aussen- und Innenfläche wimpert. besonders stark ist diese Wimperung aber auf der Innenfläche, denn auf dieser Seite ist die Darm- wand mit langen, cylindrischen Flimmerzellen ausgekleidet, welche sich an ihrem spitzen Ende in mehrere Ausläufer theilen, die uns in die Ringfasern des Darms überzugehen schienen. Ganz auf der Länge des Darms, am Ende der Speicheldrüsen beginnend und etwas vor dem After aufhörend, verläuft ein ungefähr 2""" breiter Streifen (VI. I. ic) , der in seiner Mitte wieder eine feine weisse Linie zeigt. Es ist dies der Ausdruck einer mächtigen Wimperfurche, mit welcher der Darm ausgestattet ist und welche wir an 2""" grossen Larven besonders gut über- sahen. Einige Zeit nach dem Tode des Thieres hat sich das Aussehen des Streifens etwas ge- ändert, indem die braune Seitenmasse der weissen Medianlinie näher rückt und nun nach aussen wieder einen weissen Saum hat. Schon bei geringer Vergrö«serung unter dem Simplex sieht man ilie mächtige wogende Mewegung der Wimpern in diesem Streifen , und bei stärkerer Vergrösse- rung sieht man, wie die weisse Medianlinie durch eine enge .Anhäufung der Läiigsfasern des Darms gebildet wird. 1) J. 1'". Meckel. System der vergleichenden Anatomie. IV. Halle 1*2'. ^. p. rttj. 1) a. a. O. Iti.^7. p. 21.%. 44 Untersuchungen über die Anatomie des Sipunculus nudus. Diese Wimper furc h e wurde von delle Chiaje ' für die veua portae angesehen und von Grube- für ein aus zwei neben einander Hegenden Gefässen bestehendes Darmgefiiss ge- halten. Peters^ glaubte in ihr den Eierstock zu erkennen, und Williams' beschrieb sie wieder als das mit Cilien besetzte Gefäss des Thieres. Etwa 3U""" hinter dein After sitzt auf dem Darm ein kleines Divertikel (VI. 1. x), das meist mit bräunlicher Masse, oft auch, wie es schien, mit Darminhalt gefüllt ist und eine deutliche Oeffnung in den Darm hat. Wir haben diesen kleinen Blinddarm nie grösser als 4 — 5""", meistens nur 2'"'" lang gesehen, doch giebt Grube ■"* an, dass er ihn au 5U""" lang ange- troffen habe. Etwas über dem After entspringt aus dem Längsmuskel, welcher grade auf die Mitte des Afters zuläuft, ein feiner Muskelfaden (VI. 1. s), der wie eine Spindel zwischen den Spiral- windungen des Darms liegt, und den wir deshalb den spindelartigen Muskel nennen. Der- selbe steht durch feine Seitenmuskeln überall mit dem Darm in Zusammenhang, und diese Sei- tenmuskeln, die ziemlich regelmässig gestellt sind, geben ihm auf den ersten Anblick das Aus- sehen eines ganglionären Nervenstranges : sein mikroskopischer Bau ist jedoch rein muskulös. Im hinteren Theile der Darmwindungen schwindet er dem Blicke und scheint sich nicht wieder an die Körpermuskulatnr anzusetzen. — Häufig, obwohl nicht immer, ist er im Vorbeilaufe mit dem Ende des Divertikels verwachsen. Pallas'^ besclireibt das Divertikel als das Herz und den spindelförmigen Muskel als ein von ihm nach hinten und vorn ausgehendes Gefäss; während delle Chiaje" den spindel- artigen Muskel für einen Nerven hält und das Divertikel für dessen Ganglion. Blanchard" erkennt darin ein Visceralnervensystem und fasst das Divertikel als dessen Ganglion auf; und Grube^ schliesslich schwankt, ob er ihn für einen Muskel oder einen Nerven lialten soll, bis H. Meyer'" durcli mikroskopisclie Untersuchung feststellt, dass es ein Muskel ist. Kurz vor dem Ende des Darms, etwas unterhalb der blattartigen Ausbreitung, mit wel- cher er sich vor der Afteröffnung an die Körperwand ansetzt, sitzen jederseits zwei Gruppen von büschelförmig gestalteten, kleinen, dünnen Blindsäckchen (VI. l-W)) die wir als büschelför- mige Körper bezeichnen. Es sind lauge, cylindrisclie, 0,04""" dicke, oft fingerförmig getheilte 1) a. a. O. p. l.i Tav. I. Fig. 6. e. 2) a. a. O. \Ki-<. p. 25(1. Taf. XL Fig. 1. V'. 3) a. a. O. l^.Ml. p. 3S2— SSO. 4) a. a. O. p. 610. 5) a. a. O. 1S37. p. 247. Taf. XL Fig. 4. v. 0) a. a. O. p. 15: Sub recto intestino et supra ocsophiiyeinn in ipso vai/iiiae murgine cor positiim est, re- niforniu rel potiiis didymum, molle, mai/niliidine senrinis Alceae : idipie siirsum et deorsiini ex eodeiii puncto ein ittit vasculum seiijiluni cnpillo luimano ii.r crassins per aliquod spatium rii/ididiim, sublattim, ac quasi artenosiim. 7) a. a. (). p. 15. 8) Blanchard. Organisation des J'ers. Cap. XIV. Sipunculus. — ^-binal. des scienc. nat. [3] XII. 1849. p. 56—59. 9) a. a. O. IS37. p. 244. 245. Kl) H.Meyer. Zur Anatomie der Sipuiiculidcn. Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. L IMO. p. 268. 269. 7. ]'erdauungstr actus. 45 Körper, innen mit 0,005""" grossen Zellen mit 0,004""" grossem, runden Kern ausgekleidet. Wir haben nicht deutlich gesehen, dass sie in den Darm einmünden, und wagen nicht über ihre Be- deutung eine Hypothese aufzustellen. Wo diese büschelförmigen Körper sich an den Darm setzen, ist auch der Ansatz von zwei Mu.skeln (VI. 1. q), die Grube' ,,nervorstreeker des Afters" nennt, und voii ihnen sehr richtig angiebt , dass sie jederseits im Verlauf des Ansatzes der beiden dem After benachbarten Retractoren des Rüssels entspringen. Den After hervorzustrecken werden sie jedoch wohl nicht vermögen, da ihr Verlauf schräg von der Körperwand nach vorn zum Darm gerichtet ist. Jederseits an die blattförmige Ausbreitung des Darmendes setzen sich kurze Aluskeln, welche von den Längsmuskeln dort entspringen, und wohl nur den Darm dort dicht unter der Afteröffnung überhaupt befestigen sollen. Ganz der Länge nach begleiten den vorderen Theil des Darmkanals, so weit er noch uu- gewunden verlauft, also bis zur Höhe des Afters, zwei etwa 60""' lange dünne Schläuche (VL 1. s), die wir als die schlauchförm igen Drüsen bezeichnen wollen. Sie sind äusserst dünnhäu- tig, mit ihrer einen Seite der Länge nach mit dem Darmrohr verwachsen, fallen aber dadurch leicht in die Augen, dass die runden Zellen, welche die feine tunica propria bedecken, oft gvup- ]ienweis mit röthlichen Concretionen gefüllt sind. Solche scharlachrothe Concretionen, zu Klümp- clien von einigen Millimetern Grösse angehäuft, findet man meistens in diesen Drüsen. — Die Drüsen laufen ganz bis zum Tentakelkranz, und wir vermutheu, dass sie sich dort in den Schlund öffnen, obwohl wir diese Oeffnung nicht gesehen haben. Von diesen beiden Schläuchen sah delle Chiaje^ nur einen, und erwähnt ihrer beim Gefässsystem als Ampolla Poliana , ohne über ihre Function eine Vermuthung zu äussern. Grube ^ bemerkt sehr richtig, dass zwei solcher Schläuche existiren, und glaubt, dass sie mit dem Hohlraum in den Tentakeln in Verbindung ständen, also zu einem Wassergefässsystem gehörten. Den Eingang in den Mund umgiebt der Kranz von Tentakeln. Selten findet mau sie ganz ungestreckt; ist das aber der Fall , so sind sie an 20""" lang. Sie bestehen aus zwei mehrfach zerschlitzten Stämmen mit ziemlich langen Endblättern. Meistens sind sie nur weni" hervorgestreckt, wo man dann sie als einen Kranz von 4 — ä""" langen lUischeln den Mund um- geben sieht. Ihre Farbe ist ,schmutzig orangegelb. Im Inneren sind sie hohl, und ihre eine Wand geht in die Schlundhaut, ihre andere in die Rüsselhaut über, so dass ihr Hohlraum also mit der allgemeinen Körperhöhle communiciren müsste; allein einen solchen Zusammenhang beider Höhlen haben wir nicht wahrnehmen können, es schien uns vielmehr der Hohlraimi in den Ten- takeln von der Körperhöhle durch eine Verwachsung der beiden Häute in der Linie, wo die Ten- takeln beginnen, abgeschlossen zu sein. Allein wir möchten doch glauben, dass das 'S'orstrecken der Tentakel durch Eindringen der Leibesflüssigkeit in sie vor sich geht, auf dieselbe Weise wie 1) a. a. O. p. 212. 243. Taf. XL Fig. i. m". 2) a. a. O. p. 14. \h. Tav. I. Fig. (i. d. ;i) a. a. O. 1^37. p. 2.51. 252. Taf. XI. Fig. 2. 7". /" 46 Untersuchunyeii über die Aiuiioiiiie des Sij)tincul(4S tii?4ü. p. ll'». Xote 7. 9. (Jenchlechtsorgane. 49 man leicht sieht , dass die innere und äussere Abtheilung des Hauchstranges beide aus etwa 0,OOS°"" grossen Zellen bestehen. Allerdings liiuft aus der Schnittfläche des Hauchstranges bei Druck mit dem Deckglase eine feine Kürnchenmasse aus, welche uns ausser den Pigmentzellen der äusseren Hülle, dem Hauchstrange die röthliche Farbe zu geben schien; allein eine solche feinkörnige ^Nlasse hat ja in einem Nerven nichts überraschendes. 9. Geschlechtsorgane. Der Sipunculus ist ein Zwitter; die Hoden sind jene beiden, lange bekannten Schläuche, die etwas vor dem After, aber an der Bauchseite münden; die Eier entstehen wie bei vielen Würmern unter der Haut. a. Hoden. Die Hoden sind zwei schlauchförmige, bis 60""° lange, meist runzelige und schmutzig grünliche, gelbliche oder bräunliche Drüsen , die im vorderen Theile des Körpers an der Bauch- seite liegen, und von denen jede mit einer sehr feinen OeiFining etwa in der Mitte zwischen Rüs- sel und After nach aussen mündet (VI. 1. t). Genauer kann man die Lage ihrer ^lündungen so bezeichnen: der After liegt in der 14ten Querfuiche von oben (vom Anfing des ßüssels an), die Mündungen der Hoden in der sechsten von oben; die beiden Mündungen stehen jederseits um vier Längsfurchen vom Bauchstrange ab, und also um zwölf Längsfurchen von derjenigen, welche auf die Mitte des Afters zuläuft. Am lebenden Thiere sind sie der Contractioneu wegen kaum zu sehen; am todten findet man sie ohne grosse Mühe. Die Hoden (VI. 1. t) bestehen aus einer festen tunica propria , welche nach innen von einem weiten Netzwerk von ÜMuskelbündeln, die aus einzelnen spindelförmigen Zellen zusammen- gesetzt sind, in Fächer abgetheilt wird ; diese sind mit runden, kernhaltigen Zellen ausgekleidet, deren Kerne nach Zusatz von Essigsäure sogleich in die Augen fallen, und in denen sich Zoo- spermicn bilden. In der Zeit der Samenreife findet man diese von den Muskelbündeln begrenzten I'ächer mit runden, feinkörnigen, gelben Blasen gefüllt, wohl Tochterzellen jener oben erwähnten grösseren Zellen. Später fallen solche gelbe Kugeln in das Lumen der Drüse hinein, und sind umgeben von einer Strahienkrone von freigewordenen Zoospermienfäden, durch deren Bewegung sie lebhaft umhertanzen. Endlich werden die Zoqspermieu frei und zeigen stecknadelartige Form mit besonders kleinem Kopfe. So sahen wir es im December in Neapel (VII. 10.). Pallas ' schon beschreibt diese beiden Drüsen, und sagt von ihnen : Genitalia Organa esse non duhito. delle Chiaje ° verlässt diese Deutung, und indem er sie den IMasen des Blut- egels und den Lungen der Holothurien parallel stellt, erklärt er sie für Respirationsorgane. Auch Grube '^ schliesst sich dieser Deutung, obwohl etwas zweifelnd, an, und erzählt nachher'', dass er einige Male Eier in ihnen getroffen habe ; jedocii geht aus seiner weiteren Beschreibung dieser Eier als biconvexer Linsen von 0,09 — 0, lOG Linie Grösse mit kreuzweis gefurchter Oberfläche I) a. a. O. p. 1.5. 2) a. a. O. p. 12. 'i) a. a. O. \Si'i. p. 253. 254. 1) a. a. O. 1S37. p. 255. Keferstein u. Elilers. Znol. Bt-itragc. 50 Untersuchungen üher die Anatomie des Sipunculus nudus. hervor, dass dies keine Eier von Sipunculus waren. Peters ' dann, der in der Wimperfiirche des Darms den Eierstock erkennen wollte, giebt an, unsere Hoden, in denen er auch P]ier ge- sehen hat, seien hinten offen und führten die Eier, welche frei in der Bauchhöhle umherschwim- men, als Oviducte nach aussen. Da wir die Entwicklung der Zoospermien in den Hoden beobachtet haben, so brauchen wir wohl nicht nach weiteren lieweisen zu suchen, um die früheren Ansichten 7,u widerlegen. Ivrohn^ beschreibt aus der Leibesflüssigkeit körnige Zellen, die er für die Bildungszellen des Samens hält, und führt au, zu gewissen Zeiten gingen aus ihnen feine variköse Fäden hervor: wir möchten in diesen Gebilden die von uns oben beim l^jlute geschilderten körnigen Zellen wie- dererkennen. jNIitte April fand dann Krohn ^ in der Leibesflüssigkeit reife, freie cercarienförmige Zoospermien, deren Vorhandensein an dieser Stelle wir uns allerdings nicht zu erklären wissen. h. Eierstock. Seit delle Chiaje* ist es bekannt, dass zu gewissen Zeiten im Herbste die Leibesflüs- sigkeit mit Eiern dicht gefüllt ist, und Krohn ''^ giebt eine genaue 15eschreibung derselben, mit der wir nur übereinstimmen können. Das Ei, ausgewachsen 0,1S7 — 0,190"'"' gross, hat eine Dotterhaut (VHE 5.) von 0,01'°™ Dicke, die von feinen 0,003 — 0,004'°"' von einander abstehenden Porenkanälen durchbohrt ist; auf diese folgt ein durchsichtiger, feinkörniger Dotter, und endlich ein 0,0.55"'°' grosses Keimbläschen mit 0,011'""' grossem Keimfleck. Das ganze Ei ist noch von einer Hülle umgeben, die eine poly- gonale Form hat, aus einer dünnen Haut mit grossen Kernen besteht, und in einem Abstände von etwa 0,03'"'" den kugeligen Dotter umgiebt. Solcher Eier findet man meist 4 — 10 Stück mit ihren Hüllen zu einem Haufen zusammenhängend frei in der Leibesflüssigkeit schwimmend (VIIL 3.). Die kleinsten Eier, welche wir so fanden, waren 0,03"'°' gross mit 0,01"°' grossen Keimbläschen; ihre Hülle bestand dann aus dicht an einander grenzenden grossen Zellen (VHL 4.). Die Bildungsstätte dieser Eier war aber völlig unbekannt. Wir hatten bereits eine sehr grosse Zahl von Sipunkeln secirt , und im November schon die ]jildungsstätte des Samen gefun- den, als wir endlich am 14. Dcccmber 1&59 in Neapel auch die der Eier entdeckten. Während man sonst nämlich unter der Haut bei genauer Betrachtung feine Pünktchen, die Hautdrüsen, sah, bemerkten wir hier unter der Haut grobe Körner, und schon bei GOfacher Vergrösserung sah man, dass diese von Eierklumpen herrührten, welche in der Cutis eingebettet lagen (VHI. 2.). Die Eier bilden sich hierin etwa, 0,25'°'° grossen, au ihrer Aussenfläche stark winipcrnden Schläuchen (VIIL l. 2.), in denen man meistens eine Menge zelliger Abtheilungen und ein oder zwei schon ziemlich reife Eier von 0, l"" Grösse beobachtet. Auch findet man einzelne freie Eier in diesen Hohlräumen der Cutis ; von hier werden die Eier, meistens noch in Gruppen zusannuen- . hängend, in die Leibeshöhle durch jene Lücken gelangen, welche bei der Kreuzung der Eing- und Längsmuskeln offen bleiben. Die weitere Ausbildung der Eier in Grössenwachsthum und ]) a. a. O. 1S5Ü. p. yS4. 2) a. a. O. ISöl. p. 3G9. 37(1. 3) a. a. O. 1S51. p. 371). 1) a. a. ü. p. II. ■")) a. a. O. 18.51. p. 370. 371. Taf. XVI. Fig. I. 10. Enhviciilung. 51 der Bildung der dicken porösen Dotterhaut geht in der Leibeshöhle vor sich, denn so vollständig ausgebildete Eier haben wir nicht in der Cutis liegen sehen. Um die Eier in der dicken Haut besser unter dem ^likroskope sehen zu können, entfernten wir an einem ausgeschnittenen Stücke der Körperwandung die Längsmuskeln, und oft gelang es auch, ohne die Cutis zu verletzen, die Ringmuskeln abzuziehen. Auf diese Weise fanden wir die Eier bei fünf Exemplaren , alle im December, bei einigen gleichzeitig im Hoden reife Zoospermien. Nachdem die Eier in der Leibeshöhle ihre völlige Reife erlangt haben, werden sie durch den Porus in der Eichel nach ausseli gelangen, wie das schon delle C'hiaje fa. a. ü. p. 11) anninmit, obwohl dies Durchpassiren noch von Niemandem wirklich beohaclitet ist. Wenn diese Bildungsstätte der Eier auf den ersten Blick etwas Ueberraschendes hat, so findet man doch unter den Würmern zahlreiche Analogien. So haben wir selbst in Messina be- obachtet, wie die Eier bei Alciope ' und Tomopteris als eine Weiterbildung der Zellen unter der äusseren Cutis entstehen ; bei Tomopteris bilden sich die Eier dort in grossen Klumpen, die sich bald darauf loslösen und frei im Leibe umhertreiben , meistens nur aus einem ziemlich reifen Ei bestehend, an dem aber eine grosse Gruppe kleinerer haftet. 10. Kntwickliiiig. j\l ax iSlüller^ entdeckte 1S50 bei Triest eine Larve, die er als zu Phascolosoma gehörig bestimmte. Krohn ^, der diese Larve 1 &51 bei Neapel wiederfand, erkannte darin das Junge von Sipunculus nudus, und beschreibt die frühsten Zustände, wie es sich aus dem Ei bildet und von der dicken Dotterhaut losmacht, indem er zugleich einige Verbesserungen zu den Müller'schen Beobachtungen hinzufügt. Unsere eigenen Beobachtungen beziehen sich auf den Bau von 2 — 4""° grossen Sipunkellarven , die wir in ziemlicher Zahl in Messina mit dem dichten Netze fingen. (VIH. 6. 7.) Unter der 0,0054""" dicken, sehr festen Cuticula liegt eine Schicht dicker polygonaler Zellen mit 0,0074"'"' grossem runden Kern, die hin und wieder und stets in Gruppen eine eigen- thümliche grünliche, feste Pigmentmasse, die nach Essigsäureeinwirkung braun wird, enthalten. Darunter kommen die Ringnuiskeln, welche dicht an dicht liegen; und ganz innen endlicli die 32 — 150 weit von einander abstehenden Längsmuskeln. Die vordere Abtheilung des Kopfes ist gelblicli und mit 0,03""" lan^gen Cilien tragenden Cylinderzellen bedeckt. — Die mäclitif^en Wim- pern des Wimperkranzes stehen auf 0,0ö7"'"' grossen, gelb pigmentirten Cylinderzellen. — - Der Mund liegt am Kopfe an der Bauchseite, während der After etwa in der Mitte der hinteren Ab- theiluiig auf dem Rücken sich befindet. Am Darmtractus kann man bei einem 4"'"" langen Jungen gut drei Abtheilungen unterscheiden (VHL 7.): den Oesophagus, der grade nach hinten bis zur Afterhöhe verläuft; dann den INIagen, der weiter ist, eine grosse Schlinge bildet, und mit 0,015"'"' 1) Hier auch zugleich die Zoospermien (die Thiere sind Zwitter und wir sahen öfter scheinl)ar reife Eier und Zoospermien zugleich im Blute). 2) Max Müller. Ueber eine den Sipunkulideu verwandte \\'urmlarve. Müll, .\rchiv f. .\nat. u. Physiol. 1S5(I. p. 4:i9— 4.52. Taf. XI. 3) a. a. U. 1S.51. p. .3ÜS-3MI. Taf. XVI. ■7 » 52 Unter siichungen über die Anatomie des Sipunc,ulus nudiis. grossen, runde Fetttropfen enthaltenden Zellen ausgekleidet ist; und endlich den Darm, der dünner ist und nach einigen kurzen Windungen am After nach aussen mündet. An den 4""" grossen Larven sieht man auch schon deutlich die Muskelfäden, welche den Darmtractus an die Körperwand befestigen; und bei den 2""° langen Larven sahen wir an vielen Stellen die Wimper- furche im Darm besonders deutlich. Etwas hinter der Höhe des Afters entspringen die vier mächtigen Rückziehemuskeln des Vordertheils , mit deren Hülfe sich das Thier fast zu einer Kugel zusammenziehen kann ; jeder von ihnen besteht aus zwei dicht aneinanderliegenden Parthien. Vorn im Kopfe liegt das grosse, zweilappige Gehirn , jederseits mit zwei rothen Augen- punkten, einem vorderen kleineren und einem hinteren grösseren. Von jedem Lappen geht grade nach vorn ein Fortsatz bis zum Vorderrande ab , und seitwärts entspringen die dicken Schenkel des Schlundringes, die sich darauf vereinigen und den Bauchstrang bilden. Dieser läuft im graden Verlaufe dem Hinterende zu und macht unmittelbar vor demselben eine oder zwei kleine Schlän- gelungen. Das Nervensystem hat im Verhältniss zur Grösse der Larven eine sehr bedeutende Entwicklung, und je jünger die Larve ist, um so grösser ist es im Verhältniss; so ist es z. B. bei einem 2""" grossen Jungen wenig kleiner, als bei einem 4""" grossen. Der 1 Jauchstrang besteht schon aus seinen beiden Abtheilungen, die aber beide aus runden 0,008'""" grossen Zellen, grade wie auch das Hirn, gebildet werden. Vom Bauchstrange sieht man bei der 4""" grossen Larve schon deutlich die Seitennerven abgehen, und bemerkt, wie er sich im vorderen Theile von der Körperwund entfernt (VIII. 7.). An der Bauchseite liegen zwischen dem Wimperkranze und der Höhe des Afters die beiden Hoden, als zwei geknickte Schläuche, die aussen eine tunica propria haben, nach innen davon deutlich wimpernde, 0,01'""' grosse, runde Zellen. Im vorderen Theile des Oesophagus mündet mit einem cylindrischen, innen wimpernden Ausführungsgange eine aus zwei kleeblattförmigen Lappen bestehende Drüse s, welche eine tunica propria mit runden kleinen Zellen besitzt, und deren Inhalt eigenthümlich strahlig zusammen- gefaltet ist. M. Müller und Krohn bezeichnen sie als das hodensackähnliche Organ, und er- sterer lässt es frei nach aussen münden. Der Lage nach möchten wir darin die Anlage der beiden schlauchförmigen Drüsen erkennen , obwohl wir bei diesen nicht gesehen haben , dass sie einen gemeinen Ausführungsgang besitzen. Die Körperwand steht weit von den Eingeweiden ab, und lässt also einen grossen Raum frei, welcher von der viele körperliche Elemente enthaltenden Leibesflüssigkeit strotzend gefüllt ist. Unter diesen morphologischen Elementen kann man vier verschiedene unterscheiden : kleine runde kernhaltige Zellen, wohl die späteren Blutkörper (VI. 16. a) ; körnige Zellen mit blassen, sternartigen Ausläufern (VI. 16. b); kleine Haufen kleiner runder Körner (VI. 16. c); und end- lich grosse blasse Blasen mit verdickter Wand an einer Stelle, an welcher grosse Cilien aufsitzen; diese letzteren möchten wir als Entwicklungszustände der topfförmigcn Körper des erwachsenen Thieres ansehen (VI. 14. 15.). III. lieber die Anatomie und Entwicklung von Doliolum. (Taf. IX. X. XI. XII.) '^iuoy und Gaimard' verdankt man die Entdeckung des Doliolum auf ihrer zweiten so fruchtbringenden Erdumsegelung. Sie fanden es an den Inseln Amboina und Vanikoro, und beschreiben mit einer für unsere jetzigen Bedürfnisse allerdings nicht ausreichenden Genauigkeit zwei Arten, Doliolum denticulatum und caudatum, welche beide man im Mittelmeer wiederer- kennen kann. Das Doliolum denticulatum wird später unter demselben Namen weiter beschrie- ben werden; das Doliolum caudatum scheint uns die Generation mit dem bilateralen Keimstocke zu sein, soweit man dies aus der unvollkommenen Beschreibung und Abbildung, welche eine langgestreckte Form mit breiten Muskelringen zeigt, beurtheilen kann. Schon vor Quoy und Gaimard hatte aber A. W. Otto' den Namen Doliolum an ein anderes Geschöpf aus dem Meere von Neapel, seinem Doliolum mediterraiieum, vergeben. Aber ganz wie Quoy und Gaimard möchten wir glauben, dass dies y, Zoll lange und '/^ Zoll breite tonnenförmige Wesen nichts anderes ist , als jenes seit Fers käl bekannte Haus unbekannter Abkunft', in welchem die Phronima sedentaria wohnt. Die französischen Naturforscher glaubten sich dadurch berechtigt, den Namen Doliolum anderweitig zu vergeben, was wir allerding's ebenso wie H u X 1 e y nicht zu billigen vermögen, aber uns, um Verwirrung zu vermeiden, doch gezwungen sehen, ihrem Beispiele zu folgen. 1 ) Voyagc de decouvertes de VAstrolabe par Dumont d'Urville. Zunlnyie par Quoy e< Gaimard. T. 111. Part 2. Paris 1S35. S. p? 599— 602. Atlas Mollusques. Fol. PI. S9. Fig. 25— 2S. Dol. denticulatum und Fig. 29. .'id. Dol. caudatum. 2) Beschreibung einiger neuen Mollusken und Zoophyten in Nova Ada Acad. Lcoj). C'arnl. Vol. XL Pai-t. 2. ls2:i. Ki. Düliol. mediterraneum. p. 313—31-1. Taf. 42. Fig. 4. 3) Einige Naturforscher sind geneigt, dieses Haus für eine Absonderung der Phronima selbst zu halten. Das möchte jedoch nicht der Fall sein, denn einmal hat dieses Haus sehr häufig aussen regelmässige Längsrippen, von denen sich meistens eine zu einem hohen Kiel erhebt, oder eine höckerige selbst zackige Oberfläche (wonach delle Chiaje drei Formen unterscheidet: Dol. raediterraneum ganz glatt, Dol. papillosum zackig und Dol. sul- catum gerippt, in Memorie s. storia e nutomia etc. Tab. 70. Fig. 5. 6. 7. Napoli \S.W. 4. ohne Text); und zwei- tens sind in der hyalinen Wand des Hauses ziemlich dicht bei einander runde, 0,01""» grosse und sternförmige Zellen einzeln gelagert, so dass wir das Haus am liebsten für die Hülle einer nocli unbekannten Tunicate anspre- chen möchten. Vergl. Löwig et Kölliker. De la coiiipositinii. et de la structiire des t'iwelojjjws des Tii/iiciers. ~ Amt. 6V/cHf. nat. Znol. [3]. V. ISKi. p. 197. 54 Ueler die Anato?nie und E7tiicicMung von Doliolum. Die erste genauere Beschreibung unseres Thieres gab Th. Huxley ', welcher das Do- liolum denticulatum auf seiner Reise mit dem Schiffe Eattelsnake im südlichen stillen Ocean wiederfand. Ihm verdankt man den Nachweis, dass Doliolum eine Tunikatengattung bildet, welche ihrer Organisation nach zwischen Salpa und Pyrosoma in der Mitte steht, und obwohl er nur den Hoden erkannte, glaubte er doch sehr richtig, dass die Thiere Zwitter und die Eier nur schon früher ausgetreten seien. Ueber die Entwicklungsweise macht Huxley keine Angaben, und in dieser Hinsicht verdankt man Krohn ^, der Doliolum in Neapel und ]Mcssina untersuchte, einen grossen Fort- schritt. Nachdem nämlich dieser unermüdliche Naturforscher den Generationswechsel der Salpen im Speciellen nachgewiesen und zur allgemeinen Anerkennung gebracht hatte, beschrieb er eine ganz ähnliche Fortpflanznngsweise auch von Doliolum, bei welchem aus dem Ei der geschlecht- lichen Generation eine geschlechtslose Generation entstehen sollte, die an einem Keimstock, wel- cher entweder an der Bauch- oder Rückenseite entsprang, wieder die geschlechtlichen Thiere hervorbrächte. — Wenn Krohn auch in der Deutung seiner Beobachtungen in vieler Hinsicht irrte, so bildet seine Darstellung doch den Ausgangspunkt für die Untersuchungen Gegen- baur's ^, wodurch nachgewiesen wurde, dass bei Doliolum nicht zwei, sondern drei Generationen mit einander abwechseln, und dass die geschlechtlichen Thiere wahrscheinlich erst am Keimstock der zweiten ungeschlechtlichen Generation sprossen. Auf eine umständlichere Darstellung der ^[einung Krohn's im Vergleich zu Gegenbaur's so merkwürdigen Entdeckungen müssen wir im Kapitel von der Entwicklung zurückkommen, und übergehen sie hier, ebenso wie die ver- schiedenen Bemerkungen über die Anatomie von Doliolum, die in Leuckart's * Arbeit über die Salpen zerstreut sind, imd die an den betreffenden Orten näher berücksichtigt werden sollen. Zum leichteren Verständniss des Folgenden führen wir hier vorläufig an, dass bei Do- liolum drei verschiedene Generationen auf einander folgen. Die geschlechtliche bezeichnen wir mit A (IX. 1. 2. 3.), die zweite, also aus dem Ei der ersten entstandene, mit B (IX. 7. X. 1. 2. 3. 4.); diese ist geschlechtlos und hat am Hinterende auf der Rückenseite einen Keimstock, an dem die dritte Generation sprosst, für welche wir das Zeichen C gebrauchen. Diese dritte Gene- ration besteht wieder aus zwei Sorten von Wesen, solchen, die in der Medianlinie des Keimstocks sprossen, Mediansprossen C" (IX. 8.), die am Hinterende auf der Bauchseite einen Keimstock für die hier sprossende geschlechtliche Generation A tragen, und solchen, welche an den Seiten- theilen des Keimstocks knospen, Lateralsprossen C (X. 8. 9. 10.), von denen wir nicht wissen, ob sie noch eine weitere Fortpflanzung haben. Von jeder dieser Generationen haben wir ver- schiedene Formen beobachtet, welche sicher den verschiedenen Arten der "eschlcchtlichen Genc- 1) Remarks tipon Appeiidicidun'a and Doliolum , two genera of the Tiinicata. in Philosnph. Tninsnct. lioy. Soc. London. Year 1S51. Part II. p. 599—602. PI. XVIII. Fig. 5—9. — Read. March. 27. Isr.l. 2) Ueber die Gattung Doliolum und ihre Arten im Archiv für Naturgeschichte. 1S52. 1. p. ö:)— (iö. Taf. II. 3) Ueber die Entwicklung von Doliolum. Zeitschrift für wisseusch. Zoologie. Bd. V. 1^53. p. Ki — 15. und Ueber den Entwicklungscyclus von Doliolum nebst Bemerkungen über die Larven dieser Thiere. ibid. Bd. VII. 1S55. p. 2S3— 31-1. Taf. 1-1. 15. IG. ' 4) Zoologische Untersuchungen. Heft II. Salpen und Verwandte. Giessen 1S54. 4. Körperwandungen. 55 ration entsprechen, deren enilgültigeReduction auf die beiden beobachteten geschlechtlichen Arten \A (D. denticulatum) und lA (ü. ^Müllerü) uns aber nicht gelungen ist, und die wir deshalb als 1, 2, 3 . . . .der betreffenden Generation unterscheiden, und diese Zahl ihrem Hnchstaben vor- setzen, als 1-B u. s. w. " Kürperwaiidiingeu. JMau kann sich den Bau von Dololiuni dadurch versinnlichen, dass man es sich vorstellt als ein an beiden Enden offnes Fässchen mit doppelten Wänden , deren Zwisclienraum von den Eingeweiden und dem Blute gefüllt ist, und die, unbedeutende Verbiudungsfäden abgerechnet, nur an den Körpermündungen mit einander verbunden sind. Die Athemhöhle , in welche der Mund und After münden, und die durch die darin ausgespannten Kiemen noch beschränkt ist, wird also von der inneren Haut b begrenzt, während die äussere Haut a die eigentlich äus- sere Körjjerhaut bildet. Die äussere und die innere Haut haben gleichen anatomischen Bau. Bei ganz jungen Individuen (X. 6.) bestehen sie aus mehreren Lagen von 0,01'°"' grossen, runden Zellen; später bilden die Zellen nur eine Lage, und im ausgebildeten Zustande findet man eine dünne durch- sichtige Haut, mit vielen sternförmigen oder runden Zellen, oder auch mit blossen Zellenrudi- mcnten und Kernen. — Die beiden Häute gehen an den Körpermündungen in einander über, aber ausserdem stehen sie noch an vielen und zerstreuten Stellen durcli quere, zwischen ihnen ausgespannte feine Fäden in Zusammenhang; doch wird dadurch ihre Verbindung keineswegs eine feste, so dass sie, namentlich \venn (his Thier auf dem Objeclträger liegt, oder auch noch dazu vom Deckglase gedrückt wird, mannigfach auseinanderweichen und sich einander nähern. An der Lmenseite der äusseren Haut liegen die lluskeln ??2, stehen jedoch mit derselben nicht im unmittelbaren Zusannnenhange, sondern sind nur durch feine Fäden an ihr befestigt, so dass sie oft ein ziemliches Stück in den Hlutsinus hinein sich von ihr entfernen können. Ein äusserer Mäntel, wie er den Salpen zukommt, fehlt bei Doliolum , und nur bei der Generation B sieht man ganz zu aussen noch eine feine Haut, in welcher man bei jungen Indivi- duen auch Zellen und Kerne findet, die man aber vielleicht nur als Rest der Eihaut auffassen darf. Dülioluni entfernt sich also schon in Bezug auf seine Körperwandungen von Salpa, denn abgesehen davon, dass Doliolum der Mantel fehlt, ist bei Salpa auch der Raum zwisclien beiden Kürperhäuten von einer festen ]\Iasse ausgefüllt ^, in welcher nur Platz für die Eingeweide frei 1) Ein kurzer Auszug der vorliegenden Abhandlung ist am 30. October l'^6(l der k. Societät der Wis- senschaften in Göttingen vorgelegt. Siehe deren Naclirichten u. s.w. ISOÜ. Nro. 2ü. p. 2"^9— 2!)ö. 2) Der Mantel, den wir besonders bei Salpa democratica und africana untersuchten, besteht aus einer hyalinen Grundsubstanz mit sehr vielen eingelagerten Zellen von 0,U(JT— 0,U.'i5"">" Grösse und von runder, spindel- und sternförmiger Gestalt. Oft fanden wir diese Zellen mit zwei Kernen und in Theilung begriffen, und wir möch- ten demnach die hyaline Grundsubstanz für die von den Zellen gebildete Intercellularsubstanz halten, und müssen darin von Leu ckart (a. a. O. p. 12) abweichen, der den Mantel als ein Sercctionsproduct der Salpo aut'fasst. Auch die K örper wand hat denselben histologischen Bau, wie er eben vom Mantel angegeben ; nach der Athemhöhle zu ist sie von einem sehr schönen Eiiithel aus 11,01 — 0,(i',i""" grossen polygonalen Zellen bedeckt. r 56 JJeher die Anatomie und EnitoicMung von Doliolum. gelassen ist und durch die sich das Lacunensystem des Blutkreislaufes verbreitet, wie Leuckart dies zuerst genauer besehrieben hat. Je weiter also die Blutlacunen werden, oder jemehr Platz in der Körperwand das Hlut im Gegensatz zu jener festen Ausfüllungsmasse einnimmt, desto mehr nähert sich in dieser Hinsicht der Hau von Salpa dem von Doliolum, bei welchem eben das Blut diesen Raum allein ausfüllt. Einen solchen Uebergangszustand bildet unter den Salpen die Salpa democratica-mucroiiata ; denn wie bei Salpa africana, pinnata, fusiformis ein mehr oder weniger fein verzweigtes Lacunensystem sich findet , so sind hier die Lacunen sehr weit und grösser als die zwischenliegenden festen Tlieile der Körperwand geworden , so dass das Blut hier nicht mehr wie bei jenen Salpen sich in scheinbaren Gewissen bewegt, sondern mehr unregelmässig in den weiten Lacunen hin und herwogt. Während wir also bei Salpa africana etc. den Bau der Körper- wand so finden, wie ihn Leuckart ' im Allgemeinen beschreibt, müssen wir für die Salpa de- moeratica den Bau in der Art für richtig erkennen, wie es Eschricht" von Salpa cordiformis und zonaria und Huxley ' von Salpa democratica darstellt, dass nämlich die innere und äussere Körperhaut, einige wenige und unbedeutende Querverbindungen abgerechnet, nur an den ^lün- dungen mit einander verwachsen sind und zwischen ihnen das Blut sich frei befindet. — Ein auffälliger Unterschied im Bau von Salpa und Doliolum liegt aber ferner in der Lage der Mus- keln : bei Salpa liegen diese stets der inneren Haut auf, bei Doliolum stehen sie mit der äus- seren Haut in Verbindung; bei Salpa liegen also die Blutlacunen aussen von den Muskeln, bei Doliolum bewegt sich das Blut an der Innenseite der Muskeln. An der vorderen und hinteren Körperöffnung theilt sich die Körperwand in eine Reihe von Lappen; hinten sind es stets zehn, vorn aber bei den Generationen A undC" zwölf, bei der Generation B nur zehn. Beim Nervensystem kommen wir auf die eigenthümliehen Nervenendi- gungen in diesen Luppen, so wie auf die, welche in der äusseren Haut zerstreut sind, zurück. l>liiskclii. Die Muskeln bilden Ringe, welche wie Tonnenbänder den Körper umspannen : bei den Generationen A und C"" sind es acht, bei der Generation B neun Ringe, von denen zwei an den Enden des Körpers liegen, über welche nur die Endlappen noch hinausragen. Wie schon gesagt, liegen die Muskeln an der Innenseite der äusseren Haut und sind mit dieser nicht verwachsen, wie die Muskeln bei Salpa mit der inneren, sondern sind nur durch feine Fasern an sie geheftet, welche es ihnen gestatten, sich oft ziemlich weit von ihr zu entfernen. Die Muskeln sind sehr verschieden breit in den verschiedenen Generationen, und bei B können sie bis zur gegenseitigen Berührung wachsen , wo dann allerdings ihre faserige Structur meistens verloren geht und sie zu einer hyalinen Masse verschmolzen sind. 1) a. a. O. p. lt. 2) Undersiiijelser over Salperne in Kongl. Danske VidcnskabernesSelskubs iiafiirv. off math. .If/iti/idliiit/er. Deel VIIl. Kjöbenhavn 1841. 4. p. 3ia. 3) Observatiuns iq>on the Anatomy and Vhtitiologij of Scdpti and Pijrusoma in l'/iilos. Transacl. roy. Svc- oj' London., iSb\. Part II. p. 570. Athemhöhle. 57 Die Muskeln bestehen aus einer grossen Menge von 0,0027 — 0,003"" breiten Fasern, welche bei älteren Exemplaren in mehr als einer Schicht über einander liegen, und an denen mit Essigsäure keine Kerne sichtbar werden. Also auch in dieser Hinsicht weicht Doliolum von Salpa ab, denn bei letzterer bestehen die Muskeln nur aus sehr wenigen, in nur einer Schicht neben einander liegenden breiten Fasern, die deutlich quergestreift erscheinen und stets deutlich bleibende ovale Kerne in regelmässigen Abständen gestellt enthalten. Die Muskeln können den Körper sehr kräftig contrahiren ; thun dies die vorderen Mus- keln, so bewegt sich das Thior nach vorn, thun es die hinteren, so bewegt es sich nach hinten. Stets ist die Bewegung eine hüpfende. Atliemhölile. Die Kiemen treten in zwei verschiedenen Anordnungen auf; die eine findet man bei Doliolum MüUerii gen. A und C" und bei der ganzen Generation B , die andere bei Dol. den- ticulatum gen, A und C"". Stets aber bilden die Kiemen eine quer durch die Athemhöhle ge- stellte Scheidewand, welche mit dem Blutraume an ihrer Anheftungslinie im offenen Zusammen- hange steht, und die von fiiit Cilien umsäumten Löchern in zwei Reihen, einer rechten und lin- ken, durchbrochen ist, durch welche dem Wasser der Weg durch die Athemhöhle gestattet wird_ Im ersten Typus (IX. 5. 7.) der Kiemen bildet diese Scheidewand eine schräg gestellte, von liinten nach vorn etwa unter 60" geneigte Ebene, mit jederseits vier oder fünf querlänglichen Löchern über einander. Im zweiten Typus (IX. l 2. 3. 8.) ist diese Scheidewand keine Ebene mehr, sondern eine stark gekrümmte Fläche, deren concave Seite nach vorn sieht und deren Ansatzlinie vorn oben am zweiten Muskel beginnt, dann bis hinter den fünften nach hinten läuft , darauf in kurzer Biegung umbiegt und fast bis zum dritten Muskel wieder nach vorn hinzieht. Jederseits ist diese hohle Scheidewand von querlänglichen, über einander gestellten Löchern durchbohrt, deren Zahl von 26 bis 43 auf jeder Seite wechseln kann, ohne dass dadurch Speciesunterschiede bedingt würden. Die Kiemenlöcher sind von einer Keihe länglicher, 0,0 IS""" grosser, kernhaltiger und lange Cilien tragender Zellen umsäumt. In der Medianlinie'dieser Kiemenscheidewand, aber stets unterhalb der Axe des Körpers, Hegt der Mund o, zu welchem das Mundwimperband u aus dem Endostyl e hinführt. An der Bauchseite liegt, in den Blutsinus eingesenkt, das Endostyl e, welches am zwei- ten Muskel beginnt und etwas vor dem fünften endet. Es ist das eine wie bei den Salpen gleich in die Augen fallende, dickwandige, aus Zellen bestehende Rinne, deren Seitenwände etwas nach aussen umgebogen sind und innen stark flimmern. Vorn endet sie blind, und in sie hinein führt von rechts und links das Schlundwimperband to, während hinten, noch vor ihrem zugespitzten Ende, sich das Mundwiniperband u aus ihr erhebt und in der Medianlinie der Kiemenscheide- wand aufsteigt. Es tritt dort an der linken Seite des iSIundes ein und führt in einer linksgewun- denen Spirale in den Schlund (XI. 4. ö.j. Keferstein u. li h 1 e rs, Zool. BeitiJi^c. . ^ 58 Ueher die Analomie und Entwicklung von Dolioliim. Vorn zwischen dorn zweiten und dritten Muskel entspringt also aus dem Endostyl mit einem rechten und linken Sehenkel das Schhindwimperband, und steigt an den Seiten der Athem- höhle auf bis zur Medianlinie, wo die Schenkel in zwei in einander liegenden rechtsläufigen Spi- ralwindungen enden: dieser gewundene Theil des Schlundwimperbandes an der Rückenseite des Thieres, welcher bei Doliolum denticulatum gen. A und C"" im ersten, bei Dol. Müllerii gen. A und C"" im zweiten, bei der Generation B im dritten Intermuskularraum liegt, pflegt, weil er von einem besonderen Nerven versehen wird, für ein Sinnesorgan, eine Nase, gehalten zu werden; wir kommen dort später darauf zurück. Organe des Kreislaufs. Das Blut befindet sich, wie schon bei der Besprechung der Körperwandungen angegeben ist, frei in dem Räume zwischen der äusseren und inneren Körperwand , den man als die eigent- liche Körperhöhle ansehen muss, und der nicht wie bei den Salpen zum Theil von einer festen, das Blut auf ein blosses Lacunensystem beschränkenden Masse eingenommen wird. Hier um- spült das Blut frei und von allen Seiten die in der Körperhöhle liegenden Eingeweide: den Ver- dauungstractus , die Geschlechtstheile, das Nervensystem; das Herz dient weniger dazu, dem Blutlauf eine bestimmte Richtung zu geben, als um das Blut überhaupt in Bewegung zu setzen, wozu die allgemeinen Contractioncn des Körpers ebenso mitwirken. Das Herz c liegt hinter dem Endostyl unter dem Oesophagus, bei den Generationen ^4 und C"" im vierten, bei der Generation B im fünften Intermuskularraum, eingeschlossen in dem cylin- drischen oder langovalen Herzbeutel c' . Es liegt nicht ganz in der Richtung der Axe des Körpers, sondern zu dieser etwas schräg, so dass das vordere Ende ein wenig nach links gerichtet ist (I. 1 .). — Der Herzbeutel besteht avis einer dünnen durchsichtigen Haut mit eingelagerten Kernen, und ist, wie man an dem Ein- und Ausströmen der Blutkörper sieht, an seinen beiden Enden offen. — Das Herz (XII. 2. 3.) ahmt die Gestalt des Herzbeutels nach, und ist mit seiner ganzen Rücken- flache an diesen breit angewachsen: es besteht aus einer dünnen Haut mit einer grossen Zahl ringförmiger Muskelfasern , von denen jede aus einer Zelle entstanden zu sein scheint, da sich grade an der Bauchseite in jeder ein grosser Kern befindet. Das Herz macht recht rasche Con- tractioncn , welche an einem Ende beginnen und wie Wellen nach dem andern hinlaufen; und wie bei den Salpen wechselt die Richtung der Contractioncn, doch sehr wenig regelmässig, denn oft geht es minutenlang in einer Richtung, und macht dann nur einige Contractioncn in der an- dern , um wieder zu der früheren zurückzukehren. Stets macht sich der Wechsel so, dass die Contraction an beiden Enden zugleich beginnt, beide Wellen also gegeneinander laufen, dass dann ein kleiner Stillstand erfolgt, und darauf erst die Contraction in der neuen Richtung regel- mässig vor sich geht. Bei der Generation B befindet sich an der Hinterseite des Herzbeutels ein eigenthüm- liches, frei durch die Bauchwand nach aussen mündendes rose tt enförmiges Organ. Im ausgebildeten Zustande (IX. 7., XII. 2. 3.) besteht es aus einem Körper, welcher von sechs der Längenach an einander gehefteten liappcn zusammengesetzt wird, so dass er die Form eines VerduuiüigstractuH. "■' ■'••\> •'■öcher getreten ist, vermag aber nicht hinten aus dem Körper zu gehtugen, weil die EgeslionsöfFnung geschlossen ist, und muss deshalb wahrscheinlich den Weg durch die- selben Kiemenlöcher zurückmachen. In der Medianlinie des unteren Theiles der Kiemenhaut liegt der Mund , zu dem das Mund wimperband aus der Bauehfurche hinaufführt. Am Eintritt in den Mund macht das Wim- perband eine Spirale, grade wie es oben beschrieben ; so wie die Form des ganzen übrigen Ver- dauungstractus überhaupt wie bei der Generation 3jB ist. Das röhrenförmige Organ x am Darm ist vollständig ausgebildet. Das Herz c, dessen Hau und Verhältniss zum Herzbeutel ebenso ist, wie oben bereits beschrieben, liegt links vom hinteren Ende des Endostyls, und also auf der gleichen Stelle wie beim typischen Doliolum, wenn man bedenkt, dass dieTheile, wie Endostylende undDarmtvactus, hier so nahe gedrängt sind. Ein rosettenförmiges Organ am Herzbeutel fehlt; ebenso wie das Ohr. An der Bauchseite befindet sich am hinteren Theilenoch ein bemerkenswerthes Gebilde. Dort springen nämlich neben einander zwei kurze Fortsätze z vor, deren Wand oben verdickt ist, und von deren jedem eine sehr lange, schmale, steife Membran ausgeht. In diese Fortsätze tritt ein Nerv (XI. 11.), und scheint in einem Haufen Nervenzellen unter der steifen Älenibran zu enden. Gegenbaur' beschreibt das Organ als einen ,, fadenförmigen Anhang" von sehr einfacher EeschafTenheit, doch ist der Bau in der angegebenen Weise complieirt, und wir sind nur darüber nicht ganz sicher, ob statt der schmalen, steifen Membrane nicht vielleicht nur zwei lange Borsten vorhanden sind, welche den Seitencontouren der Membran entsprächen. 1) a. a. ü. p. 292. Taf. XV. Fig. 10. r. 70 lieber die Anatomie und Entiüicklung von Doliolum. Da Geschlechtstheile total mangeln, so suchten wir mühsam nach einem Keimstock, da man sich schwer denken mag , dass diese Sprossen ohne Nachkommen untergehen sollten : aber das Einzigste, was einem solchen nur etwas ähnlich sähe, sind diese beiden hinteren Fortsätze, welche aber auch gar nichts boten, was sie nur mit Wahrscheinlichkeit als ein Keimstock an- sehen lassen konnte; vielmehr waren sie an den grössten, und oft schon ganz schlaffen Exem- plaren viel kleiner und ganz zurücktretend. Die Lateralsprossen bieten untereinander unterschiede, die sich besonders auf die Form und Grösse des Stiels gründen ; denn entweder ist der Stiel lang, bis l'/s mal so lang als der Kör- per, oder er ist ganz kurz, und dann kann drittens noch zur Seite des kurzen Stiels eine schup- penartige Ausbreitung ebensthätigkeiten etwas ab- nehmen, so lösen sich eine grosse Menge derselben von ihr los , und fallen in den inneren Hohl- raum des Thierstocks hinein. Es sind aber auch die Einzelthiere nur an ihrem vorderen Theile 1) In seinen Memoires stir les Animaux sans veriibres. Seconde Partie. I, Fascic. Mecherches sur les Ascidies. Paris lsl6. S. p. 51—59. PI. 22. u. 23. 2) Observations upon the Anatomy and Physiology of lialpa and Pyrosoma. Sect. II. The Anatomy of l';irosoma in P/iilosoph. Transad. R. Soc. London. 1S5I. Part II. p. öSü— 585. PI. 17. 3) Huxley (a. a. O. p. 581) giebt für das von ihm untersuchte Pyrosoma atlanticuni grade die ent- gegengesetzte Lage an. Muskulatur. 73 meistens nur bis zum Beginn der Kiemen mit der Hülle überhaupt in Verbindung, und liegen mit dem ganzen übrigen Theile unverwachsen darin : soweit enfernt sich die Hülle auch oft be- trächtlich von der Körperwand des Thieres , und man bemerkt, wenn man den Thierstock der Länge nach aufschneidet, an der inneren Fläche der Hülle stets eine grosse Anzahl weiter Lö- cher, welche in die blindsackförmigen grossen äusseren Fortsätze der Hülle führen, in denen stets ein Einzelthier in der angegebenen Weise lose darinsteckt. Will man ein solches anscheinend lose in der Hülle liegendes Thier herausziehen, so sieht man , duss es an seinem Vorderende mit derselben verwachsen ist, und es ergiebt sich bei der Betrachtung desselben unter dem Mikroskope, dass an jeuer Verwachsungsstelle von der äusseren Haut eine Menge feiner Fäden und Zacken ausgehen, die nichts anderes als die Ausläufer der Zellen dieser Haut sind, welche sich in die Hülle einsenkten (XH. 7.). Die Hülle besteht aus einer sehr festen hyalinen Substanz, in welcher ziemlich dicht bei einander 0,016^0,020""" grosse Zellen liegen, mit vielen sternförmigen Ausläufern, welche oft nach langem und verzweigtem Verlauf mit den Ausläufern anderer Zellen zu anastomosiren scheinen (XII. 6.)- Der Kern dieser sternförmigen Zellen ist rund und 0,003 — 0,004""' gross. Die Körperwaud der Einzelthiere hat ganz die Beschaffenheit der von Doliolum : sie be- steht aus einer äusseren a' und einer inneren b' Haut, die nur an den Körperöffnungen zusammenhängen und deren Zwischenraum vom Blute und den Organen ausgefüllt ist ^. Beide Häute bestehen aus Zellen, die oft polygonal und bis 0,04""" gross sind und unmittelbar an einander stossen, oft aber auch viel kleiner und unregelmässig sind , und dann durch hyaline Masse getrennt werden. IMiiskiil.itiir. Die Muskulatur ist nur unbedeutend entwickelt. Die Ingestions- und Egestionsöffnung ist jede von einem kräftigen Eingmuskel umgeben, der die Oeflfnungen völlig verschlicssen kann. Zwei andere schmälere Ringmuskeln befinden sich in dem vorderen Theile der öfters zu einem langen Sipho verlängerten Ingestionsmündung; und endlich liegt am Hintei theile in der Gegend der Verdauungswerkzeuge auf jeder Seite ein langes Stück eines uuterbrochneu , fünften Ring- muskels *. — Die Jluskeln liegen wie bei Salpa an der äusseren Seite der inneren Haut, und be- stehen aus einer Schicht feiner Fasern, ähnlich wie bei Doliolum. — Kräftige Contractionen kann demnach das Einzelthier ausser an seinen KörperöfFnungen nicht wohl machen; aber kei- neswegs kann man ihm jede Bewegung absprechen , wie man das sogleich an den verschiedenen Contractionszuständen sieht, in denen man es erhält. 1) ,,Seconde tunique" Milne Edwards. Observatinns sur les Ascidies composees des cnles de la Manche in Mein. Acad. Sc. de l'Instü. de France. Tome XVIII. Paris lf!42. p. 269. 2) ,,Troisiime tunique" Milne Edwards, a. a. 0. p. 27U. 3) Wie das bereits Huxley (a. a. O. p. h^'l) angiebt. 4) Diesen Muskel kennt schon Savigny. — Huxley (a. a. O.p. ÖS4. öSö. PI. I". Fig. S.) beschreibt bei einem jungen Exemplar noch einige andere Muskeln , von denen beim erwachsenen keine Spur mehr vorzu- komraen scheint. Keferstein u. Ehler a. Zool. Bfitragp. [Q 74 , Bemerkungen iiher die Anatomie von Pyrosoma. Atbeinhöhle. Die Gesammtform des Einzelthieres ist im Querschnitt oval , so dass man es sich im Allgemeinen denken kann von der Gestalt eines Cylinders mit pvaler Basis, dessen beide Enden sich zu Kegeln verjüngen, in deren Spitzen sich die Kürperöffnungen befinden. In der Athem- höhle ist nun, der abgeplatteten Seite des Thieres parallel, jederseits eine Kiemenscheidewand ausgespannt, welche also beide wie Sehnen im ovalen Querschnitt erscheinen. Die Kiemen liegen von den Seitenwänden des Körpers nicht weit ab und stehen deshalb oben weit von einander entfernt; unten aber hängen sie mit einander zusammen, und das einge- strömte Wasser hat also keinen anderen Weg als den durch die Kiemenspalten, während zugleich die mit eingeführten NahrungsstofFe in den Mund treten können , der sich an der einen Seite unten in diesem Kiemenblindsacke befindet. .Jedes Kiemenblatt besteht aus einer Reihe (24 — 32) von über einander liegenden Quer- spalten, welche also im Kiemenblatte eine gleiche Zahl Querröhren übrig lassen , durch die das Blut mit seinen Rlutkörpern strömt. Die Querspalten sind von länglichen kernhaltigen Zellen mit grossen Wimpern umsäumt, deren Bewegung das Wasser durch diese Spalten hindurchtreibt. Die Querröhren werden nach aussen zu durch zahlreiche Fäden, welche zwischen ihnen und der flachen Körperwand ausgespannt sind, in Lage erhalten, und nach innen von S bis 14 Längs- fasern gestützt '. In Betreff der Kieme stimmt Pyrosoma also fast völlig mit Doliolum überein : bei eini- gen Formen (IX. 5. 7.) von Doliolum ist es eine blosse Querscheidewand, bei anderen (IX. 1. 2. 3.) und bei Pyrosoma ist diese Querscheidewand zu einem Blindsack ausgezogen, dessen Seitentheile die Kiemenlöcher tragen und in dessen Hintergrunde der Mund liegt. In der Ingestionsmündung steht ein Kranz von kleinen Tentakeln, von welchen der eine, der der Seite des Endostyls entspricht, die übrigen an Länge weit übertrifft. Sie sind radial nach innen gerichtet, wie das Milne Edwards für andere Ascidien zuerst beschrieb , und an ihrer Spitze mit grossen Cilien besetzt. Vor dem Anfange der Kiemen wird die Athemhöhle von dem Schlundwimperbande w umsäumt, das an der Bauchseite ^ in das Endostyl , an der Rückenseite bis in die Nähe des Ge- hirns tritt, wo ein hohler mit Cilien ausgekleideter Fortsatz 7ia desselben zu ihm stösst, der der Nase von Doliolum völlig analog. ist. Das Endostyl e hat dieselbe Beschaffenheit wie bei Doliolum : es ist eine tiefe, mit gros- sen Cilien besetzte Rinne, die mit ihrer Rückseite im Blutsinus liegt, und deren Wände aus glänzenden, scharf contourirten Zellen bestehen. 1) Welche Huxley (a. a. O. p. 583) mit Unrecht auch Röhren zu sein scheinen. 2) Die Namen Bauchseite , Rückenseite brauchen die Schriftsteller bei den Tunicaten in verschiedener Bedeutung. Savigny nennt die Seite des Endostyls Rücken-, die des Hirns Bauchseite; ihm schliesst sich Huxley an. Milne Edwards dagegen braucht grade die umgekehrte Bezeichnung, und nennt die Seite, auf •welcher das Hirn liegt, die Rückenseite, die Seite des Endostyls Bauchseite ; diese letztere Bezeichnung befolgen wir hier, und danach ist auch rechts und links zu verstehen. Ciiculationsapparat . ^'erdattungswerkteiigf. 75 Auf der Rückenseite (Gehirnseite) der Athemhöhle stehen nach innen vorragend hinter einander in einer Reihe acht kegelförmige hohle Tentakeln {lamjuets Huxley) z, Fortsätze der inneren Körperhaut und also mit Blut gefüllt. Sie tragen in einer über ihre Spitze laufenden Linie einen Saum von Cilien. Der vorderste von ihnen steht dicht hinter dem Hirn, der letzte gleich vor der Oeifnung des Mundes, der an der Hirnseite des Thieres befindet sich im Grunde des Kiemensackes. Diese Reihe Tentakeln entspricht dem Hypopharyngealbande Huxley 's der Ascidien. Circiilationsapparat. Das Herz c liegt um Hinterende des Endostyls zur rechten Seite desselben. Es stellt einen cylindrischen, schräg von oben nach unten gerichteten Schlauch vor, und ist vom Herz- beutel ganz umhüllt, mit dem es an der Rückenseite verwachsen ist. — Die Contractionen, welche wellenförmig am Herzen entlang laufen, wechseln ihre Richtung, wie dies Milne Ed- wards ' zuerst beschreibt. Der Blutkreislauf ist also nicht regelmässig, was ja auch schon wegen des Mangels eines Gefässsystems nicht stattfinden kann, und man sieht die Blutkörper in den Kiemenröhren bald in dereinen, bald in der anderen Richtung durchlaufen. Die Blutkörper sind ziemlich zahlreich und zeigen sich als kugelige, kernhaltige, 0,009—0,012'"" grosse Zellen. Verdauiingswerkzeiige. Sämmtliche Eingeweide liegen, wie schon gesagt, in dem Blutsinus. Der Mund o öffnet sich an der Hirnseite in den Kiemensack, welcher also an dieser Stelle mit der Innern Ktirper- haut verwachsen ist; dann folgt ein nach hinten und unten gebogener Oesophagus, welcher von hinten her in den kastenfiirmigen Magen v tritt. Aus dessen unterer Seite entspringt der Darm i, welcher nach kurzem Verlaufsich scharf umbiegt, meistens nach vorn, zuweilen auch nach hin- ten, und in der Höhe des Magens, an der linken Seite des Thieres, in dem hinteren Theile der Athemhöhle ausmündet an. Der ganze Tractus besteht aus einer ziemlich dicken tunica propria, die innen mit flimmernden Zellen ausgekleidet ist. Im Magen sind diese Zellen am grössten, im Anfang des Darms sind es lange Cylinderzellen. Ausserdem kommen noch Pigmentzellen hinzu mit carminrothem Inhalt; im Oesophagus sind sie so dicht gedrängt und vielfach verzweio-t, dass man diesen Theil mit blossem Auge als einen brennend rothen Fleck erkennt; im Magen und Darm sind die Pigmentzellen rund und liegen weit zerstreut. Wie Huxley zuerst beschreibt, geht auch hier wie bei Salpa und Doliolum vom Magen, oder, wie es uns scheint, vom Anfiing des Darms ein röhrenförmiges Organ aus, und ver- zweigt sich auf dem Ende des Darms, wo wir jedoch dasselbe nicht deutlich zu verfolgen ver- mochten. 1) Comptes reiid'is de l'Acad. des Sciences. Tome X. p. 2^4. Fevr. IT. Ib'tU. und a. a. O. p. 22!». 10» 76 Bemerkungen über die Anatomie von Pyrosotna. Nervensystem. Das Geliiin n ist ein ovaler Körper, der an seiner unteren hinteren Seite einen knopf- förmigen Fortsatz trägt (XII. 7.). Es liegt im Blutsinus, der äusseren Haut dicht an, und schickt von seiner unteren Seite nach vorn und unten einen dicken Stamm ab na, welcher ausgehöhlt ist und sich in die Athemhöhle am Schlundwimperbande öffnet : dies ist demnach das vollständige Analogon der Nase des Doliolum. Der hintere obere Theil des Hirns wird von einem verschieden gestalteten carminrothen Pigmentfleck ' bedeckt, der bei Pyrosoma giganteum oft die Gestalt eines mit seiner OefFnung nach vorn sehenden Hufeisens hat. Vom Hirn strahlt eine Anzahl Nerven aus, deren Verbreitung die Abbildung Fig. 4. und 5 besser als eine Beschreibung darstellt. Jederseits geht einer zum Schlundwimperband, nach vorn verläuft ein anderer Theil zur IngestionsöfFnung, und nach hinten tritt jederseits einer zu jenem Muskel, welcher in der inneren Haut über dem Magen liegt. Geschlechtswerkzenge. Durch den von Huxley ^ zuerst gelieferten Nachweis ist es bekannt, dass die Pyroso- men Zwitter sind, und dass jenes gleich in die Augen fallende Organ, v^elches Savigny für die Leber hielt, der Hoden t ist. Derselbe liegt hinter dem Ende des Endostyls in einer von der äusseren Haut gebildeten Aussackung des Hlutsinus , und bildet hier eine mit langen fingerför- migen Lappen versehene Drüse, deren in den Kloakraum führenden Ausführungsgang bereits Huxley * und auch C. Vogt * beschreiben. — Die Drüsenschläuche bestehen aus einer tunica propria, in welcher ziemlich dicht gedrängt runde carminrothe Pigmentzellen eingelagert sind, und welche innen von den Zellen ausgekleidet ist, in deren Tochterzellen die Zoospermien ent- stehen. Diese sind langgeschwänzt mit lancettfcJrmigem Kopf, dessen Spitze in einem langen, feinen, geisseiförmig hin und her schwingenden Faden ausgezogen ist (XII. 8.). Wie bei den meisten Salpen entwickelt sich bei Pyrosoma zur Zeit nur ein Ei ov, wel- ches neben dem Hoden in derselben Aussackung des Blutsinus liegt, und, wie Huxley schon beschreibt , mittelst eines hohlen Gubernaculum mit der Egestionsöffnung zusammenhängt. Es liegt also nicht frei im Blutsinus, sondern vielmehr in einer Einstülpung der inneren Haut. Ein reifes Ei hat 0,20'""' Durchmesser, mit einem 0,07'""' grossen Keimbläschen und 0,0 IS""" grossem Keimfleck ^. 1) H u X 1 e y (a. a. O. p. 5S3) nennt dies merkwürdigerweise a mass of deep red otolithes. 2) a. a. O. p. 583. 3) a. a. O. ibid. 1) Sur les Tuniciers nageants de la 31er de Nice in Mem. Inst. 7iat. Genevois. Tome II. Geneve 1S54. Tab. lu. Fig 9. jj'. 5) Die Entwicklung des Eies zu vier zusammenhängenden Einzelthieren beschreibt schon Savigny a. a. O. p. hS. 59. PI. 22. 23. t ; wir haben solclie entwickelte Junge häufig in der Kloake des Mutterthicrs beob- achtet, aber aus Mangel an Zeit nicht näher untersucht. \A'iederum venlankt man Huxley die genauste Darstel- lung dieser so merkwürdigen Entwicklung. C'fr. H u xley o« the developpment of Pyrosoma in Ann. aml Mag. of Natural History. [3]. V. ISIiü. p. 29— 35. Gesclilechtnuerlizeuge 7 7 « Ausser der geschlechtlichen Fortpflanzung kommt bei Pyrosoma bekanntlich auch noch die durch Knospung vor. Die Knospen nehmen ihren Ursprung an einer aus dicken Zellen bestehenden Ausstülpung der äusseren Haut bald hinter dem Ende des Endostyls, und stehen mit einer zelligen Fortsetzung desselben im directen Zusammenhang, liei Pyrosoma elegans ist dies leicht zu verfolgen, und man sieht hier 4 bis 5 Knospen hintereinander, je näher dem Mutterthier um so kleiner, und zu einander in ganz bestimmter Lage, so zwar, dass die Hirnseite aller die gleiche Richtung nach dem Endostyl des Mutterthieres hin hat (XII. 9.). Ausser den beschriebenen Organen findet man an unserem Thiere noch einige andere, deren Bedeutung nicht klar ist. Dies sind zuerst die zwei grossen linsenförmigen Körner- haufen «, welche am vordersten Ende der Kiemen zwischen der innern und äussern Haut liegen. Savigny ' hielt sie für die Eierstöcke, und Huxley^, welcher diesen Irrthum wider- legte, für Stellen, an denen die innere und äussere Haut mit einander verwachsen wären. Doch ist auch dies vielleicht nicht der Fall, da die runden, kernlosen Zellen, aus denen diese Haufen bestehen, uns wohl der äusseren, aber nicht der inneren Haut anzuliegen schienen. — Dann gehören hierher jene zwei langen Körnerhau feii y, welche neben einander an der Hirnseite hinten neben den Kiemen im Hlutsinus liegen , und die Savigny^ als Eileiter erwähnt. Sie bestehen aus ebensolchen runden Zellen wie die linsenförmigen Körnerhaufen, und wir möchten sie für ein embryonales Gebilde halten, besonders weil die Knospen an dieser Stelle mit dem Mutterthiere oder der nächst jüngeren Knospe zusammenhängen. 1) a. a. O. p. 57. 2) a. a. O. p. .582. 3) a. a. O. p. .58. V. Ueber einige in Neapel und Messina beobachtete Quallen. (Taf. XIII. und XIV.) iVlit dem Studium der .so reichen Medusenfauna von Neapel und Messina uns eingehend zu beschäftigen, gestattete die kurz zugemessene Zeit nicht, überdies weil wir bei dieser Beschäf- tigung nach den voraufgegangenen Arbeiten von Kölliker', Leuckart^, besonders aber von Gegenbaur^ nur auf geringen Erfolg rechnen konnten. Wir geben deshalb im Folgenden nur eine ganz kurze Uebersicht der beobachteten Formen, unter denen sich einige neue befinden. Allerdings hatten wir gehofft, ermuthigt durch Agassiz'* detaillirte Darstellung, über die Anatomie dieser Thiere speciellere Untersuchungen anstellen zu können ; allein als wir in Neapel und dann in Messina zahlreiche Exemplare der schönen Lizzia Koellikeri fanden, die zu diesem Zweck die geeignetste Form schien und der von Agassiz untersuchten sehr nahe steht, sahen wir bald , dass auch in dieser Kichtung zu keinem erfreulichen Resultat zu kommen war. — Zwar fanden wir ziemlich leicht , besonders an den in liquor conservativus aufbewahrten Exem- plaren, die Linien, welche Agassiz als Nervensystem und als die A^erschiedenen Muskelzüge beschreibt; aber nach unserer Ansicht mussten wir dieselben bei unserem Thiere wenigstens nur für Falten des Schwimmsackes oder der Gallertglocke, oder für die scharfen aus Zellen gebildeten Contouren der Radiärkanäle halten. — Wie wir nacli unserer Rückkehr sahen , beschreibt auch Fritz Müller^ bei seiner Liriope cathariniensis einen das Ringgefäss begleitenden Nerven- 1) Bericht über einige im Herbst 1!552 in Messina angestellte vergleichend anatomische Untersuchungen. Zeitsclir. f. wissensch. Zoolog. IV. 1S53. p. 320 — 325. 2) Beiträge zur Kenntniss der Medusenfauna von Xizza. — Archiv f. Naturgesch. 1856. I. p- 1 — 40. Taf. 1. u. II. 3) Zur Lehre vom Generationswechsel und der Fortpflanzung bei Medusen und Polypen. Verhandlungen der physik. medicin. Gesellschaft in Würzburg. Bd. IV. 1S53. p. 15-1—221. Taf. I. II. — und Bemerkungen über die Kandkörper der Medusen in Müller's Archiv f. Anat. u. Physiolog. IsStj. p. 230 — 250. Taf. IX. — und be- sonders Versuch eines Systems der Medusen, mit Beschreibung neuer oder wenig gekannter Formen; zugleich ein Beitrag zur Kenntniss der Fauna des Mittelmeeres. Zeitschr. f. wiss. Zool. Vlll. iS56. p. 2U2— 273. Taf. VII— X. 1) Conlributions to the Natural History of ihe Acalephae of North America. Part. I. On the naked-eyed Medusae of the Shores of 3Iassachiisetts, in Memoirs of the American Academy of Arts and Sciences. [N. Ä.] Vol. IV. Part II. p. 221—310 mit 8 Taf. Boston 1850. 4. 5) Polypen und Quallen von Santa Catharina. Die Formwandlungen der Liriope cathariniensis. n. sp. — in Archiv für Naturgesch. 1859. I. p. 313—31-1. Taf. XI. Fig. 5. 6. 7. Naiisiiho/'. Köll. 79 Strang: ,,um Jas Nervengefäss zieht sich ein ziemlich uiKlurchsichtiger gelblicher Saum, der na- mentlich nach aussen scharf contourirte rundliche Zellen von 0^005— OjOOS""" Durchmesser zeigt und auf dem mehr oder weniger reichliche Nesselzellen liegen." Auch dies möchten wir nicht für ein Nervensystem halten, zumal da wir bei sehr vielen Quallen auf Ring- und Radiärgefässen oft Pigmentstreifen gesehen haben, die aber stets zu der zelligen Wand der Kanäle selbst gehörten. Was die Entwicklung anbetrifft, so haben wir nur über die Entwicklung der Ge- webe einige Untersuchungen anstellen können. Nachdem wir gefunden hatten, dass die hyaline Masse der Schwimmstücke bei den Siphonophoren nicht aus Zellen besteht , sondern als eine zwischen zwei Zellenhäuten liegende und von ihnen allmählig gebildete Substanz anzusehen ist, untersuchten wir aus diesem Gesichtspunkte auch die Gallertmasse der Quallen, Bei den nacktäugigen Quallen, Craspedota Gg., fanden wir die Gallertmasse stets struc- lurlos, nur hin und wieder von Faserzügen durchzogen, wie sie ähnlich von Max Schnitze ' aus der Medusa aurita beschrieben sind, nur nicht in so reicher Ausbildung. Dass in dieser Gallerte keine Zellen vorkommen, glauben wir bestimmt versichern zu können , denn wir haben sehr viele und sehr junge Quallen untersucht, ohne je Spuren davon zu finden; und doch hätten, falls die Gallerte ein Zellengewebe wäre, die Zellen bei den ganz jungen Individuen am deut- lichsten erscheinen müssen. Aussen jedoch ist die Glocke von einem oft sehr schönen, einschich- tigen Epithel bekleidet, und ein ähnliches Zellenkleid trägt innen der muskulöse Schwimmsack, dessen Muskelfasern oft noch deutliche spindelförmige Zellen sind. Ferner bestehen die Wände des Gefässsystems stets aus deutlichen Zellen, und ebenso die Magenwand, welche aus zwei über- einander liegenden Zellenhäuten gebildet wird. Es findet sich also ein ganz ähnlicher Bau, wie er oben von den Siphonophoren geschildert ist. Wir haben bei Cytaeis pusilla die Entstehung junger Quallen als Knospen am Magengrunde genau verfolgt und schon oben p. 14 geschildert; und dabei gesehen, dass die ersten Stadien einer jungen Qualle und die eines Schwimm- oder Ge- schlechtstücks einer Siphonophore gänzlich gleich sind , sodass man hiernach schon annehmen dürfte, dass auch die später auftretende Gallertsubstanz in beiden Fällen auf gleiche AVeise ent- stehe, wenn wir nicht diese Entwicklung, die wir bei den Cytaeis - Knospen allerdings nicht mehr zu Gesicht bekamen, bei einer au einer Tubularia knospenden Qualle in Messina deutlich gesehen hätten. Nausithoe. Köll. * Körper flach in ausgebreitetem Zustande, sonst hutförmig. Rand eingeschnitten. In den acht tieferen Einschnitten sitzen die acht fächerigen Tentakel, deren Länse den Durchmesser 1) lieber den Bau der Gallertscheibe der Medusen in Müller's .\rchiv f. .-Vnat. u. Physiol. IsSti. p. ;il 1—321. Taf. 11. u. 12. 2) Job. Müller bemerkt in seinem Archiv l'<.>4. p. 97, dass die Gattung mit jener identisch sei. welche er am 17. Febr. 1852 in der Sitzung der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin unter dem Namen üctogonia beschrieben hätte, da aber jene Beschreibung nicht publicirt ist, so kann dieser Name den von Kolli- ker gegebenen nicht verdrängen. so Ueber einige in Neapel und Messina beolachiete Quallen. der Qualle nicht übertrifft; in den acht weniger tiefen, zwischen den ersteren stehenden Ein- schnitten sitzen die Randkörper. Magen flaschenförmig, nicht länger als der Radius der Seheibe, mit rundlichem Grunde, vierkantigem Halse und meist kurz vierlappiger Mündung. Wie Gegenbaur sehr richtig bemerkt, stellt diese interessante Gattung gleichsam eine Pelagia vor, welche in ihrer Ephyraform zur Reife gelangt ist. 1. Kausitlioe punctata. Köll. Naus. punctata. Kölliker. liericht a. a. O. p. 323. IS53. Naus. albida. Gegenbaur. Medusen a. a. O. p. 21 1 — 2\\. 1S56. undV. Carus. Ico- nes zootomicae. 1857. Taf. 2. Fig. 17. Taf. XIII. Fig. 1. 2. 3. Indem uns Gegenbaur's umständliche Darstellung einer genaueren Beschreibung im Allgemeiueu überhebt, führen wir hier nur einige speciellere Verhältnisse an. Die Bewegungen dieser Qualle sind denen der Ephyraformen von Pelagia sehr ähnlich • während die Scheibe mit ihren Randlappen zuert flach ausgebreitet ist, klappt sie plötzlich zu- sammen, so dass sie oben sich glockenförmig abrundet, und die Randlappen nach unten oder selbst nach innen gerichtet sind, wodurch das Thier dann eine schnell hüpfende Bewegung macht. — Im ausgebreiteten Zustande hatte unsere Qualle bis 1 6°"" Durchmesser. Bisweilen war die Scheibe braun punktirt von runden Pigmentzellen in der äusseren Haut; in anderen Fällen fehlte das Pigment ganz. Einige Male fanden wir auch im Saume der Randlappen Haufen von kleinen säulenförmigen, citronengelben Krystallen, die auch von Kölliker angegeben sind. Die Tentakeln bestehen aus über einander liegenden zelligen Abtheilungen, die an der Basis unregelmässiger angeordnet sind, näher der Spitze zu aber immer regelmässiger über- einander liegen. In jeder Abtheilung liegt eine mit den Querwänden verwachsene Zelle als con- tractiles Element. Die Tentakeln scheinen sich nicht spiralig aufrollen zu können. In der Wand der Tentakeln wie an der Oberfläche der ganzen Scheibe liegen eifihmige reife Nesselkapseln. An der Basis des Magens sitzen in vier, den vier Seiten seines Mundstieles entsprechen- den Haufen je acht bis zehn kurze innere Mundtentakeln, in deren dicker Wand eiförmige Nes'.elzellen liegen, die an der Spitze einen dichten Haufen bilden. F. Müller ', der diese Fäden besonders bei Chrysaora untersuchte, spricht ihnen einen inneren Hohlraum ab und giebt ihnen eine Bedeutung beim Acte der Verdauung ; uns stehen über diese Verhältnisse keine näheren Beobachtungen zu Gebote. Die Gesc hlech tstheile bilden acht, den Tentakeln entsprechende rundliche Vor- sprünge auf der Unterseite der Scheibe. In ihrem Innern enthalten sie eine rundliche Aussackung jener Ausbreitung der Verdauungshöhle, die von einer etwas abstehenden Erhebung der äusseren Haut überzogen wird (XIII. 3.J. Zwischen diesen beiden Häuten entwickeln sich dieGeschlechts- 1) Die Magenfäden der Quallen. Zeitschr. f. wiss. Zool. IX. 185i. p. 542. 543. und Zwei neue Medusen von Santa Catharina. Abhand. d. naturforsch. Gesellsch. in Halle. V. 1859. 7mm ~imni Oceania. 81 producte, und zwar die Eier, bei denen wir es genauer verfolgten , jedes wieder in einer kleineu sackförmigen Erhebung jener grösseren Aussackung, ganz so wie es Kölliker (a. a. O.) angiebt. An den Eiern , die man in sehr grosser Menge und in allen Entwicklungsstadien in den Eier- stöcken traf, konnte man sehr schön das Wachsthum der verschiedenen Eitheile verfolgen, wie folgender Auszug aus unseren Messungen zeigt. Ei. Keimbläschen. Jveimfleck. 0,037""" 0,018"™ 0,007"'"' 0,070""" 0,030""" 0,017' 0,160°"" 0,070""" 0,020" 0,260""" 0,070"'"' 0,020" Kölliker (a. a. O.) giebt an, der Eidotter sei blau; das haben wir nicht gefunden, sondern es hatte der ganze Eierstock eine diffuse blaue Farbe. Ausserdem war die äussere Haut über dem Eierstock meist besonders stark braun pigmentirt. Die Männchen sahen im Ganzen ebenso aus wie die Weibchen. Da aber der Hoden von reifen Zoospermien weiss erscheint, kann man sie danach unterscheiden. In der Hodenwand liegt neben dem braunen Pigment auch blaues. Gegenbaur will seine N. albida von der N. punctata KöU. dadurch unterscheiden, dass bei N. albida die Scheibe pigmentlos sei, im Saume der Eandlappen keine gelben Krystalle lägen und im Randkörper mehrere Otolithcn neben einander enthalten seien. Für die beiden ersten Älerkmale haben wir angegeben, dass sie durchaus unconstant sind, und möchten dasselbe auch für das dritte vermuthen , obwohl in allen unseren Exemplaren (wir untersuchten sechs) stets nur ein rundlicher Otolith existirte, welcher aber aus mehreren dicht an einander liegenden Krystallen bestand, wie sein Randeontour in den Linien auf ihm zeigte (XIII. 2.). Diese Qualle war in Neapel im December nicht selten, und im .Januar und Februar er- hielten wir sie auch in Messina. Oceauia. Körper glockenförmig oder zugespitzt, der Magen erreicht nie die Mündung der Glocke. Vier Radiärkanäle. Tentakeln zahlreich, jeder mit einem Ocellus an seiner Basis. •i. Oceauia pileata (Forsk.) Per. Medusa pileata Forskai. Descript. Animal. 1775. p. 110. u. Icon. rer. nat. ed. fig. illum. 1776. Tab. 33. Fig. D. Oceania pileata Peron et Lesueur. Ann. du I\Ius. d'hist. nat. XIV. 1809. p. 345. Dianaea conica Quoy et Gaimard. Ann. sc. nat. Zool. X. 1827. p. 182. 183. PI. 6. Fig. 34. Oceania pileata und O. conica. Eschscholtz. System der Akalephen 1829. p. 98. 99. Dianaea pileata delle Chiaje. Memorie etc. Tav. 73. Fig. 3 — 5. Napoli 1830. 4. ohne Text. Tiara papalis Le SS on. Acalephes. 1813. p. 287. K e f e r s te i n u. E li I er s . Zool. Beitr;igf. J |^ 82 Ueher einige in Neapel und Messina beobachtete Quallen. Oceania sedecimcostata Kolli ker. Bericht a. a. O. 1853. p. 324. Ooeaniaconi'ca Gegenbau r. Medusen a. a. O. 1856. p. 221 — 223. Taf. VIII. Fig. 1. Oceania pileata Leuckart. Medusen a. a. O. 1856. p. 20 — 23. Taf. II. Fig. 1. Die Form des Thieres, dessen Hölie 20""", dessen Durchmesser lO""" beträgt, ist im Ganzen eiförmig mit nach oben gekehrter Spitze. Diese Spitze ist in jüngeren Exemplaren in einen deutlichen Zapfen verlängert, und zeigt den Ursprung der Meduse als eines Polypen(Syn- coryne)-Sprösslings an. Auf die verschiedene Gestalt und Grösse dieses Zapfens ist deshalb in der Charakteristik nichts zu geben. Der Schwimmsack, welcher ziemlich der äusseren Fläche der Glocke parallel läuft, zeigt eine sehr deutliche, kräftige Ringmuskulatur. Die Zusammenziehungen finden meist in der Weise statt, dass der obere Theil der Glocke noch melir konisch wird , während der untere Theil sich nicht viel verändert. — Aussen auf der Glocke verlaufen eine Menge niedriger Rippen, die in sich eine weisse, aus dicht gedrängten kleinen unreifen Nesselkapseln bestehende Linie enthalten, und die grade auf je einen Tentakel zulaufen, so dass sie diesen an Zahl entsprechen. Quoy undGaimard beschreiben diese Rippen zuerst, jedoch hatte sie schon Forskäl in seiner angeführten Abbildung angegeben. Die Tentakeln sind röhrig, können spiralig aufgerollt werden und tragen in ihrer Wand eine Menge kleiner eiförmiger Nesselkapseln, welche jedoch nicht zur Reife zu gelangen scheinen. An der angeschwollenen Basis des Tentakels liegt der braunrothe Ocellus, der, von dreieckiger Gestalt , seine Spitze nach oben kehrt. Einen brechenden Körper scheint er nicht zu enthalten. Der M agen ist gross und nimmt , auch wenn die Glocke ausgestreckt ist , doch stets zwei Drittel ihrer Hölie ein. Oben ist er angeschwollen und im Querschnitt kreuzförmig , da in seiner Wand in vier den Radialgefässen entsprechenden Längswülsten die Geschlechtstheile enthalten sind. Jeder der Geschlecht'swülste. besteht aus zwei gelappten Streifen , die zur Seite der dem Radialgefäss entsprechenden Linie liegen. — Auf diesen Magen folgt der dünnhäutige runde Mundstiel, dessen Mündung in vier den Radialgefässen entsprechende Lappen, Mund- arme, zerschnitten ist, deren Seitenränder blattartig zart gefaltet sind. — Der ganze Magen ist braunroth pigmentirt, besonders in der Gegend der Geschlechtstheile; die Farbe geht bisweilen fast in carmoisinroth über. Von dieser Meduse beobachteten wir auch 0,5 — 1,0'""' hohe Junge. Bei diesen war die Gestalt rein glockenförmig und der Gipfelzapfen noch hoch und gross. Tentakel waren erst vier vorhanden in Uebereinstimmung mit den vier sehr weiten Radialgefässen ; aber zwischen diesen Tentakeln sprossten bereits vom Ringgefässe her vier weitere , als ganz kleine Ausstülpungen desselben, deren Wand bereits die Pigmentflecken trug. Der Magen war dünn, von gleich- massiger Weite, da die Geschlechtstheile noch fehlen, und von kreuzförmigem Querschnitt, mit kurzen, den Kreuzarmen entsprechenden Mundarnien. Die Dianaea conica Q. et G. seheint uns mit der Medusa pileata Forsk. identisch, da, nach Quoy und Gaimard selbst, der Unterschied allein darin liegen soll, dass bei Medusa Lizzia. 83 pileata die Ocelli fehlen, die Forskai sicher nur übersah (er beobachtete nur ein Exemplar), und dass bei ihrer Art der erbsengrosse Tuberkel auf dem Gipfel der Glocke existirte, der ohne Zweifel ein äusserst unbeständiges Vorkommen hat , weil er nur ein Ueberbleibsel aus der Jugend ist. Allerdings bilden Quoy und Gaimard ihre Art mit einem sehr viel kleineren Magen ab. In Messina im Januar nicht selten. 3. Oceania flavidiila. Oceania flavidula Poron et Lesueur. Ann. de Mus. d'hist. uat. XIV. 1S09. p. 345. Oceania armata Kölliker. Bericht a. a. O. p. 323. 324. 1853. Oceania flavidula Gegenbaur. Medusen a. a. O. p. 223. 1856. Taf. VII. Fig. 4. Form kugelig glockenartig, 6°"" hoch und von gleichem Durchmesser. Die Tentakeln sind zart, sehr zahlreich, sicher gegen 80 bis 100; das Ringgefäss ist bräunlich pigmentirt, und in jede Tentakelbasis führt von diesem Ringe ein brauner, kurzer Streifen hinein , unter dessen Ende befindet sich der kleine braune Ocellus , der hier also nicht wie bei Oc. pileata auf der angeschwollenen Hasis des Tentakels liegt. Dieselbe Lage hat der Ocellus bei Lizzia; und ebenso ist auch hier wie dort der Bau der Tentakel fächerig, nicht röhrig wie bei Oc. pileata. Der Magen ist kugelig mit einem engeren Mundstiele , an dessen Mündung die vier Mundarme sitzen. Der Magen steht auf einem kurzen, inneren Fortsatz der Glocke, so dass also die Radialgefässe erst aufsteigen, diesen Fortsatz entlang, und dann erst an der Glocke herab- laufen: dadurch wird die Aehnlichkeit mit Lizzia noch erhöht. — Am Magen sitzen an vier sehr erhabenen Längswülsten die Gesell lechtstheile, die nicht faltig, wie bei Oc. pileata, zu sein scheinen. Wir haben nur Weibchen erhalten, und konnten, wie bei Nausithoe, das Wachsthum von Dotter, Keimbläschen und Keimfleck beobachten; das letzte erreicht zuerst sein Maximum, dann das Keimbläschen, während der Dotter noch lange fortwächst. — Der Mundstiel ist gegen den Magen eng, breitet sich aber dann in die vier Mundarme aus. Diese sind gross, etwas zu- rückgebogen, und stellen ein gefaltetes Blatt vor, dessen Rand mit einer Menge kurzgestielter Nesselknopfe besetzt ist, die mit eiförmigen Nesselkapseln dicht gedrängt gefüllt sind. — Der Magen ist gelb pigmentirt, am jNIundstück und den Mundarmen geht die Farbe ins Rothe über. Gegenbaur' beschreibt von dieser Art die Entwicklung der Eier zu einem wimpernden Jungen, aus dem ein festsitzender, verzweigter Polyp entstand. Messina im Januar und Februar, selten. Lizzia. Forbes. Körper glockenförmig, oben stets abgerundet, der kurze und dicke Magen sitzt auf einem inneren Fortsatz im Glockengrunde; um den Mund stehen vier dichotomisch verästelte Mundarme. Die Tentakeln stehen in acht Gruppen, jeder einzelne trägt einen Ocellus. 1) Generationswechsel a. a. O. p. Isl. 1^2. Tat". II. Fig. Ui— lü. 1 1 ■*■"£> 84 Ueber einige in Neapel und Messina beobachtete Quallen. 4. Lizzin Koellikeri. Lizzia Koellikeri Gegenbaur. Generationswechsel a. a. O. 1853. p. 175—181. Taf. II. Fig. 1 — 9. und JMedusen a. a. O. 1S56. p. 225—227. Taf. VII. Fig. 5 — 9. Bougainvilloa Koellikeri Leuckart. Medusen a. a. O. 1856. p. 24 — 28. Taf. II. Fig. 2. Taf. XIII. Fig. 10. Wir haben Gegenbaur's Beschreibung nur wenig hinzuzufügen. Die Mundarme, von denen jeder der vier Bäume achtmal dichotomisch getheilt war, schienen uns nicht , wie Gegenbaur angiebt, solide zusein, sondern hohl , nur mit zelliger Wandj sie werden ausgedehnt durch Einströmen von Flüssigkeit, und verdünnen sich dabei um so mehr, je länger sie werden. Die Tentakeln, welche etwa zu sechszehn in jeder der acht Gruppen zusammenstehen, sind von fächerigem Bau. Ihre Basis ist nicht angeschwollen, trägt aber ein gelbbraunes Pig- ment in zwei Vförmig zusammenstossenden Linien, deren Winkel nach der Spitze des Tentakels zu liegt. Ziemlich weit von diesem Pigment entfernt in der Basis steht der kleine, lebhaft rothe Ocellus in einer Verdickung der äusseren Wand des Tentakels, und in jedem bemerkt man einen brechenden runden Körper, der bei Seitenansicht des Tentakels deutlich aus dem Pigment her- vorragt CXIII. 10.). In Neapel im December und in Messina im Januar und Februar nicht selten gefangen. Cytaeis. Eschsch. Körper glockenförmig. Magen kurz kegelförmig, auf einem kurzen Fortsatze im Glocken- grunde sitzend. Der Mund ist oberhalb seiner Mündung von vielen unverästelten Mundarmen umgeben. Vier Tentakeln mit angeschwollener, pigmentirter Hasis. 5. Cytaeis pusilla. Cytaeis pusilla Gegenbaur. Medusen a. a. O. 1856. p. 228. 229. Taf. VIII. Fig. 8. Taf. I. Fig. 24. 25. Taf. XIII. Fig. 8. 9. Die Gestalt ist glockenförmig mit etwas verengter Oeffnung, 3'"'" hoch und ebensoviel im Durchmesser. — Die Contraction des Schwimmsackes ist wie bei Oceania im Glockengrunde am stärksteil. — Radiärkanäle sind vier vorhanden , jedem entspricht ein Tentakel, der an Länge die Körperh()he übertreffen kann; seine Basis ist bulbusartig verdickt und gelblich pig- mentirt, sein Bau ist regelmässig fächerig in der Wand mit kleinen Nesselkapseln; er kann zu einer läotropen Spirale eingerollt werden. Der Magen ist stumpf kegelförmig und trägt an seinem oberen Ende vier Längsrippen, welche sicher die von uns nicht beobachteten Geschlechtsproducte entwickeln werden. Oberhalb der Mundöffnung entspringen die achtzehn bis zwanzig Mundarme, die dem Magen an Länge nicht gleichkommen. Diese bestehen aus einer dicken äusseren Wand, in welcher Nesselkapseln liegen, die am etwas verdickten Ende einen dichten Haufen bilden; der von dieser A\and um- Cytcms. Zanclea. Cladonrma. ' 85 schlossene Hohlraum ist aber ganz ausgefüllt von einer Reihe über einander liegender grosser Zellen, in deren Wänden man den Kern deutlich sieht. Contractionen bemerkten wir an diesen Mundarmen nicht. An der Basis des Magens beobachteten wir an beiden Exemplaren, welche wir fingen, eine Fortpflanzung durch Knospung. I>ei Cytaeis ist das Verhältniss schon lange be- kannt. Sars ' beobachtete es zuerst 1833 bei seiner Cytaeis octopunctata, erkannte aber damals die Sache nicht, und nannte die Knospen nur ,, Anhänge"; später^ berichtete er den Irrthum, und in seiner Fauna litoralis Norvec/iae ^ beschreibt er die Knospung genau. Zu gleicher Zeit hatte aber auch Souleyot ' auf seiner Erdumsegelung diese Fortpflanzung bei Cytaeis tetrastyla Eschsch. beobachtet. Wir haben die Bildung der Knospen schon oben bei den Sipht)nophoren p. 14 (I. 24. 25.) besclirieben, weil sie ganz der Entstehung der Geschlechtsstücke dieser Thiere gleichkommt. Am Magen unserer Cytaeis kann man wie am Stamm der Siphonophoren die äussere und innere Haut unterscheiden, welche sich beide auf die beschriebene Weise zur Knospe ausstülpen. In den Mundarmen entspricht die innere Zellenreihe der inneren Haut. Messina im Februar und März, selten. Zanclea. Gg. Körper glockenförmig, Magen kurz, kegelförmig oder flaschenförmig. Vier Radiärkanäle und ebensoviele Tentakeln, die mit vielen kurzen secundären Anhängen besetzt sind. OhneOcelli. 6. Zanclea costata. Zanclea costata Geg,enbaur. Medusen a. a. O. 1S56. p. 229. 230. Taf. VIH. Fig. 4—6. Unsere Exemplare waren 4""'" hoch, hatten rührige Tentakeln und boten von Gegen- bau r's Beschreibung nichts Abweichendes. Messina im Februar und März, ziemlich selten. Cladoneina. Duj. Körper glockenförmig. Magen cylindrisch. Acht Radiärkanäle und ebensoviele dicho- tomisch verzweigte Tentakeln, deren Basis einen Pigmentfieck mit brechendem Körper trägt. 7. C'ladoiivma radialuni. Cladonema radiatum Duj ardin. Observation suv un nouveau genre de Medusaires. Ann. sc. nat. [2] XX. 1&43. p. 370—373. Cladonema radiatum Gegenbaur. Medusen a. a. O. 1S56. p. 230. 231. 1) Beskriv. og Jagtag. over nngle ved den Bergeitske Kyst levendc Iji/r. Bergen 1S35. 4. p. 2s — 29. Taf. 6. Fig. 14. a-g. 2) Zur Entwicklung d. Mollusken u. Zoopli>ten. Wiegmann's Archiv f. Xaturgesch. IS3". I. p.4iib. a) Fauna , litoralis Non-egiac. Christiania IbtU. Fol. p. 10—13. Tat'. 4. Fig. 7—13. 4) Vaillant. Voyage de ta Bonitc Ib3(j-ls37. Zoologie Vol. II. jMtr Souleyet. Paris ls52. s. p. 041 — Öl3. Atlas Zoul. Zooiih. PL IL Fig. 4—15. 86 Ueher einige in Neapel und Messina leohachtete Quallen. Taf. XIII. Fig. 5. Körper glockenförmig, 0,8""" im Durchmesser; die ausgewachsenen Exemplare sind nach Gegenbaur 2" gross, und das unsrige war demnach noch ein sehr junges. Auf dem Scheitel der Glocke sass eine kleine Vorragung, mit welcher die Meduse sich an die Wände des Glases anheftete und dann wie ein kleiner Polyp aussah : losgestossen bewegte sie sich sehr rasch, sich wie eine Oceania contrahirend. — Die acht Radiärkanäle vereinigen sich oben in einem Sinus, und wir konnten in keiner Weise bemerken, dass aus dem Magen erst vier Kanäle ent- sprängen, von denen sich jeder in zwei Aeste theilte. Die Radiärkanäle sind mit gelben und braunen Pünktchen besetzt. Der Magen sitzt an jenem Sinus, in dem sich die Radiärkanäle vereinigen, seine Basis 1% ebenso gross wie dieser; nach unten verschmälert er sich etwas und erreicht nicht ganz die Mündung der Glocke. Er besteht aus zwei Häuten , von denen die innere aus grossen Zellen gebildet wird, welche gelbe imd grüne Körner enthalten. Der Mund ist von vier (oder fünf?) kurzen mit Nesselkapseln gefüllten Lappen umgeben. Die Tentakeln entspringen mit angeschwollener Basis am Ende der Radiärkanäle, und diese Basis ist ebenso wie das Ringgefäss gelblich gefärbt. Bei unserem Exemplar, welches wir also für ein junges halten müssen, hatten die Tentakeln jeder nur einen Seitenast, der an der unteren Seite hervortrat. Der obere Ast ist der längere und kann sich sehr contrahiren , was der untere nur wenig vermag : aufrollen kann sich keiner. Sie sind von unregelmässig fächerigem Bau und in einzeln stehenden Warzen mit Nesselkapseln von 0,015°'" besetzt, die am Ende der Arme einen besonders grossen Haufen bilden. — Die Basis der Tentakeln trägt einen 0,02'°'" grossen kugeligen, schön rothen Pigmentfleck, aus dessen Mitte eine glänzende Linse hervorsieht, ganz so wie es Quatrefages ' von seiner Eleutheria dichotoma beschreibt, welche eine Clado- nema darstellt, die auf dem Polypenzustand stellen geblieben ist. Von Geschlechtsproducten, die sich in der Magenwand bilden, war bei unserm Exem- plare noch nichts zu sehen. Messina. März. ßhabdüon ^ singulare, ii. gen. et spec. Taf. XIII. Fig. 6. 7. Der Körper ist oval, unten abgestutzt, 1,5'°'° hoch. Die Aussenfläche ist von zwölf dunklen Meridianstreifen bedeckt , welche etwa dieselbe Breite wie ihre helleren Zwischenräume haben, und aus kugeligen , 0,01'"'° grossen und länglichen 0,01 S"'™ grossen Nesselkapseln und aus gelbem Pigment bestehen. — Vier von jenen dunkelen Streifen sind in der Mitte ihres Ver- laufes wulslartig erhaben und dort mit Fetttropfen und braunem Pigment gefüllt. — Die Ra- diärkanäle sind weit und vereinigen sich unten in einem Ringkanal; ob vier oder sechs Radiär- 1) Memoire sur VEleutherie dichotome , nouveau genre des Rayonnes , voisin des Mydres. Ann. sc. nat. [2]. XVIII. IS42. p. 270—288. PI. VIII. Th. Hincks. On Clavatella a new Genus of Corynoid Polyps and its Re- jiroduction. Ann. Mag. Nat. Hist. [3]. VII, 1S6I. 73 — 81. PI. 7. u. 8. beschreibt den Polypen, an dem die Eleu- theria sprosst. 2) Qiißäog, 7j Streifen ; tiov, x6 Ei. Rhabdoon singulare. Thaumajitias. Eucope. 87 kanäle existireii , konnte nicht ausgemacht werden. — Das Velum ist ziemlich breit. — Wir • haben nur einen Tentakel gesehen, der an einem kurzen Stiel einen dicken kugeligen Endknopf trug, welcher in einzelnen Haufen runde Nesselkapseln enthielt. — Der jMagen ist flaschen- förmig und erreicht die Oeffnung der Glocke nicht ganz. Oben füllt er fast den ganzen Glocken- raum aus, und trägt dort vier braune Längswülste, in denen sich die Geschlechtsproducte, welche wir übrigens nicht beobachteten , entwickeln werden. Die Mundöffnung ist mit runden Nessel- kapseln besetzt. Dieses sonderbare Thier zeichnet sich vorzüglich dadurch aus , dass in der Glocke die Gallertsubstanz fehlt, und sie aus grossen rundlichen Zellen besteht. Wir haben hier also wohl nur den Jugendzustand einer Qualle vor Augen, deren Stellung im System noch nicht mit Si- cherheit anzugeben ist. Messina, Januar. Thatuiiaiitias Eschsch. Körper halbkugelig. JNIagen kurz mit vierlappigem Mundrande. Geschlechtstheile bandartig längs den Radiärkanälen. Tentakel zahlreich. 8. Tliaiimaiitias iiiediterranea. Thaumantias mediterranea Gegen bau r. Medusen a. a. O. 1S56. p. 237 — 2,39. Taf. VIII. Fig. 1-3. Thaumantias coroUata Leuckart. Medusen a. a. O. 1856. p. IC — 18. Taf. I. Fig. 11. Der Magen ist kurz, cylindrisch, mit vicrlappigem Munde, und sitzt in der Mitte auf dem flächenhaft erweiterten Kreuzungspunkte der vier Iladiärkanäle. — Die Tentakeln sind sehr zahlreich, über hundert, und können sich zu läotropen Spiralen einrollen. Gegen baur beschreibt die verschiedenen Arten der Tentakeln, wir bemerkten nur zwei solcher Arten, näm- lich lange mit bulbusartigem Anfang, von rührigem Bau und dicht mit ovalen Nesselkapseln be- setzt, und dazwischen dann kürzere, zartere, von fächerigem Bau ; ausserdem sassen noch dazwi- schen verschiedene Entwicklungsstufen dieser beiden Arten. Es fehlten also die kolbenförmigen Tentakeln Gegenbaur's, ebenso wie wir die Ocelli, welche derselbe am Grunde aller Tentakeln angiebt, nicht bemerkten. — Die Geschlechtstheile sind bekanntlich lappige Aussackun- gen im ganzen Verlauf der Iladiärkanäle , in deren Wand sich die Geschlechtsproducte ent- wickeln. — Magen und Geschlechtstheile sind orangegclb pigmentirt. Diese Qualle hatte meistens 30""" im Durchmesser und vier Radiärkanäle ; wir haben aber auch Exemplare gefangen, welche acht Radiärkanäle mit aclit Geschlechtstheilen besassen, ohne dass mau darauf einen Speeiesunterschied hätte gründen können. Messina, im Februar und März nicht selten. Eucope (jS.- Körper scheibenförmig bis halbkugelig. Magen kurz mit vierlappigem Munde. \ ier Radiärkanäle; Randbläschen in bestimmter Anzahl; Tentakeln in verschiedener Anzahl. Ge- schlechtsorgane in Form kleiner Hervorragungen an den Radiärkanälen. jjV^i 88 Ueher einige in Neapel und Messina beobachtete Quallen. 9. Eiieope polystyla. Gg. Eucope polystyla Gegenbaur. Medusen a. a. O. 1S56. p. 242. Taf. VIII. Fig. 18. Taf. XIII. Fig. 4. Der Magen ist meistens flaschenfönnig ; der Mund vierlajipig, die Spitzen jedes Lap- pens mit Nesselkapseln besetzt Die Tentakeln sind sehr zahlreich und von fächerigem Hau, überall mit Nesselkapseln; ihre Länge erreicht nicht den Durchmesser der Scheibe. Randbläs- chen sind acht vorhanden, je zwei zwischen zwei Radiärkanälen in symmetrischer Lage. Sie liegen stets an der Basis eines Tentakels, und sind kugelige Blasen , von deren nach aussen gerichteter Seite nach innen ein Zapfen vorragt, der den runden Otolithen trägt fXIII. 4.). Diese Aleduse ist bekanntlich der Sprössling von Canipanularia; ihre Grösse ist äusserst verschieden. Messina, häufig. 10. Eücopc picta. sp. n. Taf. XIII. Fig. 11. 12. Die Form ist halbkugelig, fast glockenförmig, etwa 1'""" hoch. — Der Magen hat eine cylindrische Form ; ob der Mund vierlappig ist, wurde nicht notirt. — Tentakeln sind vier vorhanden mit bulbusartigem Ansatz, der gelblich pigmentirt ist; sie können in einer läotropen Spirale aufgerollt werden; sie sind lang, von röhrigem Hau und mit Nesselkapseln überall be- setzt. — Ilandbläschen existiren acht, je zwei symmetrisch geordnet zwischen zwei Radiär- kanälen; ihr Bau ist wie bei Eucope polystyla. — Die Geschlechts theile sitzen als kleine Ausstülpungen an den Radiärkanälen, etwa in zwei Drittel der Glorkenhöhe. In der Gestalt gleicht diese Art der Eucope campanulata Gegenbaur ', 6ei welcher jedoch acht Tentakeln vorkommen; obwohl unsere Art von derselben Grösse wie die Gegen- baur'sche ist, haben wir keine Spur von interradiären Tentakeln beobachten können. Messina, Januar. 11. Eucope exigiiii. sp. n. Taf XIII. Fig. 13. Die Form ist fast halbkugelig, 3,7""" im Durchmesser und etwa halb so hoch. — Der Magen ist kurz cylindrisch mit kaum gelapptem jNIunde. — Die Tentakeln sind röhrig, kurz, überall mit Nesselkapseln besetzt. Hei unserem Exemplare waren acht vorhanden , und an der Hasis des interradiären sass ein Randbläschen, von denen also vier existirten. Der Bau der letzteren (XIII. 13.) ist ganz wie bei Eucope polystyla. — Die Geschlechtsorgane sind nicht beobachtet. In der Gestalt gleicht unsere Art sehr der Eucope affinis Gegenbaur", allein diese hat acht Randbläschen, welche immer in der Mitte zwischen je zwei Tentakeln stehen. Messina, Januar. 1) Medusen a. a. O. 1,S56. p. 243. 244. Taf. IX. Fig. 8. 2) Medusen a. a. O. I^5(j. p. 244. Taf. IX. Fig. 12. 13. Sminthea. Aghiura. 89 Smintliea. Gg. Körper halbkugelig. Magen mit breiter Basis ansitzend, meist kurz und cylindrisch. Acht Radiärkanäle. Tentakeln steif und kurz, in bestimmter geringer Anzahl. Eandbläschen vier oder acht. Geschlechtsorgane an der Vereinigungsstelle der Radiärkanäle mitdem Ringkanale. 13. Sminthea globosa. Sminthea globosa Gegen bau r. Medusen a. a. O. 1856. p. 246. Taf. IX. Fig. 17. Form fast kugelig, mit dickwandiger Glocke von 0,4""' Durchmesser. Magen breit und kurz, an seiner Älünduiig stark wimpernd, nach Gegenbaur in einen cylindrischen Mund verlängert ; an unserem Exemplare fehlt dieser Theil, vielleicht wegen der Jugend, obwohl es eben so gross war wie das G egenbaur'sche. — Acht kurze Tentakeln, steif, von fächerigem Bau, überall mit zerstreuten Nesselkapseln, am etwas angeschwollenen, gelb pigmentirten Ende, an welchem grosse Cilien stehen, mit einem Haufen grosser runder Nesselkapseln. — Zwischen je zwei Tentakeln ein zungenförmiges Randbläschen mit rundem Otolithen. — Geschlechts- theile nicht beobachtet. ^Nlessina, .Januar. 13. Sminthea cainpaniilata. sp. ii. Taf. XIV. Fig. l. 2. F"orm glockenartig, mit dicker Wand, 2"'" hoch. M agen kurz, stumpf kegelförmig. — Sechs Radiärkanäle, denen sechs kurze, fächerige, am Ende kolbige und roth pigmentirte Ten- takeln entsprechen, die überall mit Nesselkapseln bedeckt sind. Dazwischen stehen sechs kürzere interradiäre Tentakeln, die nicht kolbig angeschwollen sind, und an ihrer Basis jeder ein kugeliges Randbläschen tragen. — Geschlechtsorgane nicht beobachtet: es ist deshalb die Stellung dieser Qualle zur Gattung Sminthea nicht sicher, da dieser überdies acht Radiärkanäle zukommen; jedoch glauben wir, dass der Umstand, ob sechs oder acht Radiärkanäle vorhanden sind, keinen wesentlichen Unterschied bedingt. Messina, Januar. Aglaiira. Per. Körper glockenförmig. Magen an einem Stiel befestigt. Acht Radiärkanäle. Viele Tentakeln. Eine bestimmte Anzahl Randbläschen. Geschlechtsorgaue über dem Magen am Ende seines Stieles als hervorstehende Lappen. 14. Agiaura hcuii!p. ii. Taf. XIV. Fig. 7. 8. 9. Der Körper besteht aus einer dicken platten Scheibe von 1 4""" Durchmesser, die in der Mitte zu einem Buckel erhoben ist. Die Unterfläche derselben wird von dem ganz flachen Magen eingenommen , dessen ]Mund aber eine kurze cylindrische oder kegelförmige Vorragung bildet. Am Umfange jener Scheibe gehen vom Magen 27 — 30 Magensäcke, grade nach unten gebogen ab, die dicht neben einander stehen, grade abgestutzt enden, und doppelt so lang sind, als jene solide Scheibe hoch ist. Gleich unter dem Ende der Magensäcke sitzt das schmale Velum. — Jedem Magensack entsprechen ein bis drei, meistens zwei Randbläschen: auf einer Verdickung des Randes, die mit grossen steifen Horsten besetzt ist, steht ein ovaler Körper, dessen vorderes Ende von einem kugeligen Otolithen eingenommen wird, der lebhaft gelb gefärbt ist und wie Fett glänzt (XIV. 8.). Er lässt sich leicht aus der ihn dicht umschliessenden Hülle herausdrücken, deren Axe von einem Kanal durchbohrt zu sein scheint, der vorn in den Hohlraum übergehl, ■welcher den Otolithen enthält. — Oben am Rande der soliden Scheibe, wo die Magensäcke ent- springen, sind zwischen diesen die 27 - 30 Tentakeln befestigt. Sie sind 20 - 30""" lang, steif. 1) Medusen a. a. O. 1S56. p. 262. 2) Generationswechsel a. a. O. 1S53. p. 2(19-- 210 Taf. II. Fig. 24—31 , wo sie als Cunina prolifera angeführt ist. Aeginopsis. 95 und machen nur \venigo Bewegungen; sehr häufig sind sie alle nach oben gerichtet, so dass die Qualle aussieht wie die Federkrone der Indianer ; oft auch sind einige nach abwärts, andere nach oben gerichtet, und zuweilen stehen sie alle strahlenartig nach aussen. Die Tentakeln sind von sehr regelmässigem, fächerigem Bau (XIV. 9.), in jedem Fache befindet sich eine Muskelzelle die an der Hasis des Tentakels einfach spindelförmig ist (9. «), in der Mitte desselben schon eine Anzahl Ausläufer besitzt (9. b) und in der Teiitakelspitze endlich sehr vielfach verzweigt ist (9. c), so dass die Beweglichkeit der Tentakel nach der Spitze hin zunimmt. — Wir haben Männchen und Weibchen beobachtet; die Geschlechtsproducte entstehen im äusseren Ringe der unteren Magenwand. Diese ausserordentlich schöne Qualle nannten die neapolitanischen Fischer wie die vorhergehende «o/(? dimare. Sie hat viele Aehnlichkcit mit Aegineta sol maris Gegenbau r' von Messina, die wir dort leider nicht fingen. Allein Gegen baur giebt nur 18 Magensäcke und 18 Tentakeln an, während bei unserer Art 30 vorhanden sind; ferner kommen hei der Art von Mes- sina auf jeden Magensack sechs Randbläschen, bei unserer höchstens drei, und schliesslich wird dort der Durchmesser der Scheibe zu 1 Zoll und die Länge der Tentakeln von derselben Grösse angegeben, während unsere reifen Exemplare nur 14""" Durchmesser hatten, und 20 — 30'""' lange Tentakeln. Neapel; November, December, nicht selten. Aeginopsis. (Brandt) 6g. Körper stumpf kegelförmig; Magen mit breiten Taschen. Tentakel entspringen zwi- schen und über der Basis zweier Älagensäcke, und alterniren mit mehr als zweien der letzteren. 35. Aeginopsis inediterranea. Aeginopsis mediterranea. Joh. Müller. Ueber eine eigenthümliche Meduse d. Mittelmeeres u. ihren Jugendzustand. Arch. f. Anat. u. Physiol. 1851. p.272 — 277. Taf.XI. Aeginopsis bitentaculata K ölliker. Bericht a. a. O. 1853. p. 320. 321. Aeginopsis mediterranea Gegenbaur. Medusen a. a. O. 1856. p. 266. 267. Aeginopsis mediterranea Leuckart. Medusen a. a. 0. 1856. p. 33 — 36. Taf. II. Fig. 8. 9. Messina, häufig. 1) Medusen a. a. Ü. l^iü. p. 265. 266. Taf. X. Fig. \. 5. VI. Beobachtungen über die Entwicldiing von Aeolis peregrina. (Taf. XV.) V ou der niedlichen Aeolis peregrina Gm. bekamen wir in Neapel eine ziemliche An- zalil von Exemplaren, die sich in einem Gefäss mit Seewasser und einigen Algen eine Reihe von Tagen lebendig erhielten. Die häufigen Begattungen, welche wir im Decembcr beobachteten, veranlassten uns, auch der Entwicklung der gelegten Eier unsere Aufmerksamkeit zu schenken, obwohl wir nicht hoiFen konnten, besonders neue Resultate zu erhalten, da über die Entwicklung- ähnlicher Schnecken ja bereits eine grosse Anzahl trefflicher Untersuchungen vorliegt. Eine Reihe ausgezeichneter Forscher hat sich mit der Anatomie von der Aeolis peregrina verwandten Schnecken beschäftigt , wir nennen Qu a trefages ', AI. v. Nordmann"'', Han- cock und Em biet on ^, S o uley et ^, so dass wir unsere eignen unvollkommenen Bemerkungen darüber unterdrücken und nur einige Beobachtungen über die in den Spitzen der Rückenpapillen vorkommenden Nesselkapseln anführen . In der Spitze der Rückenpapillen befindet sich eine ovale, etwa 0,5""" grosse Blase (XV. 21 . y), welche oben mit der Papille verwachsen ist und sich dort frei nach aussen öffnet s. An ihrer Unterseite steht sie mit der von den Leberzellen bekleideten Darmausstülpung in Ver- bindung, so dass man sie als das oberste Ende derselben betrachten kann. Diese Blase ist gefüllt mit Nesselkapseln, deren Vorkommen man sonst bei höheren Thieren als den Cölenteraten 1) 3Ieiiiotre sur l' Eolidina paraduxmn Quatv. in Ann. Scienc. nat. [2] XIX ls43. p. 27ö — :il2. PI. XI. 2) Versuch einer Monographie des Tergipes Etiwardsii. Ein Beitrag zur Natur- und Entwicklungs. geschichte der Nackt-Kiemer in Mem. prc'S. par dirers savants « l' Academie imjmiale de St. Petersbourg . T. I\. 1^-15. p. 4:)5-.iUH. Taf. I— V. ■J) Oll the anatomy of Eolis , a (/emis of 3[ollusks of the order Ni(dibranchiata in Ann. Mag. Nat. Hist. XV. 1S45. p. 1 — 11 undp. 77-89. PI. I— V. organs of digestion — ibid. [2] I. 1S4S. p. 8S-106. PI. III. IV. Organs of generatiim, circulation , respiration — und ibid. [2] .111. ISJ'J. p. 183^202. PI. V. 'VI. nervous System, senses — ferner in Alder«»(? Hancock. A Monograpli rf British Kudibranchiate dfnlliisca. London,. Ray So- ciety. 1.847. Fol. Part. III. Family 3. Plates 7. 8. 4) InVaiUant Voyage autoiir du monde sur lu curvette la Sonite (1836— 1S3 7). Zoologie. Tome III. ;«<)■ Souleyet. Paris 1852. S. p. 416—450. Atlas Zool. Mollusqiies. PI'. 24. A. BeobachtuiKjvH über die Enticicklunr/ von Aeolis peregrina. 97 nicht vermuthet '. Soviel wir sehen, finden sich diese Nesselkapseln zuerst angeführt von Han- cock und Embleton^,. anfangs als spermatozoid bodies, bald darauf* aber richtig als Nessel- kapseln. Die Nesselkapseln liegen in 0,04 — 0,05'""' grossen Schläuchen h, die den ganzen Inhalt der Blase ausmachen ; sie liegen hier in grosser Zahl und dicht gedrängt. Ob diese Schläuche die Hildungszellen der Nesselkapseln sind, haben wir nicht gesehen. Die Nesselkapseln selbst sind entweder kugelig 0,008""" gross, oder auch oval 0,005°"" gross, selbst sehr schmal oval und säbelartig gebogen, dann aber stets ohne einen Nesselfaden. Aus ihnen heraus tritt ein einfacher Nesselfaden, welcher an der Basis keine Häkchen zeigt. Die Blase y , in welcher sich diese Nesselkapseln in sehr grosser Menge befinden, besteht aus Längs- und Ringmuskeln, und ist sehr kräftiger Contraction fähig, bei welcher dann die Nesselkapseln durch die Oeffnung in der Spitze oben aus der Eückenpapille her- austreten. Diese Oeffnung leugnet wunderbarer Weise der treffliche MoUuskenzergliederer Sou- leyet* (bei Aeolis Cuvierii); allein sie existirt sicher und wird auch von allen anderen Beobach- tern angegeben. Am lebenden Thiere ist es leicht zu sehen, wie bei stärkerer Berührung der Rückenpapillen hier ein weisser Saft ausströmt. Was die Geschlechtswerkzeuge betrifft, so ist ihr Bau hinlänglich bekannt, und insbesondere findet sich die feinere Structur der Zwitterdrüse von Leuckart" beschrieben. Diese Zwitterdrüse zeichnet sich dadurch aus, dass auf den Schläuchen, in welchen die Zoosper- mien sich bilden, 10 bis 15 kugelige Ausstülpungen sich befinden, in welchen die Eier ent- stehen " : ein Verhältniss, welches, wie Leuckart das schon ausführt, eine interessante Zwi- schenstufe bildet zwischen! dem Bau der Zwitterdrüse von Helix und der von anderen Schnecken, bei denen männliche und weibliche Geschlechtsdrüsen gesonderte Ausführuugsgänge besitzen. Die Begattung von Aeolis peregrina, die wir häufiger beobachteten, hat grosse Aehn- lichkeit mit der von Helix pomatia, welche wir schon früher beschrieben '. Die Thiere krochen mit den Fusssohlen an einander und erhoben sieh so gemeinschaftlich von der Wand des Glases ins Wasser hinein, bis sie nur noch mit den Enden des Fusses am Glase klebten. Dann beginnt das Spiel der Tentakeln gegen einander, und es erfolgen häufige vergebliche Ausstülpungen der Geschlechtstheile, von denen wir dabei zu wiederholten Malen Samen in Form kleiner grauer Tropfen niederfallen sahen. Endlich kommen beide Thiere in die für die Begattung günstigste • -: 1) Milne Edwards Histoire naturelle des Coralliaires. Suite ä Biifibn. T. I. Paris 1857. 8. p. 19: ,,ces eorpuscules que nous appellerons par alreviation nemato- cy stes se rencontrent cliez les Acalephes aussi hien i/ue c/ifz les Coralliaires, mais ne paraissent pas exister dans d'autres classes du regne aiiiiiial.^' 2) Ann. Mag. Nat. Hist. XV. 1845. p. 81. 82. PI. V. Fig. 1 — 11. 3) Monogr. of Brit. nudibr. Moll. a. a. O. 4) a. a. 6. p. 424. V - 5) Die Geschlechtsverhältnisse der Zwitterschnecken in seinen Zoolog. Untersuch. Heft 3. Giessen l'>54. 4. p. 78. 79. Taf. 11. Fig. 15. 6) Sie ist also sehr ähnlich der Zwitterdrüse von Polycera quadrilineata, von welcher G egenbaur eine Abbildung gab in V. Caru s. Icon. zoolom. Leipzig 1857. Abth. I. Taf. XXI. Fig. 16. li- 7) Keferstein und Ehlers Beiträge zur Kenntniss der Geschlechlsvcrhältnisse von Helix pomatia. Zeitschr. f. wiss. Zoolog. X. 1859. p. 253-270. Taf. 19. Keferstein u. Ehlers. Zool. Beitr.ige. 13 flS Beobachtungen über die EiilicicJdung von Aeolis peregrina. Lage, und es erfolgt ein kurzer Coitus, nach welchem sich die Thierc von einander entfernen. — Am Tage nach der Begattung legt jedes Thier ' eine Eischnur (XV. 1.). Es ist dies eine schneeweiss erscheinende, Yj'"'" dicke Sclinur, welche in regelmässigen Schlängelungen zu einer rechtsläufigen Spirale von etwa l^/i Windungen an einem submarinen Körper festgeheftet wird. Beim Legen der Eier kriecht das Thier langsam und sorgfältig in dieser Spirallinie auf jenem Körper umher, während sich aus der GeschlechtsöfFnung die Eischnur hervorschiebt. Die dicht gedrängten Eier bilden die Axe dieser Schnur, und stehen im Querschnitt etwa zu drei oder vier neben einander. Am Tage des Eierlegens fand wieder Begattung statt, und nach drei Tagen wurden zum zweiten Male Eischnüre abgesetzt. ■ Das gelegte Ei ist kugelig oder etwas oval, 0,1°"" gross, und enthält in seinem Eiweiss einen kugeligen 0,076""" grossen Dotter mit Dotterhaut, Keimbläschen und Keimfleck. Selten findet man zwei Dotter in einem Ei, und dann entwickelt sich stets nur der eine. — In diesem Zustande bleibt das Ei nur einige Stunden ^, dann dehnt es sich in die Breite und tbeilt sich durch eine Meridianfurche in zwei Furchungskugeln (XV. 4. 5.), welche beide Kern und Kern- körper besitzen , so dass wir nicht zweifeln , dass der Theilung des Dotters «ine Theilung des Keimbläschen vorhergeht^, wie dies J. Müller bei Entoconcha und Gegenbaur bei mehreren Medusen beobachtet hat. Nach etwa zwei Stunden ist jede Furchungskugel wieder in zwei zer- fallen, so dass wir nun vier Furchungskugeln jede mit Kern und Kernkörper besitzen. Schon während die erste Meridianfurche entsteht, lässt der Dotter ein oder ein paar.'Eichtungsbläschen * austreten, die lange Zeit im Eiweiss deutlich bleiben und auch später noc|i durch andere ver- mehrt werden können. — Nach weiteren zwei bis vier Stunden findet mansauf diesen vier Fur- 1) B. Gas'pard Memoire physinliyffiqiie sur le Colimacnii (Cochlea Pomatia) in Magendie Juurii. de Physiologie. T. II. Paris 1S22. p. 333. giebt an, dass bei der Weinbergsschnecke nur für das eine Individuum die Begattung fruchtbar sei, und nur dies eine Eier legte. Uns scheint das kaum richtig zu sein, da wenigstens in den meisten Fällen jedes Individuum eine Spermatophore überträgt, obwohl jedoch auch Begattungen von uns gesehen sind, wo nur eine oder auch gar keine Spermatophore gebildet wurde , wo also die Begattung nur für ein Indivi- duum oder für keines fruchtbar sein konnte. 2) Die Entwicklung des der Aeolis nahe verwandten Tergipes schildern Nordmann a. a. O. § 2S— 51. Taf. IV. V. und Max Schultze Ueber die Entwicklung von Tergipes lacinulatus in Archiv f. Naturgesch. 1S49. XV. I. 268—279. Taf. V. — Vergl. ebenfalls M. Sars. Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Mollusken und Zoophyten im Archiv f. Naturgesch. 1840. VI. I. 196 — 219. Taf. V. VI. VII. (Entwicklung von Tritonia, Aeoli- dia, Doris, Aplysia) und Zusätze zu der von mir gegebenen Darstellung der Entwicklung der Nudibranchien ibid. 184.5. XI. I. 4—10. Taf. I. 7-11. 3) C. Vogt. Recherches sur Vembryogenie des 3Iollusques gastropodes. Ann. scienc. nat. [3] Vit -IfAv. p. 24. 25. PI. I. Fig. 4. glaubt, dass sich von der ersten Dotterkugel ein Theil abschnürte, in dem noch kein Kern existirte, und dass dieser sieh erst später in dieser zweiten Dotterkugel bildete. 4) Das Richtungsbläschen wurde unter diesem Namen zuerst von Fr. Müller (Zur Kenntniss des Furchungsprocesses im Schneckeneie. Arohiv f. Naturgesch. 1S4S. XIV. I. 1 — 7. Taf. 1.) bei Pontolimax varians beschrieben, welcher behauptete, dass von der Stelle, wo es ausgetreten sei, wie von einem Pole aus die Meridian- furchen sich bildeten. Rathke zeigte jedoch (.\rchiv f. Naturgesch. 1848. XIV. I. 157—162), dass es keine we- sentliche Bedeutung beim Furchungsprocess hätte, und nur durch die Contraction des Dotters ausgetriebener liqiior vitelli sei, der bei Würmern, Spinnen u. s. w., wo der Dotter von einer festen Haut umgeben wäre, nicht austreten könne und sich unter der Dotterhaut anhäufe. Beobuchtiiiiyfn über die Eniioickluiig von Äeolis peregrina. 99 chungskugeln alternirend mit ihnen vier kleinere gelagert (XV. 6. 7.), welche ungefähr ein Viertel des Durchmessers der grösseren haben, viel heller als diese sind, und ein verhältnissmässig sehr grosses Keimbläschen mit Keimfleck zeigen, daher nur wenig Dottersubstanz besitzen. Wie diese vier kleineren Furchungskugeln aus den grösseren entstanden, ist uns nicht klar geworden; stets, wenn wir sie sahen, waren es vier an der Zahl und bereits in dem beschriebenen Zustande. Diese kleineren Kugeln wachsen schnell , bis sie etwa ein Drittel vom Durchmesser der grosse- ren erreicht haben. — Ungefähr nach 20 — 24 Stunden hat der ganze Dotter die Maulbeerform (XV. 8.) angenommen, mit 0,027'""' grossen Furchungskugeln. Nach kurzer Zeit sind alle diese Kugeln verschwunden und der Dotter bildet wieder eine gleichmässige grobkörnige JNIasse (XV. 9.), ähnlich wie vor der Furchung, nur ohne Keimbläschen und Keimfleck. Der Dotter zieht sich nun ziemlich stark zusammen, und es scheint, als ob sich an bei- den Polen eine Einsenkung bildete (XV. 10.). Am dritten Tage hat der Dotter eine dreieckige Form angenommen (XV. 11.), von welcher zwei Ecken später zum Velum werden. Von diesem sahen wir am vierten Tage die ersten Spuren , welche auf diesen beiden etwas hervorgezogenen Ecken aufsitzen ; da die dritte Ecke während dessen anschwillt, so erscheint der ganze Körper wieder oval (XV. 12.), am vorderen Ende abgestutzt. Zu gleicher Zeit hat sich die Erabryomasse in eine äussere hellere Schicht und einen dunkleren Kern gesondert, und man siehtauf der einen Seite eine Vförmige Figur, eine Einsenkung (XV. 12. e), den Eingang in den Mund. — Noch am vierten Tage erscheint der vordere Eingang zu dem dunkleren Kern, und es findet sich ebenfalls ein hinterer Ausgang, der aber nicht mehr grade hinten, sondern schon mehr auf einer Seite liegt (XV. 13.). — Am fünften Tage bildetesich das Velum weiter aus zu zwei mit langen Cilien besetzten vorderen Abtheilungen des Embryo (XV. 14.), dessen Bewegungen jetzt durch das Schlagen dieser Cilien heftiger werden. — Am sechsten Tage fanden wir über Nacht die bei- den Otolithen ot in ihren Kapseln gleich in voller Grösse entstanden ; zugleich hatte sich der feinbewimperte Fuss /^ gebildet (XV. 15.). Nach einigen Stunden (XV. 16.) sah man am hin- teren abgerundeten Ende des Embryo die ganz schwach gebogene Schale c , und zugleich auch die Bauchhöhle, indem die Masse des Embryo, fast soweit er von der Schale bedeckt ist, in eine äussere, dieser anheftende Haut, und eine innere Masse zerfällt, welche durch einen leeren Zwischen- raum h getrennt werden. Das Velum bildet sich jetzt völlig zu zwei grossen mit Cilien umsäumten Lappen aus. — Am sechsteh Tage wächst besonders die spiralige Drehung der Schale, es bildet sich eine rundliche Magenhöhlew, und am Fusse der Deckel (XV. 17.). — Am siebenten Tage (XV. IS.) entstehen zur Seite der Magenhölile zwei ovale Leberlappen /aus grossen fett- glänzenden Kugeln, und man sieht deutlich vom Magen nach rechts einen kurzen Darm abgehen. Am selben Tage (XV. 19.) sieht man auch im Magen Cilien und den feinkörnigen Inhalt in krei- sender Bewegung, ferner eine bewimperte Mundhöhle« und einen gesonderten Oesophagus oe. Der linke Leberlappen vergrössert sich, während, der rechte sich verkleinert; und gleichzeitig fin- det man auch in der Leibeshöhle feine Fäden von einer Wand zur andern ausgespannt. — In den folgenden beiden Tagen ändert sich wenig (XV. 20.); der ganze Embryo wächst, neue Or- gane haben sich aber nicht mehr gebildet, mit Ausnahme eines starken Rückziehmuskels, der 13* 1 00 Beohachtungen llher die Eniiüicklung vo)i Acolis peregrina. das Thier gegen die Schale zurückziehen kann. Der Embryo arbeitet mit den am Velum ste- henden grossen Cilien in seiner Eischale mächtig hin und her; und am neunten Tage fanden wir die Thiere frei im Wasser umherschwärmend, und verloren sie damit aus den Augen. Bei denjenigen, welche noch in der Eischale durch irgend ein ungünstiges Moment geblieben waren, sah man bereits am Hinterende die Leibeswand von der Schale zurückziehen , so dass sicher in nicht zu langer Zeit das Thier sich seiner Schale entledigt. Erklärung der Abbildungen. Tafel I. SiphOQophoren. Fig. I . Oberer Theil des Stammes von Forskalia Edwardsii mit den jüngsten Stadien der Schwimmstücke, a äussere, ^ innere Bildungshaut. Vergr. 80. Fig. 2. Junges Schwimmstück ebendaher. Der Knospenkern beginnt sich zu bilden. Vergr. SO. Fig. 3. Junges Schwimmstück ebendaher. Im Knospenkern ist ein Hohlraum, der spätere Schwimmsack, aufgetreten. Vergr. SO. Fig. 4. u. 5. Junge Schwimmstücke ebendaher. Das Gefässsystem bildet sich vollständig aus. Vergr. SO. Fig. 6. Schwimmstück ebendaher. Zwischen der äusseren Haut a und der inneren i ist hya- line Zwischensubstanz z entstandet!. Vergr. 80. Fig. 7. Junges Schwimmstück von Hippopodius gleba, 0,3""° lang. Vergr. 40. Fig. 8. Aelteres Schwimmstück eberidaher, 1,2°"" lang. Vergr. 40. Fig. 9. Junges Schwimmstück (Ersatzschwiramstüek) von Diphyes turgida. Vergr. 40. Fig. 10. Junges Schwimmstück von Physophora Philippii von vorn, etwa in dem Stadium wie Fig. 3. ■ Fig. 11. Knospe eines Deckstücks von Apolemia uvaria. Fig. 12. Junges Deckstück ebendaher. Fig. 13. Aelteres Deckstück ebendaher, z Zwischensubstanz, n die Haufen von Nesselkapscln, m Muskeln, x Stelle des Ansatzes am Stamm. Vergr. 15. Fig. 14. und 15. Junge Deckstücke eines jungen Agalma rubrum mit zwei Formen von Nes- selknöpfen. Fig. 16. und 17. .Junge Deckstücke von Forskalia. 2 Zwischensubstanz. Fig. 18. .Iung(>s Deckstück von Praya filiformis von oben. Vergr. 30. Junger Polyp von Diphyes ovata. B Hasaltheil mit unentwickelten Nesselkapseln, .lunger Polyp von Agalma Sarsii. Vergr. 20. Junger Polyp von Abyla pentagona. B Basaltheil, p pyloric valve von Huxicy, M Magen, R Rüssel. Vergr. 30. Fig. 22. Knospe eines Tasters 7' und Tastfadens t von Apolemia uvaria. Vergr. 45. Fig. 19 Fig. 20 Fig. 21 102 Erklärung der Abbildungen. Fig-. 23. Junger Taster T mit seinen drei Abtheilungen und junger Tastfaden t, ebendaher. Vergr. 16. Fig. 21. Junge Medusenknospe vom Magen der Cytaeis pusilla. Cfr. Fig. 4. Vergr. 150. "Fig. 25. Etwas ältere Knospe ebendaher. Der Grund des Schwimmsacks erhebt sich um den Magen zu bilden. Vergr. 240. Fig. 2G. Junges weibliches Geschlechtsstück von Diphyes conoidea. Vergr. 60. Fig. 2*7. Junges männliches Geschlechtsstück von Praya filiformis. Fig. 28. Ein Theil der Eiertraube aus dem Geschlechtsstück von Praya cymbiformis. a äussere, i innere Bildungshaut. Vergr. 60. Fig. 29. Oberster Theil des Stammes mit Luftsack eines jungen Agalma rubrum mit zwei For- men von Nesselknöpfen, i innere Bildungshaut. Der Deutlichkeit wegen ist die Luft im Luftsack nicht angedeutet. Fig. 30. Oberster Theil des Stammes von Physophora Philippii. x Stelle wo die Luft austritt. Tafel II. Siphonophoren. Fig. 1. Knospe eines Nesselknopfes von Forskalia Edwardsii. Vergr. 60. Fig. 2. Knospe ebendaher. Der Endfaden hat sich abgesondert und die äussere Haut hat sicli einseitig verdickt. Fig. 3. Ebendasselbe, die Nesselkapseln beginnen zu entstehen. Fig. 4. .Junger Nesselknopf ebendaher, der Endfaden schon zu einer linken Spirale eingerollt, der Nesselstrang noch gestreckt und mit seinen grossen und kleinen Nesselkapseln, Vergr. 60. Fig. 5. Junger Nesselknopf von Agalma rubrum. Bei x Andeutung der entstehenden elasti- schen Bänder. Fig. 6. Junger Nesselknopf von Agalma Sarsii, wo sich die Nesselkapseln zu bilden beginnen. Vergr. 45. Fig. 7. Ebendasselbe. Der Endfaden hat sich in seine drei Abtheilungen gespalten. Vergr. 45. Ebendasselbe. Der Nesselstrang ist völlig eingerollt. Am Stielende wächst aus der äusseren Haut der JNIantel hervor. Vergr. 40. Ebendasselbe. Der Mantel umhüllt schon eine Windung des Nesselstrangs. Vergr. 40. Reifer Nesselknopf von Agalma Sarsii von vorn. Vergr. 40. Derselbe entrollt, m Mantel, s Spiudelartige Röhre , w Nesselstrang , M Elastische Bänder, e Endblase, e" e Endlappen. Vergr. 16. Fig. 12. Junger Nesselknopf von der zweiten Form eines jungen Agalma rubrum mit zwei P"'or- men von Nesselknöpfen. Fig. 13. Ebendasselbe, etwas älter, 0,3""° lang. Fig. 14. Reifer Nesselknopf ebendaher. Von der Seite. /« zellige Hülle, ?i Nesselstrang, e Ei- chel, e Endfaden, b elastisches Band, f Faserzug auf dem Rücken der Haut. Vergr. 30. Fig. 15. Ebendasselbe. Von vorn. Buchstaben wie in Fig. 14. Fig. 16. Zellen des untersten Theils der zelligen Hülle, ebendaher. Mit einem Schopf Cilien und kleinem Kern. Vergr. 260. Fig. 8 Fig. 9 Fig. 10 Fig. 11 Fig. 17 Fig. 18 Fig. 19 Fig. 2L Fig. 22 Fig. 23, Fig. 24, Fig. 2.^. Fig. 20. Fig. 27, Erklärung der Ahhildimgen. 103 Reifer Nesselstrang ebendaher entrollt. Buchstaben wie in Fig. 14. .Tunger Ne.sselknopf der ersten Form von Rhizophysa filiformis. Vergr. 60. und 20. Ebendasselbe, etwas älter. Vergr. CO. Reifer Nesselknopf der ersten Form, ebendaher. Von der Seite. Vergr. 150. .lunger Nesselknopf der dritten Form von Rhizophysa filiformis. Vergr. ßO. Reifer Nesselknopf von der Seite, ebendaher. Vergr. 150. Die spindelförmigen Körper ebendaher. Vergr. 260. Die Stäbrhen ebendaher. Vergr. 200. Nesselknopf einer ganz jungen Physophoride, vielleicht Agalma Sarsii. Von vorn. 0,13'"'" lang. Ebendasselbe von der Seite. Tafel III. Siphonophoren. F'ig. 1. Kuo.-:pe eines Nesselknopfes von Diphyes Sieboldii. Ing. 2. Junger Nesselknopf ebendaher. Vergr. 100. F'ig. 3. Fast reifer Nesselknopf ebendaher, lo Windungen des Centralkanals im Stielende. Vergr. 100. Fig. 4. Reifer Nesselknopf von Diphyes ovata. e' Endblase am Endfaden. Vergr. 150. Fig. 5. Fast reifer Nesselknopf von Abyla pentagona, w wie in F'ig. 3. Vergr. 80. Fig. 6. Derselbe entrollt, n Nesselstrang, e Endfaden, 5 elastische Ränder, st Stiel. F"ig. 7. Nesselknopf von Praya filiformis, fast reif, lo wie in Fig. 3, h elastische Händer. Vergr. 130. F^ig. S. Nesselknopf ebendaher, reif, lo zu einer streifigen Masse obliterirte Windungen des Centralkanals. e Endblase des Endfadens. Vergr. 130. iMg. 9. Nesselknojjf von Diphyes turgida fast reif, a; körnige Verdickung, e' Endblase. Vergr. 150. F'ig. 10. Nesselknopf von Diphyes conoidea. Vergr. 150. I'^ig. 11. Knospen der Nesselknöpfe von Hippopodius gleba. Vergr. 120. Fig. 12. Junger Nesselknopf ebendaher. Vergr. 120. Fig. 13. Knospe eines Nesselknopfes von Vogtia pentacantha. P'ig. 14. Junger Nesselknopf ebendaher. Vergr. 00. Fig. 15. Reifer Nesselknopf ebendaher. Vergr. 100. Fig. 10. Derselbe entrollt. Fig. 17. Stück eines elastischen Ijandes von Agalma Sarsii, mit seinen vier Abtheilungeu A, B, C, 1). F'ig. 18. Stück des elastischen Bandes von Agalma rubrum. Vergr. 260. F'ig. 19. Die hakenftirmig erscheinenden Einlagerungen desselben, a zu einem Faden zusam- menhängend, b in Stückchen zerbrochen. Vergr. 260. Fig. 20. Stück vom elastischen Bande von Physophora Philippii. Vergr. 200. 104 Erklärung der Ahhildimgen. Tafel IV. Siphonopboren. Enthält Abbildungen auf Physophora Edwardsii bezüglich. Fig. 1. Junger Nesselknopf mit einseitig verdickter äusserer Haut. Vergr. 20. Fig. 2. Ebendasselbe. Am Stielende ist etwas Zwischensubstanz z gebildet. Fig. 3. Ebendasselbe. Der Mantel ni beginnt sich zu entwickeln. Fig. 4. Ebendasselbe. Der Nesselstrang fängt an sich von oben her einzurollen. Fig. 5. Ebendasselbe. Der Älantel umhüllt schon fast den ganzen Nesselstrang. Vergr. 20. Fig. 6. Ebendasselbe. Der Mantel umhüllt den Nesselstrang völlig; nur der herzförmige End- faden e sieht hervor. Der Stiel treibt sich besonders nach einer Seite hin auf. Fig. 7. Ebendasselbe. Die Stielauftreibung ist am Mantel entlang gewachsen, und das Ende des Nesselstranges mit dem Endfaden hat sich gehoben. Fig. S. Ebendasselbe. Der Kanal c in der Stielauftreibung wird immer enger, und um ihn tritt Zwischensubstanz auf. Fig. 9. Reifer Nesselknopf an der Seite. Ä die Hülle, bestehend aus der Zwischensubstanz, aussen mit einem Epithel (äussere HautJ, m Mantel, /Seitenlappen, c der obliterirte Kanal der früheren Stielauftreibung, bei c beginnt diese Obliteration , bei c" steht der obliterirte Kanal mit dem Nesselstrang in Verbindung ; e Stelle des Endfadens und wo der Nesselstrang hervorgeschnellt wird. Derselbe von vorn. Huchstaben wie in Fig. 9. Vergr. 25. Derselbe entrollt, h elastische Bänder, sonst Buchstaben wie in Fig. 9. Vergr. H. Weibliches Geschlechtsstück von der Seite. Vergr. 30. Dasselbe etwas von oben. Männliches Geschlechtsstück. Vergr. 30. iZoospermien. Vergr. 260. Schwimmstück von oben. Vergr. 3. Taster vom mit dem Haufen Nesselkapseln und mit dem Tastfliden. Junges Exemplar von Physophora Edwardsii, bei dem der Deutlichkeit halber die grös- seren Taster abgerissen sind, deren Ansatzstellen man aber bei t noch sieht. Die Ge- schlechtstrauben wie die Polypen stehen auf Stielen. Die Fangfaden, soweit man sie sieht, tragen nur unreife Nesselknöpfe. An jedem Taster ein Tastfaden. Bei x unter dem Luftsacke verdickt sich die innere Haut zu einer drüsigen Masse. Vergr. 3'/o. Tafel y. Siphonopboren. Schwimmstück von Diphyes ovata. Vergr. 3. Aelteste Thiergruppe, ebendaher, von der Seite, p Polyp. Vorälteste Thiergruppe, ebendaher, von vorn. Thiergruppe von der Mitte des Stamms; von vorn. Ebendasselbe von der Seite, (/junges Geschlechtsstück. Vergr. 20. Fig. 10 Fig. 11 Fig. 12 Fig. 13 Fig. 14 Fig. 15 Fig. 16 Fig. 17 Fig. 18 Fig. 1. Fi" 2. ^ 'o- Fig. 3. Fig. 4. Fig. 5. Fig. 8 Fig. 9 Fig. 10 Erklärung ehr Ahhilämigen. 10.5 Fig. 6. Schwimmstück von Di]ihyes conoidea. Vergr. 4. Fig. 7. Dieselben von einander genommen, um zu zeigen, wie das vordere Schwimmstück mit einem kleinen Zapfen x im hinteren befestigt ist. Schwimmstücke von Praya filiformis. Thiergruppe ebendaher, von vorn. Der Polyp ist der Deutlichkeit wegen weggelassen. Im Geschlechtsstück ein kleiner Samenzapfen. Neben dem grossen Geschlechtsstück bei g die Knospe eines zweiten. Thiergruppe ebendaher, von der Seite ; Polyp ebenfalls weggelassen. Im Geschlechts- stück ist der Zapfen der Geschlechtsproducte schon verschwunden. Vergr. S. Fig. 1 1 . Geschlechtsstück ebendaher ; fast von oben, um zu zeigen, dass die Glocke ohne Längs- kanten ist. Vogtia pentacantha. Vergr. 1'/,. Schwimmstück ebendaher, von der Seite. Gefässverbreitung im Schwimmsack und Schwimmstück, ebendaher. Schwimmstück, ebendaher ; in Cavalierperspective. Schwimmstück von Vogtia spinosa, in Cavalierperspective. Gefässverlauf im Schwimmstück und Schwimmsack ; ebendaher. Junges, männliches Geschlechtsstück von Hippopodius gleba. Vergr. 75. Ebendasselbe, im zweiten Stadium, wo die Glocke viel kleiner ist als der Samenzapfen. Junges weibliches Geschlechtsstück, ebendaher. Vergr. 15. Reifes weibliches Geschlechtsstück, ebendaher. Vergr. 10. Schwimmstück von Forskalia formosa. Schwimmstück von Forskalia contorta. Fi"-. 24. Schwimmstück von einem jungen Agalma rubrum, welches zwei Formen Nesselkuöpfe hatte. Vergr. 7. Fia:. 25. Schwimmstück von Forskalia Edwardsii. Vergr. 4. Fig. 26. Schematische Darstellung der Verbindung der beiden Schwimmstücke einiger Diphyes- arten. v vorderes, h hinteres Schwimmstück: a von Diphyes Sieboldii, h von Diphyes ovata, . c von Diphyes turgida, d von Diphyes conoidea, e von Diphyes quadrivalvis. Tafel VI. SipnncTilus nndus. Fig. l. Sipuneulus nudus der Länge nach aufgeschnitten in nat. Grosse. 7" Tentakeln , r die vier Retractoren des Rüssels, von denen ein Stück abgeschnitten ist, r' deren Ansätze an die Körperwand, oe Speiseröhre, i Darm, a After, /' erste Schlinge des Darms, /' zweite, /'" dritte Schlinge, « feine Muskelfäden, die den Darm befestigen, x Di- vertikel am Afterdarm, y büschelförmige Körper am Afterdarm, z spindelartiger Mus- kel, w Wimperfurche an der Innenseite des Darms, q Muskeln am After, s schlauch- Koierstein u. Ehlers, Zool. Betträge. 1 4 Fig. 12 Fig. 13 Fig. 14 Fig. 15 Fig. 16, Fig. 17, Fig. 18, Fig. 19, Fig. 20, Fig. 21, Fig. 22. Fig. 23, Fig 2 Fig. 3 Fig. 4 Fig. 5 Fig. 6 1 06 Erklärung der Ahbihlungen. förmige Drüsen, < Hoden, P Porus am Hinterende, n Hauchstrang, g Schlundgang- lion oder Hirn mit seinen Läppchen an der Hinterseite, g' Anschwellung des Nerven- strangs im Hinterende, mm hegleitende Muskeln des Nervenstrangs im Vorderende, m' breiter Befestigungsmuskel des Nervenstrangs an die Rüs,selwand, m" feine solche Befestigungsmuskeln, mit denen die Seitennerven des Nervenstrangs verlaufen. Stück der äusseren Haut, e Epithelzellen, p Porenkanäle, c Cuticula. Vergr. 330. c Cuticula, p Porenkanal, D Hautdrüse, n hinzutretender Nerv. Vergr. 330. Stück Hant von der Fläche, e Epithel, über dem die zwei sich kreuzenden Strich- systeme der Cuticula sichtbar sind, j) Porenkanal, w Nerv. Vergr. 330. Stück der Cutis vom Sipunculus tesselatus. n ein Nerv. Vergr. 330. Schematischer Durchschnitt durch die Körperwandung, c Cuticula, p Porenkanal, e Epithel, «/Cutis mit den Hautdrüsen D, 3/' Ringmuskel, 3/' Längsmuskeln. Fig. 7. Verbreitung der Nerven ti in der Haut. /»Porenkanäle, Z) Hautdrüsen, D' solche ohne zelligen Inhalt. Vergr. 330. Fig. 8. a, b, c Hlutkörper, a brodförmige, b runde, c nach Zusatz von Essigsäure; d, e kör- nige Zellen aus dem Blute, e mit sternförmigen Fortsätzen. Vergr. 260. Fig. 9. a Körnerhaufen aus dem Blute, h einzelne Körner desselben nach Zusatz von Essig- säure. Vergr. 260. Fig. 10. a Zellenhaufen aus dem Blute, h einzelne Zelle desselben nach Zusatz von Essigsäure. Vergr. 260. Fig. 1 1 . Topffövmiger Körper aus der Leibesflüssigkeit. Fig. 12. Ebendasselbe. Fig. 13. Ebendasselbe von vorn. Vergr. 260. Fig. 11. und ITi. Topfförmige Körper aus der Leibesflüssigkeit einer Sipunculuslarve von 4""" Länge. Vergr. 260. Fig. 16. a Blutkörper, b körnige Zellen, c Körnerhaufen ebendaher. V^ergr. 260. Tafel YII. Sipunculus. Fig. 1. Vorderer Theil des Rüssels R von Sipunculus tesselatus, der Länge nach aufgeschnit- ten, von der Innenseite; der vordere Theil des Oesophagus oe ebenfalls der Länge nach aufgeschnitten und nach oben geschlagen, T Tentakeln, durch die dünne Rüsselhaut durchschimmernd, n Nervenstrang, m begleitende Muskeln, g Hirn, v Läppchen an demselben, u Strang vom Hirn zum Tentakelkranz, u' dessen Ende, das wie eine Oeifnung aussieht, n' Nervenzweige. Vergr. 6. Fig. 2. Vorderer Theil des Nervensystems von aussen. Buchstaben wie in Fig. 1. Fig. 3. Stück der Leibeswand von Sipunculus nudus von Innen um die zwei sich kreuzenden Muskelsysteme der Längsmuskeln M und Ringmuskeln M' und die spaltförmigen Lücken L zwischen denselben zu zeigen, wie auch die vom Bauchstrang w entsprin- genden Seitennerven «'. Vergr. 50. Fig. 4. Stück des Hauchstrangs, a Hülle desselben, die bei a mit Nadeln abgestreift ist und bei d einen Seitennerven begleitet, a' gelbe Pigmenthaufen, auf denen nach aussen Cilienschöpfe stehen, b Schicht durchsichtiger Zellen, c innere Abtheilung des Bauch- strangs, aus Zellen und Körnchen bestehend. Vergr. 150. Erklärung der Ahhildnncjen. ' 107 Fig. 5. Durchschnitt durch einen in Chromsäure gehärteten Kauchstrang. Huehstaben wie in Fig. 4. Vergr. 150. Fig. 6. Hinteres Ende von Sipunculus tesselatus von Innen, n IJauchstrang, g dessen hintere Anschwellung, n' deren zwei Endnerven, die zur Seite des Perus P sich in der Haut verbreiten, M Läiigsmu.'skeln. Fig. 7. Stück Darm von Sipunculus nudus in nat. Grösse, w die durchschimmernde Wim- perfurche. Fig. S. Die Wim])orfurclie von aussen. Vergr. 16. Fig. 9. Wimperzelleii der Innenwand des Darms. Vergr. 26U. Fig. 10. a Haufen von Zoospermien, mit den Köpfen noch in der Hildungszelle , h freie Zoo- spermien. Vergr. 260. Tafel YIII. Sipunculus. Fig. 1 . Stück eines Längsschnittes durch die Körperwand eines mit Eikeimen versehenen Si- punculus nudus. ü/ Längsmuskel, Ji' querdurchschnittne Ringmuskeln, c Cuticula, e Epithel, ov Cutis, in der die Eier in Gruppen zusammen liegen, die Gruppen von Ci- lien umsäumt. Vergr. 60. Fig. 2. Eins der rechteckigen Felder, in welche die Haut des Sipunculus abgetheilt ist, von aussen betrachtet. Die Muskelschichten sind weggenommen, um das Präparat durch- sichtiger zu machen. Man sieht die sich bildenden Eier in Gruppen zusammen liegen und die Gruppen von Cilicn umsäumt. Vergr. 60. Reife Eier aus der Leibesflüssigkeit zu Gruppen zusammenliängend. h EihüUe, d Dot- terhaut. Vergr. 60. Ganz junges Ei aus der Leibesflüssigkeit. Buchstaben wie in Fig. 3. Vergr. 260. Stück der von Porenkanälen durchlöcherten Dotterhaut eines reifen Eies. Vergr. 260. Ein 2'°"' langes Junge des Sipunculus, in Messina beobachtet. Von der Seite, o Mund, oe Speiseröhre, s schlauchförmige Drüsen, i Darm mit Haufen von Fett enthaltenden Zellen (Fig. 9.), a After, w Wimperfurche im Dann, g Gehirn mit dem doppelten Paar rother Augenflecke und den zwei nach vorn gehenden Ausläufern, n' Schlundring, n Bauchstrang, der eine Schlängelung macht, bevor er am Perus P endet, t Hoden, <' der andere Hoden auf der unteren Seite. In der Haut sieht man die Cuticula , die sich kreuzenden Muskelsysteme und zackigen Haufen grüner Concretionen in den Epi- thelzellen. Vergr. 60. Fig. 7. Ein 4"'" langes bei Messina gefangenes Junge des Sipunculus. Von der Seite, der Kopf aber etwas gedreht, so dass man ihn von der Rückenseite sieht. Buchstaben wie in Fig. 6. Am Danntractus sind die drei Abtheilungen Speiseröhre, Magen, Darm deutlich geschieden, r die Retractoren des Rüssels, jeder aus zwei Strängen bestehend, a die Fasern, die den Darm an die Körperwand befestigen. Am Bauchstrang n sieht man die abgehenden Seitennerven. Vergr. 40. Fig. 8. Cylinderzellen des Wimperkranzes von dem Jungen Fig. 6. mit den langen Cilien. Vergr. 260. Fig. 9. Fettzellen aus dem Darm von demselben Jungen. Vergr. 260. 14* Fig. 3 Fig. Fig. Fi«. 4 5 6 108 ErkUiriüHj der Ahhildungen. Tafel IX. Doliolum. Fig. 1. Doliolum denticulatum von oben. / IngestionsöfFnung, £ Egestionsüffnung, a äussere Haut, h innere Haut, hr Kiemen, w Schlundvvimperband, e Endostyl, das hier von der unteren Seite her durchschimmert, c Herz , das ebenfalls an der unteren Seite liegt, Mund, V Magen, i Darm, an After, t Hoden, ov Eierstock, n Gehirn, von dem die Nerven, die nicht weiter bezeichnet sind, ausstrahlen und von denen ein Theil in der äusseren Haut in Gruppen von Ganglienzellen enden , von welchen einige mit g be- zeichnet sind, na Nase. Grösse S""". Fig. 2. Dasselbe Doliolum von der Seite. Huchstaben wie in Fig. 1. Der Hoden und Eierstock verdecken theilweise das Herz, den Magen und Darm. Fig. 3. Ein junges Dol. denticulatum, an dem noch der Stiel s, mit welchem es am Keimstock sass, sich befindet. Hoden t und Eierstock ov noch sehr klein. Üeber dem Hirn n be- findet sich in der äusseren Haut ein brennend gelber Figmentfleck p. Grosse 1,2""". Fig. 4. Ganz junges Dol. denticulatum, das als Sprosse am Keimstock eines 4,5"""" langen C" sass. Huchstaben wie in Fig. 1. Man sieht das grosse Gehirn ??, von dem vorn die Nase ausgeht, das Endostyl e, die Anlage des Herzens c, der Geschlechtstheile t. s Stiel, mit dem es am Keimstock befestigt war. Grösse ohne diesen Stiel 0,185'""', mit demselben 0,250'"". Fig. 5. Doliolum Müllerii Krohn. Bezeichnung wie in Fig. 1. Hoden und Eierstock verdecken einen Theil der Kiemen und des Verdauungstractus. Grösse 1,5'"". Fig. 6. Die Kiemen*heidewand dieses Thiers, jederseits mit 5 Kiemenlöchern, o Mund. Fig. 7. Doliolum gen. 25 von der Seite, k Stiel des Keimstocks mit den Nervenendigungen^, 'k Keimstock mit Sprossen besetzt, ot Otolith, r rosetteuförmiges Organ am Flerzbeutel. Sonst die Bezeichnungen wie in Fig. 1. Grösse 1,5°"°. Fig. 8. Doliolum denticulatum gen. C"". s Stiel, mit dem das Thier am Keimstock von B ge- sessen , k der Keimstock mit Sprossen A besetzt. Sonst die Bezeichnungen wie in Fig. 1. Grösse 4,5'"". Tafel X. Doliolam. Fig. 1. Doliolum gen. 15 von oBen. Endostyl , Verdauungstractus , Wimperband sind bereits geschwunden. «Gehirn, «aNase, oi! Otolith, c Herz an der Unterseite, >i- Stiel des Keimstocks, in den der siebente Muskel eintritt, k' Keimstock. Grosse 6""". Fig. 2. Doliolum gen. 2B, schräg von oben. Buchstaben wie oben, l Lateralsprosse C am Keimstock. Grösse 2,5"°'". Fig. 3. Doliolum gen. ZB von der Seite. Ganz junges Exemplar, noch in den Eihüllen und mit dem Ruderschwanz, h äussere EihüUe, h' innere Eihülle , s Stiel des Schwanzes, s Schwanz, k hervorsprossender Keimstock, ot Stelle, wo aus einem Zellenhaufen das Gehörorgan entsteht. Grösse des Thiers ohne Schwanz OjSe"""". Fig. 4. Doliolum gen. AB von der Seite. Buchstaben wie oben. Grösse 2'°". Fig. 5. Geschwänztes Junges von Doliolum gen. B, noch in der Eihülle h. s Stiel des Ruder- schwanzes, s' Ruderschwanz selbst. Das Junge selbst 0,28""' lang, sein Schwanz 1,58"" lang. EiklüruiKj der Abbildimyen. 109 Fig. 6. Dies Junge in stärkerer Vergrösserung. Die äussere Haut besteht noch aus mehreren Lagen runder Zellen. Buchslaben wie oben. Grösse 0,2S"'"'. Fig. 7. Geschwänztes .Junges von Doliolum gen. B, von oben. Es zeichnet sicli dadurch aus, dass die Kiemen bi' eine tief eingeknickte Scheidewand bilden, wie das sonst bei der gen. B gar nicht vorkommt. Es ist aber versäumt, das Thier in der Seitenansicht zu beobachten, so dass die Beschaffenheit der Kiemen nicht mit völliger Sicherheit zu be- stimmen ist. Bezeichnung wie oben. Das Junge ist 0,40'"'" lang, sein Schwanz 0,62""", die Eihüllen stehen aber sehr weit ab, so dass damit das ganze Wesen ,t""" lang ist. Fig. S. Lateralsprosse C", freischwimmend angetroffen, von der Seite, m Muskeln, s zusam- mengeschrumpfter Stiel, Ä scheibenförmige Ausbreitung desselben, x röhrenfcirniiges Organ am Darm, z zwei neben einander liegende kurze Fortsätze, jeder mit zwei langen Cilien. Buchstaben sonst wie in Fig. 1. Taf. IX. Ohne die scheibenförmige Ausbrei- tung S ist das Thier 1,48'"'" hoch. Fig. 9. Lateralsprosse C"" von dem Doliolum gen. IB. Taf. X. Fig. 2. Sie zeichnet sicli da- durch aus, dass der Mund ganz oben zwischen den Kiemen liegt. Bei derselben gen. 2B kommen aber auch Lateralsprossen von gewöhnlichem Bau vor. Grösse mit dem Stiel 0,4'"'", ohne ihn 0,2'""". Fig. 10. Lateralsprosse C"', frei schwimmend getroffen. Sie nähert sich mehr der gewöhnlichen Doliolumform, wie Fig. S. Buchstaben wie oben. Grösse 0,8""". Fig. 11. Nase von Doliolum denticulatum von oben. ?« zweiter llingmuskel, w w Schlundwim- perband, na Nase, an der Älündung innen mit cilientragenden Zellen besetzt. Fig. 12. Dieselbe von der Seite, a äussere, b innere Haut, zwischen beiden der Blutsinus, wa Nase, die sich bei y in die Athemhöhle öffnet. Fig. 13. Nase von der Lateralsprosse C"" (Fig. 8.) von oben, n Gehirn, m Muskel, ww Schlund- wimperband, na Nase. Fig. 14. Gehirn 7i mit Nase tia eines jungen Doliolum von oben. Fig. 15. Dasselbe von der Seite. Fig. 16. Stück der contractilen Axe des Ruderschwanzes s' der geschwänzten Jungen der gen. B. Die Axe besteht aus einer Reihe Fächer, deren jedes eine sternförmige contractile Zelle enthält. Tafel XI. Doliolum. Fig. 1. Der Eierstock oü und Anfang des Hodens i! von Doliolum denticulatum. Im Eierstock sieht man sechs Eier, in der Axe des Hodens reife Zoospermien. Vergr. 150. Fig. 2. Hoden / und Eierstock ot) ebendaher, in Lage , von der Seite, a Mündung der Ge- schlechtsorgane in die Athemhöhle. Vergr. 30. Fig. 3. Zoosperm von Doliolum denticulatum. Der Kopf ist 0,0074'"'" lang. Fig. 4. Verdauungstractus von Doliolum denticulatum. oMund, oe Oesophagus , v Magen, i Darm, aw After, n Wimperband, das vom Endostyl zum Mund führt, dann im Muml eine Spiraltour beschreibt und sich in den Oesophagus hinein fortsetzt u' , bis in den Magen, t", i" , i'" die drei zelligen Verdickungen der Darm wand, a;röhrenförmiges Organ. Fig. 5. Verdauungstractus von Doliolum gen. IB. a: das röhrenförmige Organ , das sich am Darm in zwei Aeste x' , x" theilt, von denen jeder wieder drei Zweige abschickt. Buch- staben wie in Fig. 4. Fig. 6. Fig. 7. Fig. S. Fig. Fis. 9. 10. Fig. 12. Fig. 13. Fig. 14. Flg. 15. Fig. 16. 1 10 Erklärung der Abbildungen . Nervenendigung g in den Zacken an der Ingestionsöflfnung von üol. dentifulatum. m Muskel, n' Nerv. 7. Nervenendigung in den Zacken an der EgestionsöfFnung ebendaher, a äussere, h in- nere Körperhaut. Nervenendigung g in den Zacken der Mündung von den Lateralsprossen Doliolum gen. C. Die Zacken waren bei diesem Exemplar mehr wie gewöhnlich ausgebildet. Nervenendigung aus der äusseren Haut von Dol. denticulatum. Vergr. 260. Nervenendigung y im Stiel des Iveimstocks /t von Doliolum gen. B. k' Keimstock, l Sprossen an demselben, n' Nerv. Fig. 11. Diebeiden kurzen Fortsätze z' und z von einer Lateralsprosse Doliolum gen. C, jeder mit zwei langen Cilieu und einer Nervenendigung^. Vergr. 260. Nervenendigung aus der Haut von Firoloides, von der Seite. Vergr. 600. Dieselbe von oben. Gehörorgan von einem ganz jungen Doliolum gen. B, von der Seite, ot ütolitli, a äussere Körperhaut. Vergr. 200. Dasselbe, etwas älter, von oben. Vergr. 130. Reifes Gehörorgan, ot Otolith, q dessen Stiel, p die von der äusseren Haut gebildete Kapsel, n' zutretender Hörnerv. Vergr. 130. Fig. 17. Gehörorgan eines 2°"" grossen Doliolum gen. B , von der Seite, h innere Eihüllc. a äussere Körperhaut, p Einstülpung derselben. Vergr. 200. Tafel XII. Doliolum. Pyrosoma. Fig. 1. Hlutkörper von Doliolum denticulatum. Vergr. 260. Fig. 2. Eosettenförmiges Organ r vom Herzbeutel c' eines Doliolum gen. AB fTaf. X. Fig. 4.j, c Herz. Vergr. 130. Fig. 3. Rosettenförmiges Organ r eines Doliolum gen. B. a äussere , i innere Körperhauf, c Herz, c' Herzbeutel. Vergr. 60. Fig-. 4. Einzelthier von Pyrosoma giganteum Les. von der Seite. /Ingestionsöffnung, die et- was unter ihrer .Mündung einen Kranz innerer Tentakeln trägt, von denen der eine, der Hauchseite entsprechende, länger wie die anderen ist; E EgestionsöfFnung. a äussere Haut, b innere Haut, zwischen beiden der Blutsinus, mmm Muskelringe^ m derTheil eines solchen in der Nähe der EgestionsöfFnung, hr die eine Kiemenscheidewand, welche die der andern Seite völlig verdeckt, e Endostyl, e' eine Ausbuchtung der Körper- wand und eine Verlängerung des Endostyls, an der die Fortpflanzung durch Knos- pung stattfindet, c Herz, o Mund, v Magen, i Darm, an After (der ganze Verdauungs- tractus mit carmoisinrothen Pigmentfleckeu) , < Hoden, oü Eierstock, z« eine Reihe von 8 röhrigen Tentakeln, w Schlundwimperband, n Gehirn, n' dessen Pigmentfleck, na Nase, x linsenförmiger Körnerhaufen, y länglicher Körnerhaufen. — Grösse 2,2""". Fig. 5. Dasselbe von der Hirnseite und etwas von vorn, so dass man nur die Ingestionsöft'nung /, nicht aber die EgestionsöfFnung sieht. Man bemerkt beide Kiemenscheidewände br und die Muskelfasern m ni , welche sie an die Körperwand befestigen. Buchstaben wie in der vorhergehenden Figur. Fig. 6. Sternförmige Zellen mit anastoraosirenden Ausläufern aus der Hülle der Einzelthiere, von Pyrosoma elegans Les. Vergr. 260. Erklärung der Ahbildungen. I 1 1 Fig. 7. Gehirn n und Nase na von Pyrosoma giganteum. u- Schlundwimperband , a äussere Haut, die hier mit der gemeinschaftlichen Hülle verwachsen und von deren Zellen man die Ausläufer abgehen sieht, die sich in diese Hülle einsenken. \'ergr. 160. Fig. 8. Zoospermien ebend., mit langergeisselfurmigerYerlängerungder Kopfspitze. Vergr. 260. Fig. 9. Reihe durch Knosjning entstandener Jungen von Pyrosoma clegans. / jüngstes, // zweitjüiigstes, ///drittjüngstes Einzelthier. e* Endostyl des Mutterthiers. Buch- staben sonst wie oben. Vergr. SO. Tafel XIII. Medusen. Nausithoe punctata Köll. von der Seite. Vergr. 2. Randkorper ebendaher, mit Otolithen und Pigmentfleck. Vergr. 40. Durchschnitt eines Eierstockes ebendaher. Schematisch. Randkorper und Hasis des Tentakels von Eucope polystyla. Vergr. 260. Cladonema radiatum Duj. Vergr. 60. Rhabdoon singulare K. et E., von der Seite. Vergr. 33. Dasselbe von oben. Cytaeis pusilla Gg. von der Seite. Vergr. 10. Magen mit daranhängenden Knospen, ebendaher. Vergr. 10. Stück vom Tentakel von Lizzia Köllikerii Gg. mit daraufsitzendem Auge. Vergr. 180. Eucope picta K. et E. von der Seite. Vergr. 16. Tentakel und Randkörper ebendaher. Vergr. 60. Randkörper von Eucope exigua K. et E. Vergr. 100. Stück eines Tentakels von Trachynema ciliatum Gg. im ausgedehnten Zustande. Vergr. 260. Tafel XIY. Medusen. Sminthea campanulata K. et E. von der Seite. Vergr. 10. Dieselbe von oben. Vergr. 16. Rhopalonema placogaster K. et E. von der Seite. Vergr. 40. Randkörper ebendaher. Vergr. 260. Liriope mucronata Gg. von der Seite. Vergr. 2. Stück der Scheibe derselben von unten, a Ringkanal , A grosser Tentakel , <• kleiner Tentakel, c? Velum. Vergr. 80. Aegineta Corona K. et E. von der Seite. Vergr. 2Vä. Randkorper ebendaher. Vergr. 200. Stücke von einem Tentakel ebendaher, a von der Basis, b aus der Mitte, c von der Spitze. Vergr. 210. Aegineta gemmifera K. et E. von der Seite. Vergr. 30. Knospen von der Magenwand ebendaher. Cunina discoidalis K. et E. von oben. Vergr. 10. , Dieselbe von der Seite. Vergr. 6. Randkörper ebendaher. Vergr. 200. Fig. 1 Fig. 2 Fig. 3 Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6 Fig. 7. Fig. 8 Fig. 9 Fig. 10, Fig. 11 Fig. 12, Fig. 13. Fig. 14. Fig. 1 Fig. 2 Fig. 3 Fig. 4 Fig. 5 Fig. 6 Fig. 7, Fig. 8, Fig. 9, Fig. 10, Fig. 11, Fig. 12 Fig. 13. Fig. 14, 1 1 2 Erklärung der Ahhildüngeii '. Tafel XV. Aeolis peregrina. Fig. 1. Eischnur in iiatüilicher Grösse. Fig. 2. Stück der Eischnur. 30 mal vergrössert. Fig. 3. Ein ebengclegtes Ei. Vergr. 190. Fig. 4. Erste Theilung des Eies, einige Stunden nach dem Legen, r Richtungsbläschen. Vergr. 190. Fig. 5. Zweite Theilung des Eies, einige Stunden später. Vergr. 190. Fig. 6. und 7. Die vier kleineren Furchungskugeln sind entstanden. Vergr. 190. Fig. 8. Maulbeerform am zweiten Tag nacli dem Legen. Fig. 9. Der Dotter ist gleichmässig geworden, Furchungskugeln sind nicht mehr zu erkennen. Vergr. 190. Fig. 10. Der Dotter zieht sich am Abend des zweiten Tags zusammen und zeigt an seinen bei- den Polen Einsenkungen. Vergr. 190. Fig. 11. Der Dotter hat am dritten Tag eine dreieckige Form angenommen. Fig. 12. Am vierten Tag zeigen sich die ersten Cilien am entstehenden Velum, man sieht eine centrale dunklere Masse und eine VförmigeEinsenkunge auf der Oberfläche. Vergr. 190. Fig. 13. Am Abend des vierten Tags sind mehr Cilien am Velum gebildet, und man sieht eine MundotFnung und eine Afterüftnung, die schon zur Seite des hinteren Pols gerückt ist. Vergr. 190. ' • / Fig. 14. Am fünften Tag hat sich das Velum weiter ausgebildet und Fig. 15. es ist der Fuss und der Otolith entstanden. Fig. 16. Am sechsten Tag ist die Schale entstanden und es zeigt sich die erste Anlage der Lei- beshölile h. Vergr. 190. Fig. 17. Im Lauf des sechsten Tages wird auch die mit Cilien ausgekleidete Magenhöhle m deutlich. Vergr. 190. Fig. 18. Am siebenten Tag ist die Leibeshohle h, die Magenhöhle m ausgebildet und die beiden Leberlappen / zeigen sich. Vergr. 190. Fig. 19. Am Abend des siebenten Tages ist der Oesophagus oe und der ganz zur Seite liegende After o deutlich geworden, w Körperwand, s Schlundcilien. Die Larve ist von vorn gesehen, der After liegt also an der rechten Seite. Vergr. 190. Fig. 20. Larve am achten Tag. v Velum, p Fuss mit Deckel, ot Otolith, m Magen, / Leber, a After, h, Leibeshöhle, w Leibeswand. Der lange Muskel, der das Thier in die Schale ' zurückzieht und der über die Eingeweide wegläuft, ist der Deutlichkeit wegen nicht mit gezeichnet. Vergr. 200. Fig. 21. Oberes Ende einer Rückenpapille von Aeolis peregrina. x Ausstülpung des Darms in die Rückenpapille, y ovale IJlase, die in der Spitze der Papille liegt und sich an deren Spitze s öffnet, sie ist gefüllt mit in ]}läschen h liegenden Nesselkapseln; die ovale Blase ist schon etwas contrahirt und hat einen Theil ihrer Nesselkapseln ausgestossen. Die Muskulatur der Papille ist der Deutlichkeit wegen weggelassen. Vergr. 60. Fig. 22. Bläschen mit Nesselkapseln gefüllt. Vergr. 260. Fig. 23. Nesselkapseln, a ovale, h runde, c säbelförmige. Vergr. 260. Druck von Breitkopf und Härte! in Leipzig. I ]f. /u /z ii- % ■^/ü l\ '% ■5!t. '/■i. /4. ''X-J ^' •u: •rz ^ '^'^ , ^^^^S^0ts^ / '"^^m^^ /6: r ■ j - -X^ /.i: ■.■®^ Si©/ I I J m. //. /^ /'/. .-C a: i \ /.i. M \ /.'^. 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